NährstoffmangelEiner von 30 Artikeln zum Thema

Vitamin-B1-Mangel: Symptome, Ursachen und Behandlung

Kribbeln in den Füßen, Müdigkeit, Herzrasen, und gehört starkes Schwitzen dazu? Vitamin B1 macht aus Zucker Energie für Nerven und Herz, der Körper speichert es nur wenige Wochen. Welche Symptome belegt sind, wie viel du brauchst und wo es drinsteckt.

Vitamin-B1-Quellen im Überblick: Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Vollkornbrot, Erbsen und Linsen aus der Pflanzenwelt, Schweinefilet und Forelle als tierische Lieferanten
B1Thiamin
Vitamin-B1-Quellen im Überblick: Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Vollkornbrot, Erbsen und Linsen aus der Pflanzenwelt, Schweinefilet und Forelle als tierische Lieferanten.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Tagesbedarf
1,0–1,3mg

Empfohlene Zufuhr der DGE: Frauen 1,0 mg, Männer je nach Alter 1,1 bis 1,3 mg am Tag. Ein Schweineschnitzel deckt das allein, ohne Fleisch braucht es Vollkorn, Hülsenfrüchte und Samen.

Vorrat reicht
2–6 Wochen

Der Körper speichert nur 30 bis 50 mg Thiamin. Ohne Zufuhr ist der Vorrat je nach Ausgangslage in 18 Tagen bis sechs Wochen aufgebraucht. Deshalb geht es nach Magen-OP oder bei anhaltendem Erbrechen so schnell.

Unter der Empfehlung
32 %

der Frauen und 21 % der Männer erreichen laut Nationaler Verzehrsstudie die empfohlene Zufuhr nicht, bei Frauen über 65 sind es 40 %. Zu wenig auf dem Teller, noch kein Mangel im Blut.

Schwitzen
Kein Frühzeichen

Starkes Schwitzen steht nur bei der schweren Herzform des Mangels in den Lehrbüchern, nie am Anfang. Über den Schweiß geht kaum Vitamin B1 verloren; bei Sport steigt der Bedarf über die Kalorien.

01 Erkennen

Vitamin-B1-Mangel Symptome: Woran du ihn erkennst

Vitamin B1, auch Thiamin, ist der Zündschlüssel der Zuckerverbrennung: Ohne es gewinnen Nerven, Gehirn und Herz keine Energie aus Kohlenhydraten. Deshalb beginnt ein Mangel leise mit Müdigkeit trotz Schlaf, Reizbarkeit, schlechtem Gedächtnis, wenig Appetit und Gewichtsverlust, geht dann auf die Nerven (Kribbeln in den Füßen), das Herz (Herzrasen, geschwollene Knöchel) und bei schwerem Mangel aufs Gehirn (Verwirrtheit, Augenzittern). Bei Gesunden ist er selten; gefährdet sind Menschen mit viel Alkohol, nach Magen-OP, mit Diabetes, Essstörung oder wochenlangem Erbrechen. Schwitzen, Wechseljahre und Gewichtszunahme gehören nicht zu den belegten Symptomen.

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Welche Anzeichen kennst du von dir?

Tippe an, was auf dich zutrifft. Du siehst dann, wie viele typische Anzeichen zusammenkommen.

Vitamin-B1-Mangel Symptome Kribbeln: Nerven in Händen und Füßen

Das typischste Symptom: Kribbeln, Taubheit und Brennen, zuerst in Zehen und Fußsohlen, später an den Händen, beidseitig wie Strümpfe und Handschuhe. Ärzt:innen nennen das Polyneuropathie, der alte Name ist trockene Beriberi; dazu kommen Wadenkrämpfe, schwache Beine und ein unsicherer Gang. Die längsten Nervenfasern brauchen am meisten Energie und fallen zuerst aus. Wichtig: Kribbeln in den Füßen hat zwei viel häufigere Ursachen, Diabetes und Vitamin-B12-Mangel. Wer Kribbeln hat, lässt deshalb Blutzucker, B12 und B1 zusammen bestimmen.

Herz, Kreislauf und Augen

Der Herzmuskel lebt fast nur von Zuckerenergie und meldet sich früh: Die Gefäße weiten sich, das Herz rast, die Haut ist warm und feucht, später kommen Ödeme an den Knöcheln, Atemnot im Liegen und in schweren Fällen ein Herzversagen innerhalb von Tagen (feuchte Beriberi). Der Blutdruck ist dabei nicht hoch, sondern der Pulsdruck weit. Die Augen sind kein Sehproblem, sondern ein Bewegungsproblem: Beim schweren Mangel kommt es zu Augenzittern und Doppelbildern, die sich unter Thiamin in Stunden bessern.

Frau wischt sich nach dem Laufen Schweiß von der Stirn: Starkes Schwitzen ist kein typisches Zeichen eines Vitamin-B1-Mangels
Schwitzen bringt die meisten Leser:innen zu diesem Artikel. Die ehrliche Antwort: Es ist kein Frühzeichen eines Mangels, und über den Schweiß geht kaum Vitamin B1 verloren.

Vitamin B1 Schwitzen: Macht ein Mangel schweißnass?

