Darm & BeschwerdenEiner von 9 Artikeln zum Thema

Laktoseintoleranz: Symptome, Test und was du essen kannst

Blähbauch nach dem Milchkaffee, Durchfall nach dem Eis? Rund 15 % in Deutschland vertragen Milchzucker schlecht, ganz verzichten müssen die wenigsten. Welche Symptome dazugehören, welcher Test etwas aussagt und wie viel Laktose in Käse, Brot und Joghurt steckt.

Frühstück ohne Milch: gereifter Käse, Brot, Obst und ein Glas Pflanzendrink
Frühstück ohne Milchpackung: gereifter Käse, Brot, Obst und ein Glas Pflanzendrink. Hartkäse enthält von Natur aus fast keine Laktose.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Verträgliche Menge
12g

Laktose auf einmal, etwa ein Glas Milch, vertragen die meisten laut EFSA ohne oder mit geringen Beschwerden. Über den Tag verteilt sind es bis 24 g.

Betroffene in Deutschland
15%

Etwa jede:r Siebte verträgt Milchzucker schlecht, so die Schätzungen. In Nordeuropa ist es seltener, in Ostasien und Afrika die Mehrheit.

Bis zu den Beschwerden
30Min

Frühestens eine halbe Stunde nach dem Essen geht es los, am stärksten nach 1,5 bis 2 Stunden. Die Beschwerden können mehrere Stunden anhalten.

Was „laktosefrei“ heißt
< 0,1 g

Seit Juni 2026 dürfen Milchprodukte nur so heißen, wenn sie weniger als 0,1 g Laktose je 100 g enthalten. Gereifter Hartkäse liegt von Natur aus darunter.

01 Verstehen

Was ist Laktoseintoleranz?

Laktoseintoleranz heißt: Dein Dünndarm bildet zu wenig Laktase, das Enzym, das Milchzucker spaltet. Der Milchzucker wandert unverdaut in den Dickdarm, Bakterien vergären ihn, und es entstehen Gase und Durchfall. Das ist keine Allergie und keine Krankheit im engeren Sinn, sondern eine Normvariante des Stoffwechsels, die weltweit die Mehrheit der Erwachsenen betrifft. Die Beschwerden hängen an der Menge, nicht am Ob.

Was ist Laktose?

Laktose ist Milchzucker, ein Zweifachzucker aus Glukose und Galaktose, der in der Milch aller Säugetiere steckt. Kuhmilch enthält rund 4 bis 5 g je 100 ml, Ziegen- und Schafmilch genauso viel. Damit der Körper ihn aufnehmen kann, muss Laktase ihn im Dünndarm in die beiden Einfachzucker trennen. Beim Reifen von Käse bauen Bakterien die Laktose fast vollständig ab, in Joghurt nur zum Teil.

Primär, sekundär, angeboren

Die primäre Form ist genetisch: Nach dem Abstillen fährt der Körper die Laktase herunter, bei Menschen mit zwei C-Varianten am Genort LCT-13910 auf etwa ein Zehntel. Die sekundäre Form entsteht, wenn die Dünndarmschleimhaut geschädigt ist, etwa durch Zöliakie, Morbus Crohn oder einen Magen-Darm-Infekt; sie verschwindet meist wieder, sobald die Ursache behandelt ist. Die angeborene Form (Alaktasie) ist sehr selten, betrifft Säuglinge von Geburt an und ist die einzige, die eine strikt laktosefreie Ernährung verlangt.

Laktoseintoleranz im Alter und plötzlich

Eine eigene Altersform gibt es nicht, die Laktase sinkt bei der primären Form schon in der Kindheit. Wer mit 40 oder 60 „plötzlich“ keine Milch mehr verträgt, hat meist eine von drei Ursachen: Die Beschwerden waren vorher leicht und wurden mit mehr Milchkaffee spürbar, eine sekundäre Form nach Infekt oder Darmerkrankung, oder ein Reizdarm, der Laktose ähnlich sieht. In einer finnischen Studie hatte nur eine von 42 Personen mit Beschwerden ab 38 Jahren tatsächlich die genetische Veranlagung. Neue Beschwerden im Erwachsenenalter gehören deshalb abgeklärt, bevor Milch vom Speiseplan fliegt.

Frau mit Milchkaffee am Küchentisch, Hand auf dem Bauch: Beschwerden nach Milch sind typisch für Laktoseintoleranz
Blähbauch nach dem Milchkaffee: Die Beschwerden kommen frühestens nach einer halben Stunde und hängen an der Menge, nicht an der Milch an sich.

Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie?

Milchunverträglichkeit ist kein Fachbegriff, dahinter steckt fast immer eins von beidem: Bei der Laktoseintoleranz fehlt ein Enzym, bei der Milcheiweißallergie greift das Immunsystem Kasein oder Molkenprotein an. Die Allergie reagiert schon auf Spuren, kann Haut und Atemwege treffen und im Extremfall lebensbedrohlich werden; sie ist vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern ein Thema und verwächst sich oft. Laktosefreie Milch hilft nur bei der Intoleranz, weil das Milcheiweiß darin bleibt.

Auf einen Blick

Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie: der Unterschied

Beide machen Beschwerden nach Milch, aber aus verschiedenen Gründen und mit verschiedenen Konsequenzen.

LaktoseintoleranzMilcheiweißallergie
Was reagiertEnzym Laktase fehlt im DünndarmImmunsystem gegen Kasein oder Molkenprotein
AuslöserMilchzucker, die Menge entscheidetMilcheiweiß, schon Spuren reichen
BeschwerdenBlähungen, Krämpfe, Durchfall nach 30 Minuten bis 2 StundenHaut, Atemwege, Magen-Darm, bis zum allergischen Schock
WerMeist ab dem JugendalterMeist Säuglinge und Kleinkinder, oft vorübergehend
TestH2-Atemtest beim ArztIgE-Bluttest, Hauttest, Provokation unter Aufsicht
HartkäseFast laktosefrei, meist verträglichEnthält Milcheiweiß, nicht geeignet
Laktosefreie MilchHilftHilft nicht, das Eiweiß bleibt drin
GefährlichNein, unangenehmKann lebensbedrohlich sein

Einordnung nach IQWiG (2024), NIDDK (2018) und DAAB. Bei Beschwerden nach Milch im Säuglingsalter immer kinderärztlich abklären lassen.