Nein, in aller Regel nicht. Wer stark schwitzt und sonst gesund ist, hat sehr wahrscheinlich keinen Vitamin-B1-Mangel. Belegt sind zwei Dinge: Schwitzen ist ein Zeichen der feuchten Beriberi, zusammen mit Herzrasen und warmer Haut, also ein Spätzeichen, nie allein. Und Schweißausbrüche stehen in der Fachinformation von B1-Spritzen als seltene Nebenwirkung. Nicht belegt: ein nennenswerter Verlust über den Schweiß (eine Studie von 1943, nie bestätigt), eine Wirkung gegen Hitzewallungen, und der Mücken-Mythos, den eine Übersicht über 104 Studien 2022 widerlegt hat. Wer viel schwitzt, sucht die Ursache bei Wechseljahren, Schilddrüse, Infekten, Unterzucker oder Medikamenten, nicht bei B1, B12 oder Folsäure.

Faktencheck

Schwitzen und Vitamin B1: Was stimmt

Sechs Behauptungen aus dem Netz und die Studienlage dazu.

Was die Studien sagenEinstufung
Schwitzen als FrühzeichenIn keinem Referenzwerk; Frühzeichen sind Müdigkeit, Reizbarkeit, AppetitUnbelegt
Schwitzen bei schwerem MangelZeichen der feuchten Beriberi neben Herzrasen und warmer Haut (MSD Manual)Belegt
Schwitzen nach B1-SpritzeSeltene Überempfindlichkeit laut Fachinformation; bei Tabletten kaum beschriebenBelegt, selten
Verlust über den SchweißEine Studie von 1943: 5 bis 15 %, keine moderne BestätigungMöglich
B1 gegen Hitzewallungen, HyperhidroseKeine einzige Studie gefundenUnbelegt
B1 gegen MückenÜbersichtsarbeit 2022 über 104 Quellen: wirkt in keiner DosisWiderlegt

Nach MSD Manual, Fachinformation Vitamin B1-ratiopharm Injektionslösung, Cornbleet 1943, Shelomi 2022. Stand 23. September 2026.

Vitamin-B1-Mangel Symptome bei Frauen

Die Symptome sind gleich, die Risiken nicht. Der wichtigste Grund ist das schwere Schwangerschaftserbrechen: Wer wochenlang kaum etwas bei sich behält, leert die kleinen Speicher, in Einzelfällen bis zur Wernicke-Enzephalopathie (Kapitel 7). Dazu kommen der höhere Bedarf in Schwangerschaft und Stillzeit (1,2 bis 1,3 mg), Essstörungen und Magenoperationen zum Abnehmen. Laut Nationaler Verzehrsstudie erreichen 32 % der Frauen die empfohlene Zufuhr nicht, ab 65 sind es 40 %; zu wenig auf dem Teller, kein nachgewiesener Mangel. Nicht dazu gehören Wechseljahre: Für Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen gibt es keine Studie, die B1 als Ursache zeigt, ebenso wenig für Haarausfall und Gewichtszunahme.

Beriberi und Wernicke-Enzephalopathie: Wenn der Mangel schwer wird

Beriberi ist der alte Name der schweren Mangelkrankheit: trocken für die Nerven, feucht für das Herz. Die gefährlichste Form ist die Wernicke-Enzephalopathie: In energiehungrigen Hirnregionen übersäuert das Gewebe und schwillt an.

Vom ersten Zeichen bis zum Notfall

  1. 1 FrühzeichenTage bis Wochen

    Müdigkeit, Reizbarkeit, wenig Appetit, schlechter Schlaf. Unspezifisch, aber bei Risikofaktor der Moment für einen Blutwert.

  2. 2 Trockene BeriberiWochen

    Kribbeln und Brennen in Zehen und Fußsohlen, Wadenkrämpfe, schwache Beine. Die Nerven erholen sich über Monate.

  3. 3 Feuchte BeriberiTage

    Herzrasen, warme feuchte Haut, geschwollene Knöchel, Atemnot im Liegen. Kann in Tagen zum Herzversagen werden, spricht auf Thiamin in Stunden an.

  4. 4 Wernicke-KorsakowNotfall

    Verwirrtheit, Augenzittern, Doppelbilder, Gangunsicherheit. Sofort hochdosiert Thiamin, bevor Zucker gegeben wird.

Nach MSD Manual, Frontiers in Neurology 2025 und Thomson 2009. Bei Risikogruppen entsteht die Wernicke-Enzephalopathie oft ohne vorherige Beriberi-Zeichen.

Die klassischen Wernicke-Zeichen sind Verwirrtheit, Augenbewegungsstörungen und Gangunsicherheit, aber alle drei zusammen zeigen nur 10 bis 16 % der Betroffenen, bis zu 19 % keines. Deshalb wird sie laut Autopsiestudien in etwa 80 % der Fälle zu Lebzeiten übersehen; zwei von vier Kriterien reichen für die Behandlung. Unbehandelt stirbt bis zu jede fünfte Person, 85 % der Überlebenden behalten das Korsakow-Syndrom mit dauerhaften Gedächtnislücken.

Sofort in die Notaufnahme

Plötzliche Verwirrtheit, Augenzittern oder Doppelbilder, unsicherer Gang, oder Atemnot mit geschwollenen Beinen und Herzrasen, besonders bei viel Alkohol, im Entzug, nach Magen-OP, bei Essstörung oder wochenlangem Erbrechen: Notruf 112 oder direkt in die Notaufnahme, und dort sagen, dass ein Vitamin-B1-Mangel möglich ist. Thiamin kommt als Infusion, immer vor jeder Zucker-Infusion.