02 Erkennen

Laktoseintoleranz-Symptome

Die Symptome spielen sich im Bauch ab und kommen mit Verzögerung. Je mehr Laktose auf einmal, desto stärker; ein Glas Milch nüchtern trifft härter als dieselbe Milch im Müsli. Wer die Beschwerden auch nach Lebensmitteln ohne Milch hat, sollte an andere Ursachen denken.

Typische Symptome und wann sie kommen

Typisch sind aufgeblähter Bauch, Völlegefühl, laute Darmgeräusche, Krämpfe im Unterbauch, starke Blähungen und Durchfall, seltener Übelkeit oder Erbrechen. Sie beginnen frühestens eine halbe Stunde nach dem Essen, sind nach 1,5 bis 2 Stunden am stärksten und können mehrere Stunden anhalten. Danach ist der Spuk vorbei, der Darm nimmt keinen Schaden.

Interaktiv

Passt das zu Laktose?

Tippe an, was auf dich zutrifft. Du siehst dann, wie gut das Muster zu Laktose passt.

Stuhlgang bei Laktoseintoleranz

Der Stuhl wird weich bis wässrig, oft schaumig und mit Stuhldrang, weil unverdauter Milchzucker Wasser in den Darm zieht und die Bakterien Gase und Säuren bilden. Ein säuerlicher Geruch und Blähungen gehören dazu. Blut im Stuhl, Schleim über Wochen oder nächtlicher Durchfall gehören nicht dazu und brauchen eine Abklärung.

Verstopfung, Haut, Müdigkeit: was dazugehört und was nicht

Verstopfung kommt nur manchmal vor, vermutlich wenn die Darmbakterien vor allem Methan bilden; wie häufig das ist, weiß niemand genau. Müdigkeit und Kopfschmerzen nach Milch werden berichtet, der Zusammenhang ist aber nicht gesichert und am ehesten bei Menschen mit Reizdarm beschrieben. Hautausschlag, Juckreiz oder Atemnot nach Milch passen nicht zur Laktoseintoleranz, sondern zur Milcheiweißallergie. Blähungen ohne Milch im Spiel haben oft andere Gründe, etwa eine schnelle Umstellung auf mehr Ballaststoffe.

Wann zum Arzt

Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber, Durchfall in der Nacht oder Beschwerden, die neu nach dem 50. Geburtstag auftreten: Das wird abgeklärt, bevor du mit einem Auslassversuch beginnst. Bei Kindern immer in die kinderärztliche Praxis.

Laktoseintoleranz bei Babys und Kindern

Unter fünf Jahren ist eine Laktoseintoleranz sehr selten, Säuglinge sind auf Milchzucker angewiesen, Muttermilch enthält rund 7 % davon. Durchfall nach Milch beim Baby ist meist eine vorübergehende sekundäre Form nach einem Magen-Darm-Infekt oder eine Kuhmilcheiweißallergie, beides klärt die Kinderärztin. Laktosefreie Säuglingsnahrung gibt es nur bei klarer Indikation. Bei Schulkindern und Jugendlichen zeigt sich die primäre Form, der Atemtest funktioniert dann wie bei Erwachsenen.

03 Verstehen

Was im Darm passiert

Drei Stationen vom Glas Milch bis zum Blähbauch. Wer sie kennt, versteht, warum Menge und Begleitung über die Beschwerden entscheiden.

1

Dünndarm: Laktase spaltet

Normalerweise trennt Laktase den Milchzucker in Glukose und Galaktose, beide gehen ins Blut. Bei Laktoseintoleranz arbeitet nur ein Rest des Enzyms, etwa ein Zehntel des Neugeborenenwerts.

2

Ohne Laktase: Laktose wandert weiter

Was nicht gespalten wird, zieht Wasser mit sich und rutscht in den Dickdarm. Mit einer Mahlzeit passiert das langsamer, deshalb vertragen viele Milch im Essen besser als pur.

3

Dickdarm: Bakterien vergären

Die Darmflora verwertet den Zucker und bildet Wasserstoff, Methan, CO2 und Säuren. Gase blähen, Säuren und Wasser machen den Stuhl flüssig. Den Wasserstoff misst der Atemtest.

04 Klären

Laktoseintoleranz-Test

Erst testen, dann umstellen: Wer Milch auf Verdacht weglässt, nimmt sich Calcium und Jod, ohne zu wissen, ob Laktose überhaupt das Problem ist. In Deutschland ist der H2-Atemtest das Standardverfahren, und er ist eine Kassenleistung.

H2-Atemtest: Ablauf und Vorbereitung

Du kommst nüchtern in die Praxis, trinkst eine Lösung mit 25 g Laktose und pustest über mindestens drei Stunden alle 15 bis 30 Minuten in ein Messgerät. Kann dein Dünndarm den Zucker nicht spalten, vergären ihn die Bakterien im Dickdarm zu Wasserstoff, der über das Blut in die Lunge gelangt. Entscheidend ist die Kombination: Steigt der Wasserstoff und bekommst du dabei deine typischen Beschwerden, steht die Diagnose.

Vor dem Atemtest

8 bis 12 Stunden nüchtern, am Vortag keine Hülsenfrüchte und Vollkornberge, vier Wochen vorher keine Antibiotika, am Testtag nicht rauchen und kein Kaugummi. Sonst verfälscht die Darmflora das Ergebnis.