02 Ursachen

Vitamin-B1-Mangel Ursachen: Wer wirklich gefährdet ist

Ein Mangel entsteht auf vier Wegen: zu wenig Zufuhr (einseitige Kost, Essstörung, Alkohol statt Essen), schlechte Aufnahme (Alkohol bremst die Darmtransporter, Magen-OP verkürzt den Weg), mehr Verbrauch (Schwangerschaft, viel Zucker, Wiederaufbau nach Hungerphasen) und mehr Verlust (Diabetes, Entwässerungstabletten, Dialyse, Erbrechen). Meist kommen zwei zusammen. Zuerst dein Bedarf, dann die Wege, dann drei Fragen, ob dich einer betrifft.

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Wie viel Vitamin B1 brauchst du pro Tag?

1,0mg pro Tag

Frau ab 19: 1,0 mg am Tag, in jedem Alter. 150 g Schweinefilet liefern 1,5 mg; ohne Fleisch kommen 50 g Haferflocken, 150 g Erbsen und 30 g Sonnenblumenkerne zusammen auf 1,06 mg.

Vitamin-B1-Mangel durch Alkohol: Warum Trinken B1 raubt

Alkohol ist in Industrieländern Ursache Nummer eins, über drei Wege zugleich: weniger Essen, denn Bier und Wein enthalten praktisch kein B1; schlechtere Aufnahme, weil Alkohol die Transporter in der Darmwand bremst, bei mangelernährten Alkoholkranken kommt von einer Tablette weniger als ein Drittel an; und weniger Verwertung in der geschädigten Leber, oft zusammen mit einem Magnesiummangel, der die B1-Enzyme blockiert. Am gefährlichsten ist der Entzug und jede Glukose-Infusion ohne Thiamin, weil der anlaufende Zuckerstoffwechsel den letzten Rest verbraucht (Kapitel 7).

Diabetes und Entwässerungstabletten: Verlust über die Niere

Der zweite Weg ist die Niere. Bei Diabetes wird Thiamin 16- bis 24-fach schneller ausgeschieden, die Plasmaspiegel lagen in einer britischen Studie um 75 % unter denen Gesunder; eine Metaanalyse von 2023 bestätigt die Richtung. Menschen mit Diabetes und Kribbeln in den Füßen haben also zwei Gründe für den B1-Wert. Dasselbe gilt für Furosemid und andere Schleifendiuretika bei Herzschwäche, deren Fachinformation den Thiaminverlust ausdrücklich nennt, und für die Dialyse. Für Metformin gibt es nur einen Laborbefund, keinen nachgewiesenen Mangel beim Menschen.

Magen-OP, Erbrechen, Essstörungen und die Falle des Wiederaufbaus

Alles, was den Dünndarm umgeht oder leert, ist ein Risiko. Nach Magenbypass oder Schlauchmagen hatten laut Metaanalyse 2023 schon vor der OP 7 % einen Mangel, drei Monate danach 19 %. Wochenlanges Erbrechen und Essstörungen leeren die Speicher in Wochen. Die unbekannte Falle ist das Refeeding-Syndrom: Wer nach Hungern, Crash-Diät oder Krankheit wieder isst, fährt den Zuckerstoffwechsel hoch und verbraucht schlagartig Thiamin; die britische NICE-Leitlinie gibt es deshalb in den ersten zehn Tagen des Kostaufbaus vorab.

Vitamin-B1-Räuber: Was B1 verbraucht oder zerstört

Der Begriff hat einen echten Kern. Was B1 verbraucht, zerstört oder ausspült:

  • Alkohol: Zufuhr, Aufnahme und Verwertung zugleich (belegt).
  • Zucker, Weißmehl, polierter Reis: liefern kaum B1 und verbrauchen es beim Verbrennen; Type-1050-Mehl hat das Fünffache von Type 405. Das war die Beriberi-Geschichte, für die Christiaan Eijkman 1929 den Nobelpreis bekam (belegt).
  • Entwässerungstabletten, Dialyse, Diabetes: Verlust über die Niere (belegt).
  • Rohe Süßwasserfische und Muscheln: das Enzym Thiaminase spaltet B1, Erhitzen stoppt es (belegt, selten).
  • Sulfit in hellem Trockenobst und Wein zerstört B1 (plausibel).
  • Tee und Kaffee binden B1, bei zwei bis vier Tassen ohne Folge (plausibel).
  • 5-Fluorouracil blockiert die Aktivierung (belegt).
03 Verstehen

So arbeitet Vitamin B1 im Körper

Drei Stationen vom Teller bis zur Nervenzelle. Wer sie kennt, versteht, warum der Vorrat nur Wochen reicht und warum Gehirn, Nerven und Herz als Erste leiden.

1

Aufnahme im Dünndarm

Zwei spezielle Transporter holen Thiamin aus Vollkorn, Hülsenfrüchten, Samen und Schweinefleisch in die Darmzellen. Sie sind sättigbar: Von einer 15-mg-Tablette kommen höchstens 4,5 bis 5,6 mg an. Alkohol bremst die Transporter, Magnesium wird als Helfer gebraucht, nach einem Magenbypass fehlt ein Stück der Strecke.

2

Aktivierung und kleiner Speicher

In der Zelle wird Thiamin mit Magnesium zu Thiamindiphosphat aktiviert. Der ganze Körper hält nur 30 bis 50 mg vorrätig, vor allem in Leber, Herz, Niere und Gehirn. Ohne Zufuhr ist der Vorrat in 18 Tagen bis sechs Wochen erschöpft; ein Überschuss geht über die Niere ab, sobald mehr als etwa 5 mg am Tag ankommen.