Test zu Hause: was Selbsttests können

Drogerien, Apotheken und Onlineshops verkaufen Gentests per Wangenabstrich, Atemtest-Kits und IgG-Bluttests. Die Verbraucherzentrale hält Schnelltests für zu Hause nicht für aussagekräftig, ein Ergebnis muss ärztlich bestätigt werden. Der Gentest zeigt nur die Veranlagung, nicht ob du Beschwerden hast, und übersieht jede sekundäre Form. IgG-Tests auf Lebensmittel sind laut Stiftung Warentest sinnlos und führen zu unnötigem Verzicht. Der ehrliche Heimtest ist der Auslassversuch mit Tagebuch (Kapitel 5), und auch der ersetzt den Atemtest nicht.

Welcher Arzt testet auf Laktoseintoleranz?

Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis, die den Atemtest oft selbst macht oder in eine gastroenterologische Praxis überweist; bei Kindern die Kinderärztin. Der H2-Atemtest steht im Leistungskatalog der Krankenkassen (EBM 02401). Als Alternative gibt es den Blutzuckertest, bei dem nach der Laktoselösung gemessen wird, ob der Blutzucker steigt. Fällt der Test negativ aus, obwohl die Beschwerden bleiben, lohnt der Blick auf Fruktose, Histamin oder einen Reizdarm.

Auf einen Blick

Tests im Vergleich: Was welcher Test sagt

Vom Standard in der Praxis bis zum Kit aus dem Internet, sortiert nach dem, was das Ergebnis über dich aussagt.

Was gemessen wirdAussagekraft für dich
H2-AtemtestWasserstoff in der Atemluft nach 25 g Laktose, mindestens 3 StundenHoch: Standard in Deutschland, Kassenleistung; Beschwerden während des Tests zählen mit
Blutzuckertest (Laktosetoleranztest)Blutzucker nach der Laktoselösung, steigt er kaum, fehlt LaktaseMittel: Alternative, wenn der Atemtest nicht möglich ist
Gentest (Blut, Wangenabstrich)Genvariante LCT-13910 C/CMittel: zeigt die Veranlagung, nicht die Beschwerden; übersieht sekundäre Formen
Auslassversuch mit Tagebuch2 bis 4 Wochen ohne Laktose, dann wieder einführenMittel: guter erster Hinweis, aber ohne Blindung anfällig für Erwartung
Selbsttest aus Drogerie oder InternetJe nach Kit Gene, Atemluft oder Stuhl-pHGering: laut Verbraucherzentrale nicht aussagekräftig, ärztlich bestätigen lassen
IgG-Bluttest auf LebensmittelAntikörper gegen Milch und andere LebensmittelKeine: laut Stiftung Warentest sinnlos, führt zu unnötigem Verzicht

Einordnung nach Nordamerikanischem Atemtest-Konsens 2017, Misselwitz 2019, IQWiG 2024, Verbraucherzentrale 2026 und Stiftung Warentest. Keine Marken- oder Händlerbewertung.

05 Essen

Was darf man bei Laktoseintoleranz essen?

Fast alles. Von Natur aus laktosefrei sind Obst, Gemüse, Kartoffeln, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Eier, Fleisch und Fisch, dazu Pflanzendrinks und gereifter Käse. Die Frage ist nicht, was du weglässt, sondern wie viel Milchzucker du auf einmal verträgst.

Was darf man bei Laktoseintoleranz nicht essen?

Viel Laktose steckt in allem, was aus frischer Milch gemacht ist: Milch, Buttermilch, Kefir, Kondensmilch, Sahne, Schmand, Crème fraîche, Frischkäse, Quark, Skyr, Hüttenkäse, Pudding, Milcheis und Milchschokolade. Ein Glas Milch bringt 8 bis 10 g, ein Becher Joghurt etwa 5 g, 125 g Quark 4 g. Meiden musst du das nicht pauschal, sondern dosieren: Was unter deiner Grenze bleibt und zur Mahlzeit kommt, geht meist gut. Streichen musst du nur die großen Portionen pur, etwa das Glas Milch zum Frühstück oder den Milchshake.

Statt … nimm …

Nimm stattdessen
  • Laktosefreie Milch oder Pflanzendrink: unter 0,1 g je Glas; Sojadrink liefert fast so viel Eiweiß wie Milch
  • Hafer- oder Sojacreme, Kokosmilch: 0 g; zwei Esslöffel Sahne vertragen viele trotzdem
  • Gereifter Käse oder Ziegenfrischkäse: Hartkäse unter 0,1 g, Ziegenfrischkäse 1,7 g je 100 g
  • Zartbitterschokolade ab 70 %: 0,1 g je 100 g, Zutatenliste auf Milchpulver prüfen
  • Sorbet oder Fruchteis ohne Milch: 0 g; cremige Sorten mit Sahne prüfen
Statt
  • Vollmilch, 1 Glas: rund 8 bis 10 g Laktose
  • Sahne, Schmand, Crème fraîche: 2 Esslöffel etwa 1 g, in der Sauce schnell mehr
  • Frischkäse, Quark, Skyr: 125 g Quark etwa 4 g
  • Milchschokolade: 3 Rippen etwa 2,4 g, weiße Schokolade 3,4 g
  • Milcheis: 1 Kugel 2 bis 3 g

Werte je Portion aus dem Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 (2025) und USDA, Portionen als Richtwerte.

Versteckte Laktose in Wurst, Brot und Fertiggerichten

Die Allergenkennzeichnung sagt nur „enthält Milch“, nicht wie viel Laktose drin ist. Die Zutatenliste verrät mehr: Molke, Molkenpulver, Magermilchpulver, Milchzucker, Laktose, Sahne, Kondensmilch zeigen Laktose an, Milchsäure, Laktat und Milcheiweiß nicht. Brot und Brötchen vom Bäcker sind in der Regel laktosefrei, Milchbrötchen und Quarkbrot nicht. Bei Wurst lagen in 135 Proben des Bayerischen Landesamts alle unter 0,1 g je 100 g, Fertiggerichte, Tütensuppen, Gewürzmischungen und Instant-Cappuccino können dagegen Molkenpulver enthalten. Je weiter vorn die Zutat steht, desto mehr ist drin.

Mann liest im Kühlregal des Supermarkts die Zutatenliste eines Joghurts auf versteckte Laktose
Molke, Milchpulver, Milchzucker: Die Zutatenliste zeigt versteckte Laktose, das Allergenfeld „Milch“ allein sagt nichts über die Menge.

Wie viel Laktose verträgt man?

Die meisten Menschen mit Laktoseintoleranz vertragen laut EFSA bis zu 12 g Laktose auf einmal, das entspricht etwa 250 ml Milch, ohne oder mit nur leichten Beschwerden. Über den Tag verteilt sind bis zu 24 g möglich, also rund 500 ml Milch in Portionen. Einzelne reagieren schon unter 6 g, andere vertragen deutlich mehr; die Grenze findest du nur durch Ausprobieren. Zur Mahlzeit gegessen oder getrunken verträgt sich Laktose besser, weil Fett und Eiweiß die Magenentleerung bremsen und weniger Milchzucker auf einmal im Darm ankommt.

Laktosefrei ist selten nötig. Wer seine Grenze kennt und Milchprodukte zur Mahlzeit isst, braucht meist weder Spezialprodukte noch Tabletten.

Joerg Hauke, Ernährungsexperte, fachliche Prüfung dieses Artikels

Laktosefreie Milch: gesund oder Nebenwirkungen?

Laktosefreie Milch ist normale Milch, der das Enzym Laktase zugesetzt wurde: Es spaltet den Milchzucker in Glukose und Galaktose, deshalb schmeckt sie etwas süßer, Kalorien, Eiweiß, Fett und Calcium bleiben gleich. Nebenwirkungen sind nicht belegt, auch nicht mehr Zucker, die Gesamtmenge ändert sich nicht. Für Menschen ohne Laktoseintoleranz bringt sie keinen Vorteil. Seit Juni 2026 darf „laktosefrei“ auf Milchprodukten nur stehen, wenn weniger als 0,1 g je 100 g enthalten sind. Ob laktosefreie Milch Beschwerden wirklich besser vermeidet als kleine Mengen normaler Milch, konnte die Forschung bisher nicht zeigen.

Vom Verdacht zur Dauerkost: der Dreiphasen-Plan

  1. Woche 1 bis 4 Karenz

    Milch, Joghurt, Sahne, Frischkäse, Quark und Milcheis weglassen, Hartkäse und Butter dürfen bleiben. Tagebuch führen: Was gegessen, wann Beschwerden. Werden sie deutlich besser, ist Laktose ein Kandidat, den der Atemtest bestätigt.

  2. Danach 2 bis 3 Wochen Testphase

    Schrittweise wieder einführen, erst Joghurt oder Käse, dann ein halbes Glas Milch zur Mahlzeit, dann ein ganzes. Jeden Schritt zwei, drei Tage halten. So findest du deine persönliche Grenze in Gramm.

  3. Dauerhaft Laktosereduziert statt laktosefrei

    Bis 12 g auf einmal, bis 24 g am Tag, möglichst zu Mahlzeiten und verteilt. Calcium im Blick behalten (Kapitel 7). Laktase-Tabletten für Ausnahmen wie das Hotelfrühstück.

  4. Jederzeit Zum Arzt statt weiter testen

    Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Fieber, Durchfall in der Nacht oder keine Besserung nach vier Wochen ohne Laktose: Das klärt die Praxis, nicht der nächste Versuch.

06 Nachschlagen

Laktose-Tabelle: Wie viel Laktose steckt in …?

Die Werte unten stammen aus dem Bundeslebensmittelschlüssel 4.0, der deutschen Nährwertdatenbank, ergänzt um USDA und australische Analysen. Sie sind je 100 g und je üblicher Portion angegeben, damit du mit der 12-g-Regel rechnen kannst.

Welcher Käse ist laktosefrei?

Gereifter Hart- und Schnittkäse: Parmesan, Emmentaler, Bergkäse, Appenzeller, Gouda, Edamer und gereifter Cheddar liegen unter 0,1 g je 100 g, meist unter der Nachweisgrenze, weil die Bakterien die Laktose beim Reifen abbauen. Auch Camembert, Brie, Gorgonzola und Feta enthalten nur wenig. Mehr steckt in allem, was frisch ist: Frischkäse, Quark, Skyr, Hüttenkäse, Ricotta, Mascarpone, Burrata und Schmelzkäse. Mozzarella ist ein Sonderfall: frisch meist kaum nachweisbar, als Pizzakäse bis etwa 1 g. Käse darf nur „laktosefrei“ heißen, wenn er unter 0,1 g bleibt; bei Hartkäse ist das ohnehin der Fall.

Käseplatte: gereifter Hartkäse links, frischer Käse rechts, Laktosegehalt steigt von links nach rechts
Links fast laktosefrei, rechts bis zu 4 g je 100 g: Je länger Käse reift, desto weniger Milchzucker bleibt übrig.

Butter, Joghurt und Quark bei Laktoseintoleranz

Butter enthält etwa 0,6 g je 100 g, also 0,06 g auf dem Brot, und ist damit für fast alle unproblematisch, Butterschmalz sogar ganz laktosefrei. Joghurt liegt bei 3 bis 5 g je 100 g, die Kulturen bauen nur einen Teil ab, und cremige Sorten mit Magermilchpulver haben mehr, ohne dass es in der Zutatenliste stehen muss. Quark, Skyr und Hüttenkäse bringen 3 bis 4 g je 100 g, eine 125-g-Portion also rund 4 g. Kefir und Buttermilch liegen auf Milchniveau.