3

Wirkung: Zucker wird Energie

Thiamindiphosphat ist der Zündschlüssel für drei Enzyme, die Zucker in Energie verwandeln. Gehirn, Nervenfasern und Herzmuskel leben fast nur davon. Fehlt Thiamin, staut sich Milchsäure im Gewebe, die längsten Nervenfasern in den Füßen fallen zuerst aus, das Herz rast, und in empfindlichen Hirnregionen entsteht die Wernicke-Enzephalopathie.

04 Diagnose

Vitamin-B1-Mangel feststellen: Blutwerte und Tests

Ob B1 fehlt, lässt sich messen, aber der Wert ist weniger entscheidend, als viele denken: Im Notfall ist er nicht verfügbar, ein normaler Wert schließt den Mangel nicht aus, und Blut spiegelt nicht das Gewebe. Die Diagnose ist klinisch: Risiko plus Symptome plus Besserung unter Thiamin. Das Schaubild zeigt, wo der Mangel angreift; danach die Tests und was sie taugen.

Schaubild

Wo Vitamin B1 fehlt: Sechs Stellen, an denen der Mangel sichtbar wird

Links ist jede Zelle versorgt, rechts fehlt die Energie aus Zucker. Die Reihenfolge der Schäden folgt dem Energiehunger der Organe.

1 2 3 4 5 6
Genug Vitamin B1Zu wenig Vitamin B1
  1. 1
    Gehirn: Wernicke-Enzephalopathie

    In Regionen mit hohem Energieumsatz übersäuert das Gewebe und schwillt an: Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Gedächtnislücken. Unbehandelt bleibt das Korsakow-Syndrom.

  2. 2
    Augen: Zittern und Doppelbilder

    Die Augenmuskelkerne im Hirnstamm fallen früh aus. Augenzittern und Lähmungen einzelner Augenmuskeln bessern sich unter Thiamin in Stunden.

  3. 3
    Herz: feuchte Beriberi

    Der Herzmuskel bekommt keine Energie, die Gefäße weiten sich, das Herz rast, Wasser sammelt sich in Knöcheln und Lunge.

  4. 4
    Beinnerven: trockene Beriberi

    Die längsten Nervenfasern leiden zuerst: Kribbeln, Brennen und Taubheit in Zehen und Fußsohlen, dann Wadenkrämpfe und Schwäche.

  5. 5
    Dünndarm: die Aufnahme

    Zwei sättigbare Transporter holen Thiamin in den Körper, Alkohol bremst sie. Nach Magenbypass fehlt Aufnahmestrecke, bei Erbrechen kommt nichts an.

  6. 6
    Niere: der Verlust

    Überschuss wird normal ausgeschieden. Bei Diabetes, Schleifendiuretika und Dialyse geht Thiamin verloren, bei Diabetes 16- bis 24-fach.

Vereinfachtes Schaubild nach MSD Manual, Frontiers in Neurology 2025, Thomson 2009 und Thornalley 2007.

Thiamindiphosphat im Vollblut: der Blutwert, der zählt

Gemessen wird Thiamindiphosphat (TDP) im EDTA-Vollblut per HPLC: die aktive Form, zu 90 % in den roten Blutkörperchen, aussagekräftiger als freies Thiamin im Serum, das nur die letzten Mahlzeiten spiegelt. Ein deutsches Labor nennt 70 bis 180 nmol/l als Referenzbereich; die Grenzen sind laborabhängig, und das Blut muss lichtgeschützt ins Labor. Der ältere Transketolase-Test (ETKA) wird zunehmend abgelöst. Der Satz, der alles einordnet, stammt aus dem Ärzteblatt Sachsen: „Ein normaler Thiamin-Spiegel schließt jedoch die Diagnose nicht aus.“ Bei Wernicke-Verdacht wird Blut abgenommen und sofort behandelt.

Vitamin-B1-Mangel Test: Blutwert beim Arzt oder Heimtest?

Die Blutabnahme läuft in jeder Hausarztpraxis; bei Risikofaktoren wie Alkoholabhängigkeit, Magen-OP, Dialyse oder Polyneuropathie ist sie medizinisch begründet, ohne Beschwerden meist Selbstzahlerleistung. Heimtests aus Kapillarblut haben keine veröffentlichte Validierungsstudie; wenn schon der Laborwert aus der Vene einen Mangel nicht ausschließt, dann ein Tropfen aus dem Finger erst recht nicht.

Blutabnahme in der Praxis: Vitamin B1 wird als Thiamindiphosphat im EDTA-Vollblut gemessen
Ein Röhrchen EDTA-Blut, lichtgeschützt ins Labor: So wird Thiamindiphosphat bestimmt. Bei Verdacht auf Wernicke-Enzephalopathie wartet niemand auf das Ergebnis.

Ein zu hoher Wert ist fast nie ein Krankheitszeichen, sondern ein Präparat aus den Tagen davor: Der Körper drosselt die Aufnahme ab etwa 5 mg am Tag, den Rest scheidet die Niere aus, und einen Grenzwert, ab dem B1 schadet, konnten weder EFSA noch BfR festlegen. Das B-Vitamin mit echter Überdosis-Gefahr ist B6.

Vor dem Test

Nimmst du ein Vitamin-B-Präparat, sag es in der Praxis, sonst zeigt der Wert das Präparat statt deiner Versorgung. Bei Kribbeln in den Füßen gleich Vitamin B12, Folsäure und den Langzeitzucker mitbestimmen lassen, das sind die häufigeren Ursachen.

05 Behandlung

Vitamin-B1-Mangel beheben: Was hilft und wie schnell

Vitamin B1 ist billig, sicher und wirkt bei echtem Mangel schnell. Wie vollständig, hängt davon ab, wie lange Nerven und Gehirn ohne Energie waren, und ohne die Ursache kommt der Mangel zurück. Drei Wege: Tabletten bei leichtem Mangel, Infusion im Notfall, und immer die Frage nach Alkohol, Magen, Niere und Teller.

Tabletten bei leichtem Mangel: Thiamin oder Benfotiamin?

Bei leichter Polyneuropathie nennt das MSD Manual 10 bis 20 mg am Tag über zwei Wochen, bei fortgeschrittener 20 bis 30 mg, über den Tag verteilt, weil die Darmtransporter ab etwa 15 mg gesättigt sind; für morgens oder abends gibt es keine Studie. Wichtiger als die Milligramm: Magnesium, ohne das die B1-Enzyme nicht arbeiten, und die Ursache, sonst füllt die Tablette ein Fass mit Loch. Benfotiamin, die fettlösliche Vorstufe, erreicht höhere Blutspiegel, darf in der EU aber nur in Arzneimitteln stecken; die beste Studie (BENDIP 2008) zeigte bei diabetischer Polyneuropathie weniger Symptome, ein Cochrane-Review nennt die Evidenz unzureichend.

Bei Vitamin B1 sehe ich zwei Fehler immer wieder. Der eine: Jemand nimmt seit Monaten B-Komplex gegen Müdigkeit, obwohl der Speicher voll ist, und der Überschuss geht in den Urin. Der andere ist gefährlicher: Jemand mit hohem Alkoholkonsum bekommt Kribbeln in den Füßen und wartet ab. Da geht es nicht um eine Tablette, sondern darum, dass Thiamin schnell und hoch dosiert kommt, und darum, die Ursache anzusprechen.

Joerg Hauke, Ernährungsexperte, fachliche Prüfung dieses Artikels

Notfall Wernicke-Enzephalopathie: Infusion, und Thiamin vor Zucker

Bei Verdacht gibt es kein Abwarten: Die europäische Neurologen-Leitlinie empfiehlt 200 bis 500 mg dreimal täglich als Infusion über mindestens drei Tage. So hoch, weil bei geschädigtem Darm nur ein Bruchteil oraler Dosen ankommt und zu niedrige Dosen mit einer Sterblichkeit bis 20 % verbunden waren. Und die Regel jeder Klinik: Thiamin vor Glukose, weil eine Zucker-Infusion ohne Thiamin die Enzephalopathie erst auslösen kann. Restschäden sind danach die Regel, nicht die Ausnahme.

Wie lange dauert es, einen Vitamin-B1-Mangel zu beheben?

Das hängt vom Organ ab, die Reihenfolge ist gut beschrieben: Die Augen bessern sich unter der Infusion in Stunden bis Tagen, deshalb bestätigt das Ansprechen die Diagnose. Das Herz folgt in Tagen, Müdigkeit und Appetit in Wochen. Am längsten brauchen die Nerven: Kribbeln und Taubheit gehen über Monate zurück, weil Nervenfasern langsam nachwachsen, bei langer Vorgeschichte bleibt ein Rest. Das Gedächtnis erholt sich zuletzt und oft nur teilweise. Ohne Mangel „wirkt“ B1 gar nicht spürbar.

Vitamin B1 Überdosierung und Nebenwirkungen: Wie viel ist zu viel?

Über das Essen ist eine Überdosierung praktisch unmöglich, auch bei Tabletten ist die Marge groß: Die EFSA hat 2016 keinen Grenzwert festgelegt, das BfR verzichtet 2021 und 2024 auf eine Höchstmenge, weil selbst weit über den Empfehlungen keine Schäden beobachtet wurden; der Überschuss geht über die Niere ab. Nebenwirkungen betreffen fast nur die Spritze: selten Überempfindlichkeit mit Schweißausbrüchen, Herzrasen und Juckreiz, sehr selten Schock. Bei Tabletten sind Magendruck oder Kopfschmerz nur anekdotisch beschrieben. Vorsicht gilt beim B-Komplex für Vitamin B6, das in Dauerdosen Nerven schädigt.

06 Ernährung

Vitamin B1 Lebensmittel: Wo am meisten drinsteckt

B1 steckt nicht in einer Handvoll Lebensmittel konzentriert, sondern verteilt sich, und zwei Gruppen ragen heraus: Schweinefleisch mit rund 1 mg je 100 g, das Drei- bis Zehnfache anderer Fleischsorten, und die Randschichten von Samen und Körnern: Weizenkeime, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Vollkorn, Hülsenfrüchte. Die Balken zeigen die Top 10 je 100 g, so wie gegessen; Werte aus der US-Datenbank USDA, Abweichungen des deutschen Bundeslebensmittelschlüssels stehen in der Anmerkung.

Vitamin B1 pro 100 g: Top 10 pflanzlich und tierisch

  1. Weizenkeime: 1.88 mg
  2. Leinsamen: 1.64 mg
  3. Sonnenblumenkerne: 1.48 mg
  4. Pistazien: 0.87 mg
  5. Sesam: 0.79 mg
  6. Haferflocken (trocken): 0.46 mg
  7. Vollkornbrot: 0.39 mg
  8. Erbsen (gekocht): 0.26 mg
  9. Naturreis (gekocht): 0.18 mg
  10. Linsen (gekocht): 0.17 mg

USDA SR Legacy 2018, Kerne und Haferflocken trocken, Hülsenfrüchte und Reis gekocht. In Portionen: 1 EL Weizenkeime 0,19 mg, 1 EL Leinsamen 0,16, 30 g Sonnenblumenkerne 0,44, 50 g Haferflocken 0,23, 1 Scheibe Vollkornbrot 0,20, 150 g Erbsen 0,39, 200 g Naturreis 0,36 mg. Macadamia fehlt bewusst (USDA 1,20, deutscher BLS nur 0,28 mg).