Brot, Schokolade, Bier und Eier

Brot, Brötchen und Toast sind laut BLS-Analyse laktosefrei, nur Milchbrötchen, Croissants und Brot mit Quark enthalten etwas. Eier haben nichts mit Milch zu tun und enthalten keine Laktose, dasselbe gilt für Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse. Bier nach Reinheitsgebot ist laktosefrei, nur Milk Stout bekommt Milchzucker zugesetzt. Bei Schokolade entscheidet die Sorte: Milchschokolade 9,6 g, weiße 13,6 g, Zartbitter 0,1 g je 100 g.

Interaktiv

Wie viel Laktose steckt in …?

Über 100 Lebensmittel mit Laktose je 100 g und je Portion. Tipp Mozzarella, Skyr, Brötchen oder Bier ein oder filtere nach Gruppe. Grün unter 1 g je Portion, Gelb 1 bis 5 g, Rot über 5 g.

  • Bier Pils, Weizenbier, Helles 0 g1 Glas (500 ml) = 0 g; Bier nach Reinheitsgebot enthält keine Milch, nur Milk Stout bekommt Milchzucker zugesetzt (BLS 4.0)
  • Buttermilch 4,7 g1 Glas (200 ml) = 9,5 g (BLS 4.0)
  • Cappuccino Milchkaffee, Latte macchiato 3,1 g1 Tasse (150 ml) = 4,7 g (BLS 4.0)
  • Fettarme Milch 1,5 % Milch fettarm 3,9 g1 Glas (200 ml) = 7,7 g (BLS 4.0)
  • H-Milch haltbare Milch 4,2 g1 Glas (200 ml) = 8,4 g (BLS 4.0)
  • Instant-Cappuccino Cappuccino-Pulver 1,4 g1 Tasse (200 ml) = 2,8 g (BLS 4.0)
  • Kaffee schwarz Espresso, Filterkaffee 0 g1 Tasse = 0 g; die Laktose kommt erst mit der Milch (BLS 4.0)
  • Kakao Schokomilch, Milchmischgetränk 3,7 g1 Flasche/Tasse (250 ml) = 9,2 g (BLS 4.0)
  • Laktosefreie Milch unter 0,1 g1 Glas (200 ml) = unter 0,2 g; Messungen meist um 0,02 g/100 g (BLS 4.0, LGL)
  • Magermilch entrahmte Milch 4,8 g1 Glas (200 ml) = 9,6 g (BLS 4.0)
  • Magermilchpulver Milchpulver, in Zutatenlisten 50,5 g2 EL (10 g) = 5 g (BLS 4.0)
  • Molke Süßmolke, Molkegetränk 4,7 g1 Glas (200 ml) = 9,4 g (BLS 4.0)
  • Molkenpulver Süßmolkenpulver, in Zutatenlisten 72,8 g10 g = 7,3 g (BLS 4.0)
  • Schafmilch 4,4 g1 Glas (200 ml) = 8,9 g (BLS 4.0)
  • Vollmilch, frisch Kuhmilch, Milch, Frischmilch 3,9 bis 5 g1 Glas (200 ml) = 8 bis 10 g; BLS-Analyse 3,9, USDA 5,1 (BLS 4.0, USDA)
  • Ziegenmilch 4,2 g1 Glas (200 ml) = 8,4 g (BLS 4.0)
  • Dickmilch Sauermilch 4 g1 Glas (200 ml) = 8 g (BLS 4.0)
  • Fruchtjoghurt 3,2 g1 Becher (150 g) = 4,8 g (BLS 4.0)
  • Griechischer Joghurt Joghurt griechischer Art 2,5 g1 Becher (150 g) = 3,8 g (USDA)
  • Joghurt fettarm 1,5 % 4,7 g1 Becher (150 g) = 7,1 g (BLS 4.0)
  • Joghurt mit Magermilchpulver cremiger Joghurt 5 g1 Becher (150 g) = 7,5 g (BLS 4.0)
  • Kefir 3,3 g1 Glas (200 ml) = 6,7 g (BLS 4.0)
  • Laktosefreier Joghurt unter 0,1 g1 Becher (150 g) = unter 0,15 g; Labelgrenze der MilchPQV (BLS 4.0)
  • Naturjoghurt 3,5 % Joghurt 3,3 g1 Becher (150 g) = 5 g (BLS 4.0)
  • Sahnejoghurt Rahmjoghurt 3,7 g1 Becher (150 g) = 5,5 g (BLS 4.0)
  • Burrata 1,4 bis 1,6 g1 Kugel (125 g) = 1,8 bis 1,9 g; frisch gemessen, bei Lagerung sinkt der Wert (Natrella 2023)
  • Frischkäse Doppelrahmfrischkäse, Streichkäse natur 3,7 g1 EL/Brotbelag (30 g) = 1,1 g (BLS 4.0)
  • Hüttenkäse körniger Frischkäse, Cottage Cheese 3,3 g1 Portion (100 g) = 3,3 g (BLS 4.0)
  • Magerquark Quark, Speisequark, Topfen 3,3 g1 Portion (125 g) = 4,2 g (BLS 4.0)
  • Mascarpone 3,4 g2 EL (30 g) = 1 g (BLS 4.0)
  • Quark 20 % Halbfettquark 2,7 g1 Portion (125 g) = 3,4 g (BLS 4.0)
  • Ricotta 3,4 g1 Portion (50 g) = 1,7 g (BLS 4.0)
  • Schmelzkäse streichfähig Streichkäse, Kochkäse 4,1 g1 Portion Streichkäse (20 g) = 0,82 g (BLS 4.0)
  • Skyr 3,1 g1 Becher (150 g) = 4,7 g (BLS 4.0)
  • Ziegenfrischkäse 1,7 g1 EL/Brotbelag (30 g) = 0,52 g (BLS 4.0)
  • Brie unter 0,1 g1 Stück/Scheibe (30 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Camembert unter 0,2 g1 Stück (30 g) = praktisch 0 g; je nach Fettstufe nicht nachweisbar bis 0,1 g (BLS 4.0)
  • Feta Schafskäse, Hirtenkäse 0,4 g1 Portion (50 g) = 0,2 g (AFCD)
  • Gorgonzola Blauschimmelkäse unter 0,1 g1 Portion (30 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Mozzarella unter 0,2 bis 1,1 g1 Kugel (125 g): frisch meist nicht nachweisbar, Pizzakäse bis 1,4 g; nicht pauschal laktosefrei (BLS 4.0, USDA)
  • Ziegenweichkäse Ziegenkäse 0,4 g1 Portion (30 g) = 0,12 g (BLS 4.0)
  • Cheddar Chester 0,15 g1 Scheibe (30 g) = 0,04 g (BLS 4.0)
  • Edamer 0 g1 Scheibe (30 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Gouda unter 0,1 g1 Scheibe (30 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Halloumi Grillkäse 1 g1 Scheibe (50 g) = 0,5 g; analysierte Sammelprobe, nicht laktosefrei (AFCD)
  • Scheiblettenkäse Schmelzkäse schnittfest, Toastkäse 5 g1 Scheibe (20 g) = 1 g (BLS 4.0)
  • Ziegenschnittkäse Ziegengouda unter 0,1 g1 Scheibe (30 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Appenzeller unter 0,1 g1 Scheibe (30 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Bergkäse unter 0,1 g1 Scheibe (30 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Emmentaler unter 0,1 g1 Scheibe (30 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Parmesan Grana Padano unter 0,1 g1 EL gerieben (10 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Butter 0,6 g10 g aufs Brot = 0,06 g; nie ganz laktosefrei, aber im Alltag unerheblich (BLS 4.0)
  • Butterschmalz Ghee 0 g1 TL (10 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Margarine 0,2 g10 g = 0,02 g; manche Margarinen enthalten Milchbestandteile, Zutatenliste prüfen (BLS 4.0)
  • Crème fraîche 2,5 g2 EL (30 g) = 0,77 g (BLS 4.0)
  • Fruchteis Sorbet, Wassereis 0 g1 Kugel (60 g) = 0 g ohne Milchzutat; cremige Fruchteis-Sorten können Milch enthalten (BLS 4.0)
  • Kaffeesahne Kondensmilch 10 % 4 g1 Portionspackung (10 g) = 0,41 g (BLS 4.0)
  • Milchreis 3,4 g1 Portion (200 g) = 6,9 g (BLS 4.0)
  • Pudding Vanillepudding 3,6 g1 Schälchen (150 g) = 5,4 g (BLS 4.0)
  • Schlagsahne 30 % Sahne, Obers 3,3 g1 Klecks/EL (30 g) = 0,98 g (BLS 4.0)
  • Schmand Sauerrahm, saure Sahne 3 g2 EL (30 g) = 0,9 g (BLS 4.0)
  • Schokoladeneis 4,3 g1 Kugel (60 g) = 2,6 g (BLS 4.0)
  • Vanilleeis Milcheis, Speiseeis 3 g1 Kugel (60 g) = 1,8 g (BLS 4.0)
  • Vanillesauce 3,5 g1 Portion (50 g) = 1,8 g (BLS 4.0)
  • Bitterschokolade ab 70 % unter 0,1 g3 Stück/Rippen (25 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Butterkekse Kekse 0,46 g3 Kekse (25 g) = 0,12 g (BLS 4.0)
  • Chips Kartoffelchips 0,2 g1 Handvoll (30 g) = 0,05 g; gewürzte Sorten können Molkenpulver enthalten (BLS 4.0)
  • Croissant 1,1 g1 Stück (60 g) = 0,64 g (BLS 4.0)
  • Kakaopulver Trinkschokolade unter 0,1 g2 TL (15 g) = praktisch 0 g; gilt für das gemessene Produkt, Instantkakao mit Milchpulver ist anders (BLS 4.0)
  • Milchbrötchen 1 g1 Stück (60 g) = 0,61 g (BLS 4.0)
  • Milchschokolade 9,6 g3 Stück/Rippen (25 g) = 2,4 g (BLS 4.0)
  • Müsliriegel unter 0,1 g1 Riegel (25 g) = praktisch 0 g; Sorten mit Joghurtüberzug oder Milchpulver prüfen (BLS 4.0)
  • Nuss-Nougat-Creme Schokoaufstrich 4,2 g1 EL/Brotbelag (15 g) = 0,63 g (BLS 4.0)
  • Pfannkuchen Eierkuchen, Palatschinken 2,2 g1 Pfannkuchen (120 g) = 2,7 g (BLS 4.0)
  • Vollmilchschokolade Schokolade 9,6 g3 Stück/Rippen (25 g) = 2,4 g (BLS 4.0)
  • Weiße Schokolade 13,6 g3 Stück/Rippen (25 g) = 3,4 g (BLS 4.0)
  • Zartbitterschokolade Halbbitter, dunkle Schokolade 0,1 g3 Rippen (25 g) = 0,03 g; kann Milchfett oder Milchpulverspuren enthalten (BLS 4.0)
  • Brötchen Semmel, Weizenbrötchen unter 0,1 g1 Brötchen (55 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Haferflocken Müsli, Porridge trocken 0 g40 g = 0 g; mit Milch zubereitet zählt die Milch (BLS 4.0)
  • Kartoffelpüree mit Milch Kartoffelbrei 3,9 g1 Portion (200 g) = 7,9 g (BLS 4.0)
  • Quarkbrot Brot mit Quark 0,21 g1 Scheibe (50 g) = 0,1 g (BLS 4.0)
  • Roggenmischbrot Graubrot, Bauernbrot unter 0,1 g1 Scheibe (50 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Toastbrot Buttertoast unter 0,1 g1 Scheibe (25 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Weißbrot Weizenbrot, Baguette unter 0,1 g1 Scheibe (50 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Béchamelsauce helle Sauce, Lasagne 4,1 g1 Portion (100 g) = 4,1 g (BLS 4.0)
  • Gemüsebrühe Brühwürfel unter 0,1 g1 TL (5 g) = praktisch 0 g; einzelne Brühpulver nutzen Laktose als Trägerstoff (BLS 4.0)
  • Ketchup unter 0,1 g1 EL (15 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Leberkäse Fleischkäse unter 0,1 g1 Scheibe (100 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Leberwurst unter 0,1 g1 Portion (30 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Lyoner Fleischwurst unter 0,1 g2 Scheiben (30 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Pizza mit gereiftem Käse Pizza quattro formaggi unter 0,1 g1 Pizza (300 g) = praktisch 0 g, berechnet mit gereiftem Käse; mit Mozzarella oder Frischkäse mehr (BLS 4.0)
  • Salami 0 g3 Scheiben (20 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Teewurst unter 0,1 g1 Portion (30 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Tomatensuppe gebunden Cremesuppe 0,11 g1 Teller (250 g) = 0,27 g (BLS 4.0)
  • Wiener Würstchen Frankfurter unter 0,1 g1 Paar (100 g) = praktisch 0 g; 135 Wurstproben des LGL lagen alle unter 0,1 g, trotzdem Zutatenliste prüfen (BLS 4.0)
  • Haferdrink Hafermilch 0 g1 Glas (200 ml) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Mandeldrink Mandelmilch 0 g1 Glas (200 ml) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Reisdrink Reismilch 0 g1 Glas (200 ml) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Sojadrink Sojamilch unter 0,1 g1 Glas (200 ml) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Sojajoghurt Joghurtalternative unter 0,1 g1 Becher (150 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Tofu unter 0,1 g1 Portion (100 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Veganer Käse Käsealternative 0 g1 Scheibe (30 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Apfel Obst unter 0,1 g1 Apfel (150 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Banane unter 0,1 g1 Banane (120 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Eier Hühnerei 0 g1 Ei Größe M (60 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Honig 0 g1 EL (20 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Hähnchenbrust Fleisch, naturbelassen 0 g125 g = 0 g; gilt für naturbelassenes Fleisch, nicht für Marinaden und Panaden (BLS 4.0)
  • Lachs Fisch 0 g1 Portion (125 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
  • Räucherlachs unter 0,1 g1 Portion (50 g) = praktisch 0 g (BLS 4.0)
07 Alltag