Vitamin B1 Lebensmittel: Schwein, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Samen

150 g Schweinefilet liefern 1,5 mg, dieselbe Menge Hähnchenbrust 0,1 mg; Kochschinken und Rohschinken zählen mit.

Ohne Schwein trägt der Tag anders: Vollkorn (Haferflocken, Vollkornbrot, Naturreis, Vollkornnudeln mit 0,16 statt 0,02 mg), Hülsenfrüchte (Erbsen 0,26 mg, Bohnen, Linsen, Tofu), eine tägliche Handvoll Kerne, und Fisch, wo Forelle und Lachs weit vor Kabeljau liegen. Kartoffeln bringen 0,1 mg je 100 g, Gemüse meist 0,03 bis 0,1, Milch, Käse und Eier wenig. Obst liegt ganz unten: Orange (0,09) und Ananas (0,08) sind die besten, Banane, Kiwi und Apfel bei 0,01 bis 0,03; helles geschwefeltes Trockenobst verliert durch Sulfit fast alles.

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Wie viel Vitamin B1 steckt in …?

Werte in mg pro 100 g, so wie gegessen. Ampel: ab 0,30 mg viel, 0,10 bis 0,29 mg mittel, darunter wenig. Tipp ein, was du auf dem Teller hast, oder wähle eine Gruppe.