Calcium, Laktase-Tabletten und Alltag

Wer weniger Milchprodukte isst, muss drei Nährstoffe im Blick behalten: Calcium, Jod und Vitamin B2. Milch ist in Deutschland für alle drei eine Hauptquelle. Das ist kein Grund, Milch auf Verdacht zu meiden, aber ein Grund, den Ersatz bewusst zu wählen.

Calcium ohne Milch

Erwachsene brauchen laut DGE 1.000 mg Calcium am Tag, Jugendliche 1.200 mg. Wer Milch und Joghurt weglässt und nichts dafür einsetzt, landet leicht bei der Hälfte, und über Jahre erhöht das vermutlich das Risiko für Knochenbrüche. Die einfachsten Quellen ohne Laktose: gereifter Käse (30 g Emmentaler liefern mehr als ein Glas Milch), laktosefreie Milch, angereicherte Pflanzendrinks, Tofu mit Calciumsulfat, Grünkohl, Sesam, Mohn und calciumreiches Mineralwasser ab 150 mg je Liter. Mehr dazu im Artikel Calciummangel.

Milch liefert außerdem Jod und Vitamin B2; beides deckst du mit Jodsalz, Seefisch, Eiern, Käse und Vollkorn.

Calcium je Portion: ohne Milch und laktosearm

  1. Tofu mit Calciumsulfat (100 g): 683 mg
  2. Grünkohl, gekocht (150 g): 420 mg
  3. Sojadrink, angereichert (200 ml): 240 mg
  4. Haferdrink, angereichert (200 ml): 240 mg
  5. Mohn (1 EL, 10 g): 141 mg
  6. Chinakohl, gekocht (150 g): 134 mg
  7. Feigen, getrocknet (3 Stück): 92 mg
  8. Chiasamen (1 EL, 15 g): 88 mg
  9. Sesam (1 EL, 10 g): 78 mg
  10. Rucola (Handvoll, 30 g): 65 mg

Werte je Portion wie auf dem Teller, Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 und USDA. Tofu mit Nigari liefert nur 282 mg, Gerinnungsmittel steht auf der Zutatenliste. Angereicherte Drinks vor dem Trinken schütteln, Bio-Drinks sind meist nicht angereichert.

Laktase-Tabletten: wann sie helfen

Laktase-Präparate liefern das Enzym von außen, frei verkäuflich als Nahrungsergänzungsmittel. Die Studien sind klein und zeigen einen bescheidenen Effekt: Bei 20 bis 25 g Laktose sinken Wasserstoff und Beschwerden etwas, bei 50 g bringt die Tablette nichts mehr. Sie taugen für Ausnahmen wie das Hotelfrühstück, nicht als Dauerlösung, eingenommen direkt zur Mahlzeit. Kinder, Schwangere und Stillende fragen vorher in der Praxis. Probiotika gegen Laktoseintoleranz sind nicht belegt.

Medikamente enthalten Laktose oft als Füllstoff, aber im Milligrammbereich: Bis 400 mg je Dosis gelten als unbedenklich. Nie deshalb ein Medikament absetzen, lieber in der Apotheke nach einer Alternative fragen. Im Restaurant gilt die Allergenpflicht auch für unverpackte Ware, du darfst nach „Milch“ fragen.

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Für Tage, an denen das Kochen ausfällt, ist eine pflanzliche Trinkmahlzeit eine einfache Lösung: Sie enthält keine Milchbestandteile, ist damit von Natur aus laktosefrei und liefert trotzdem eine komplette Mahlzeit mit Eiweiß, Ballaststoffen und 26 Vitaminen und Mineralstoffen. Wer den Milchkaffee am Morgen ersetzt, bekommt so auch das Eiweiß wieder herein, das mit der Milch wegfällt.

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Häufige Fragen zu Laktoseintoleranz

Kann eine Laktoseintoleranz wieder weggehen?

Die genetische Form nicht, sie lässt sich aber so gut steuern, dass die meisten beschwerdefrei leben. Die sekundäre Form verschwindet oft, wenn die Ursache behandelt ist: nach einem Darminfekt in Wochen, bei Zöliakie nach 6 bis 12 Monaten glutenfreier Kost.

Warum wird man plötzlich laktoseintolerant?

Meist war die Veranlagung schon da und fiel erst mit mehr Milch auf, oder ein Infekt, eine Zöliakie oder Morbus Crohn haben die Darmschleimhaut geschädigt. Nach dem 20. Lebensjahr entsteht die genetische Form nur selten neu. Neue Beschwerden gehören deshalb abgeklärt.

Was passiert, wenn man trotz Laktoseintoleranz Milchprodukte isst?

Blähungen, Krämpfe und Durchfall für einige Stunden, dann ist es vorbei. Der Darm nimmt keinen Schaden, und kleine Mengen bis 12 g zur Mahlzeit vertragen die meisten ohnehin. Nur bei der sehr seltenen angeborenen Form ist Laktose wirklich tabu.

Kann Laktoseintoleranz zu Gewichtszunahme führen?

Dafür gibt es keinen Beleg. Der Blähbauch sieht nach mehr Gewicht aus, ist aber Gas und Wasser. Wer Milch durch Süßes oder Fertigprodukte ersetzt, nimmt dadurch zu, nicht durch die Intoleranz. Eher droht Gewichtsverlust, wenn Durchfall über Wochen anhält.

Darf ich Bananen essen, wenn ich laktoseintolerant bin?

Ja. Bananen enthalten wie alles Obst, Gemüse, Getreide, Fleisch, Fisch und Eier keine Laktose. Milchzucker kommt nur aus Milch und daraus gemachten Produkten. Wer nach Obst Blähungen bekommt, sollte eher an Fruktose denken.

Darf man bei einer Laktoseintoleranz Bier trinken?

Ja. Bier nach dem Reinheitsgebot besteht aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe und enthält keine Laktose. Die Ausnahme sind Milk Stouts und einige Craft-Biere, denen Milchzucker zugesetzt wird; das steht in der Zutatenliste.

Enthält Muttermilch Laktose?

Ja, rund 7 g je 100 ml, mehr als Kuhmilch. Säuglinge bilden viel Laktase und sind auf Milchzucker angewiesen. Eine stillende Mutter muss bei Laktoseintoleranz nichts an ihrer Ernährung ändern, die Laktose wird in der Brustdrüse gebildet, nicht aus der Nahrung übernommen.

Wie lange braucht der Darm, um sich von Laktose zu erholen?

Die Beschwerden halten einige Stunden an, spätestens am nächsten Tag ist der Darm wieder im Normalzustand, er wurde nicht geschädigt. Nur bei der sekundären Form braucht die Schleimhaut Zeit, bei Zöliakie zum Beispiel 6 bis 12 Monate glutenfrei.

Quellen · 33 Quellen anzeigen
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  2. IQWiG: Ursachen und Diagnose von Laktoseintoleranz. gesundheitsinformation.de, 6. November 2024.
  3. IQWiG: Ernährung bei Laktoseintoleranz. gesundheitsinformation.de, 6. November 2024.
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  22. Milchproduktqualitätsverordnung (MilchPQV) vom 24. November 2025, § 58 Kennzeichnung mit dem Hinweis „laktosefrei“. In Kraft seit 14. Juni 2026.
  23. Lebensmittelchemische Gesellschaft (GDCh): Positionspapier „laktosefrei“ und „galaktosefrei“. August 2018.
  24. Verbraucherzentrale: Laktosefreie Lebensmittel: nicht für jeden sinnvoll. Stand 11. Juni 2026.
  25. Verbraucherzentrale NRW: Hafer, Kokos, Mandel, Reis, Soja: Milch-Alternativen unter der Lupe. Marktcheck 2024, Stand 24. Februar 2026.
  26. Stiftung Warentest: Nahrungsmittelunverträglichkeit: Alarm aus dem Darm. test.de.
  27. Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL): „Laktosefreie“ Produkte: Wie verlässlich sind Angaben? Untersuchungsergebnisse 2012 bis 2015.
  28. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM), GOP 02401 H2-Atemtest. Stand 1. Quartal 2025.
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  32. Food Standards Australia New Zealand (FSANZ): Australian Food Composition Database (AFCD) Release 3, Dezember 2025. Feta, Halloumi, Camembert.
  33. Natrella G. et al.: Effect of Protective Culture and Modified Atmosphere Packaging on the Shelf Life of Burrata Cheese. Foods 2023; 12(9): 1867.
Gregor Aßlaber
Gregor AßlaberAutor · Redakteur Saturo

Schreibt seit 2019 für Saturo über Ernährung, Nährstoffe und die Frage, wie gute Versorgung im Alltag praktisch funktioniert.

Joerg Hauke
Joerg HaukeFachliche Prüfung · Ernährungsexperte

Hat diesen Artikel am 20. Oktober 2026 auf fachliche Richtigkeit geprüft. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.