  • Karotte Möhre 0,0780 g = 0,05 mg, roh (USDA)
  • Tomate 0,04100 g = 0,04 mg, roh (USDA)
  • Zwiebel 0,0550 g = 0,02 mg, roh (USDA)
  • Knoblauch 0,205 g = 0,01 mg, roh (USDA)
  • Paprika, rot 0,05100 g = 0,05 mg, roh (USDA)
  • Gurke Salatgurke 0,03100 g = 0,03 mg, roh, mit Schale (USDA)
  • Champignon Zuchtchampignon 0,0880 g = 0,07 mg, roh (USDA)
  • Weißkohl Weißkraut 0,06150 g = 0,09 mg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Spinat 0,10150 g = 0,14 mg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Zucchini 0,04150 g = 0,05 mg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Blumenkohl Karfiol 0,04150 g = 0,06 mg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Spargel 0,16150 g = 0,24 mg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Brokkoli Broccoli 0,06150 g = 0,10 mg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Rosenkohl 0,11150 g = 0,16 mg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Zuckermais 0,09100 g = 0,09 mg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Kichererbsen Garbanzo 0,12150 g = 0,17 mg, gekocht (USDA)
  • Linsen 0,17150 g = 0,25 mg, gekocht (USDA)
  • Erbsen, grün 0,26150 g = 0,39 mg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Kidneybohnen 0,16150 g = 0,24 mg, gekocht (USDA)
  • Schwarze Bohnen 0,24150 g = 0,37 mg, gekocht (USDA)
  • Erbsen, geschält Splitererbsen 0,19150 g = 0,28 mg, gekocht (USDA)
  • Sojabohnen, reif 0,15150 g = 0,23 mg, gekocht (USDA)
  • Erdnüsse, roh 0,6430 g = 0,19 mg, roh (USDA)
  • Tofu 0,08100 g = 0,08 mg, roh (USDA)
  • Edamame 0,20100 g = 0,20 mg, gegart (USDA)
  • Haferflocken 0,4650 g = 0,23 mg, trocken (USDA)
  • Weizenkeime 1,8810 g = 0,19 mg, roh (USDA)
  • Weizenmehl Type 405 0,12100 g = 0,12 mg, roh (BLS 4.0)
  • Weizenmehl Type 550 0,24100 g = 0,24 mg, roh (BLS 4.0)
  • Weizenmehl Type 1050 0,62100 g = 0,62 mg, roh (BLS 4.0)
  • Weizenvollkornmehl 0,48100 g = 0,48 mg, roh (BLS 4.0)
  • Vollkornbrot Weizen 0,3950 g = 0,20 mg, fertig gebacken (USDA)
  • Weißbrot Weizenbrot 0,1750 g = 0,09 mg, fertig gebacken (BLS 4.0)
  • Roggenbrot 0,4350 g = 0,22 mg, fertig gebacken (USDA)
  • Roggenvollkornbrot 0,2750 g = 0,13 mg, fertig gebacken (BLS 4.0)
  • Toastbrot Weizen 0,1625 g = 0,04 mg, fertig gebacken (BLS 4.0)
  • Weißer Reis 0,02200 g = 0,04 mg, gekocht (USDA)
  • Naturreis Vollkornreis 0,18200 g = 0,36 mg, gekocht (USDA)
  • Nudeln, hell Weizen 0,02200 g = 0,04 mg, gekocht (USDA)
  • Vollkornnudeln 0,16200 g = 0,31 mg, gekocht (USDA)
  • Sonnenblumenkerne 1,4830 g = 0,44 mg, trocken (USDA)
  • Leinsamen 1,6410 g = 0,16 mg, trocken (USDA)
  • Sesam 0,7910 g = 0,08 mg, trocken (USDA)
  • Pistazien 0,8730 g = 0,26 mg, trocken (USDA)
  • Macadamianüsse 1,2030 g = 0,36 mg, trocken (USDA)
  • Walnüsse 0,3430 g = 0,10 mg, trocken (USDA)
  • Mandeln 0,2030 g = 0,06 mg, trocken (USDA)
  • Cashewkerne 0,4230 g = 0,13 mg, trocken (USDA)
  • Pinienkerne 0,3620 g = 0,07 mg, trocken (USDA)
  • Banane 0,03120 g = 0,04 mg, roh (USDA)
  • Orange Apfelsine 0,09180 g = 0,16 mg, roh (USDA)
  • Orange, mit Schale 0,10180 g = 0,18 mg, roh (USDA)
  • Apfel, mit Schale 0,02150 g = 0,03 mg, roh (USDA)
  • Avocado 0,0770 g = 0,05 mg, roh (USDA)
  • Kiwi 0,0375 g = 0,02 mg, roh (USDA)
  • Erdbeere 0,02150 g = 0,04 mg, roh (USDA)
  • Weintrauben 0,07100 g = 0,07 mg, roh (USDA)
  • Ananas, frisch 0,08150 g = 0,12 mg, roh (USDA)
  • Wassermelone 0,03150 g = 0,05 mg, roh (USDA)
  • Birne 0,01150 g = 0,02 mg, roh (USDA)
  • Schweinelende Rückenbraten 1,02150 g = 1,53 mg, gebraten, mager (USDA)
  • Schweinefilet 0,99150 g = 1,48 mg, gegrillt, mager (USDA)
  • Schweinekotelett 0,89150 g = 1,34 mg, gegrillt, mager (USDA)
  • Schweineleber 0,26100 g = 0,26 mg, geschmort/gebraten (USDA)
  • Rinderfilet Steak 0,15150 g = 0,23 mg, gebraten (USDA)
  • Rinderhack, mager 90/10 0,04120 g = 0,05 mg, gebraten (USDA)
  • Rinderleber 0,19100 g = 0,19 mg, geschmort/gebraten (USDA)
  • Hähnchenbrust 0,07120 g = 0,08 mg, gebraten (USDA)
  • Hähnchenschenkel 0,10150 g = 0,14 mg, gebraten (USDA)
  • Putenbrust 0,04120 g = 0,05 mg, gebraten, ohne Haut (USDA)
  • Lammkotelett 0,15150 g = 0,23 mg, gegrillt, mager (USDA)
  • Kalbfleisch Schnitzel, Oberschale 0,06150 g = 0,09 mg, gebraten (USDA)
  • Kochschinken 0,7450 g = 0,37 mg, gegart (USDA)
  • Schinken, roh Aufschnitt 0,9330 g = 0,28 mg, roh gepökelt, mager (USDA)
  • Bacon Frühstücksspeck 0,5620 g = 0,11 mg, gebraten (USDA)
  • Salami 0,9320 g = 0,19 mg, luftgetrocknet (USDA)
  • Bratwurst Schwein, roh/frisch 0,36100 g = 0,36 mg, gebraten (USDA)
  • Wiener Würstchen Frankfurter 0,5980 g = 0,47 mg, erhitzt (USDA)
  • Leberwurst 0,2730 g = 0,08 mg, Aufstrich (USDA)
  • Mortadella 0,1230 g = 0,04 mg, Aufschnitt (USDA)
  • Lachs 0,34150 g = 0,51 mg, gegart (USDA)
  • Lachs, geräuchert 0,0250 g = 0,01 mg, geräuchert (USDA)
  • Forelle 0,43150 g = 0,64 mg, gegart (USDA)
  • Thunfisch, frisch 0,13120 g = 0,16 mg, gegart (USDA)
  • Thunfisch, aus der Dose 0,0480 g = 0,03 mg, abgetropft, in Öl (USDA)
  • Hering 0,11100 g = 0,11 mg, gegart (USDA)
  • Kabeljau Dorsch 0,09150 g = 0,13 mg, gegart (USDA)
  • Scholle Flunder 0,03150 g = 0,04 mg, gegart (USDA)
  • Makrele 0,16120 g = 0,19 mg, gegart (USDA)
  • Garnelen 0,03100 g = 0,03 mg, gegart (USDA)
  • Miesmuscheln 0,30150 g = 0,45 mg, gegart (USDA)
  • Vollmilch 3,5 % Fett 0,05200 ml = 0,09 mg, pasteurisiert (USDA)
  • Joghurt, natur Vollmilch 0,03150 ml = 0,04 mg, 3,5 % Fett (USDA)
  • Gouda 0,0330 g = 0,01 mg, Scheibe (USDA)
  • Cheddar 0,0330 g = 0,01 mg, Scheibe (USDA)
  • Mozzarella 0,0330 g = 0,01 mg, Vollmilch (USDA)
  • Feta 0,1530 g = 0,05 mg (USDA)
  • Camembert 0,0330 g = 0,01 mg (USDA)
  • Ei, ganz, hart gekocht 0,0750 g = 0,03 mg, hart gekocht (USDA)
  • Ei, ganz, gebraten 0,0450 g = 0,02 mg, gebraten (USDA)
  • Rührei 0,04100 g = 0,04 mg, gebraten (USDA)
  • Kartoffel, gekocht, mit Schale 0,11150 g = 0,16 mg, gekocht in der Schale (USDA)
  • Kartoffel, gekocht, ohne Schale 0,10150 g = 0,15 mg, gekocht, geschält (USDA)
  • Bier 0,01330 ml = 0,02 mg (USDA)
  • Rotwein 0,01150 ml = 0,01 mg (USDA)
  • Apfelsaft 0,02200 ml = 0,04 mg, ungesüßt (USDA)
  • Traubensaft 0,02200 ml = 0,03 mg, ungesüßt (USDA)
  • Cola 0,01330 ml = 0,02 mg (USDA)
  • Süßkartoffel Batate 0,06150 g = 0,08 mg, gekocht, ohne Schale (USDA)
  • Rote Bete 0,03100 g = 0,03 mg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Lauch Porree 0,06100 g = 0,06 mg, roh (USDA)
  • Sellerie Stangensellerie 0,0250 g = 0,01 mg, roh (USDA)
  • Fenchel Knolle 0,01100 g = 0,01 mg, roh (USDA)
  • Gerste Perlgraupen 0,08150 g = 0,12 mg, gekocht (USDA)
  • Quinoa 0,11150 g = 0,16 mg, gekocht (USDA)
  • Buchweizen 0,04150 g = 0,06 mg, geröstet, gekocht (USDA)
  • Pfirsich 0,02150 g = 0,04 mg, roh (USDA)
  • Mango 0,03150 g = 0,04 mg, roh (USDA)
  • Parmesan 0,0320 g = 0,01 mg, gerieben (USDA)
  • Sojadrink, ungesüßt 0,15200 ml = 0,31 mg, ungesüßt, mit Calcium/Vitamin A/D angereichert, natürlicher Gehalt, nicht mit B1 angereichert (USDA)
  • Aprikose, frisch 0,03100 g = 0,03 mg, roh (USDA)
  • Aprikose, getrocknet geschwefelt 0,0130 g = 0,01 mg, getrocknet, geschwefelt, Sulfit zerstört Thiamin (USDA)
  • Rosinen, dunkel, kernlos 0,1130 g = 0,03 mg, getrocknet (USDA)
  • Rosinen, golden meist geschwefelt 0,0130 g = 0,00 mg, getrocknet, geschwefelt, Sulfit zerstört Thiamin (USDA)
  • Saturo Trinkmahlzeit 400 ml 0,07–0,08eine Flasche = 0,28 mg (Natural), 0,29 mg (Cappuccino, Vanilla, Strawberry, Banana), 0,33 mg (Cocoa); Nährwerttabelle je Sorte

Vollkorn statt Weißmehl: Wo im Korn das Vitamin sitzt

Thiamin sitzt im Korn außen, im Keimling und der Aleuronschicht, die beim Ausmahlen und Polieren wegfallen. Bundeslebensmittelschlüssel: Weizenmehl Type 405 0,12 mg je 100 g, Type 1050 0,62, Vollkornmehl 0,48; gekochter Naturreis 0,18, polierter Reis 0,02 bis 0,03; helle Nudeln 0,02, Vollkornnudeln 0,16.

Teller mit Schweinefilet, Erbsen und Naturreis neben Haferflocken mit Sonnenblumenkernen: So sieht ein Tag mit reichlich Vitamin B1 aus
Schwein für den schnellen Weg, Haferflocken, Erbsen, Naturreis und Kerne für jeden Tag: Ein Teller wie dieser deckt den Bedarf mehrfach, die Beilagen allein reichen auch ohne Fleisch.

In US-Tabellen steht Weißbrot manchmal über Vollkornbrot, weil Weißmehl dort mit Thiamin angereichert wird; in Deutschland gilt 0,17 gegen 0,25 mg. B1 ist wasserlöslich und hitzeempfindlich, deshalb entscheidet auch die Küche: Kurz und mit wenig Wasser garen und das Kochwasser mitessen, dann behalten Gemüse und Kartoffeln in der Schale rund 80 %, Nudeln und Reis in viel Wasser nur 65 bis 75 %. Natron im Teig und Schwefel im Trockenobst zerstören einen großen Teil.

Vitamin B1 im Alltag: Trinkmahlzeiten

An Tagen mit Kantine, Sandwich und Süßem fehlt genau die Gruppe, die B1 liefert, und weil der Vorrat klein ist, zählt jeder Tag. Eine Trinkmahlzeit ist dann ein planbarer Beitrag: Eine Flasche Saturo enthält je nach Sorte 0,28 bis 0,33 mg Vitamin B1, 25 bis 30 % der Referenzmenge, dazu 25 weitere Vitamine und Mineralstoffe, 36 g Protein und 400 kcal. Das ersetzt keine Behandlung bei nachgewiesenem Mangel. Zugelassen laut EU: Thiamin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel, zur normalen Funktion des Nervensystems, zur normalen psychischen Funktion und zur normalen Herzfunktion bei.

Trinkmahlzeit 6 x 400 ml
Aus dem Saturo-Sortiment

Trinkmahlzeit: eine vollwertige Mahlzeit aus der Flasche

26 Vitamine und Mineralstoffe, darunter Vitamin B1, B6, B12 und Folsäure. Thiamin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel und zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Referenzmenge für Vitamin B1: 1,1 mg pro Tag (NRV).

26Vitamine & Mineralstoffe
36 gProtein
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0,33 mgVitamin B1 pro Flasche30 % der Referenzmenge
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18,00 złpro Mahlzeit
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07 Sonderfälle

Schwangerschaft, Alkoholentzug, Magen-OP: Wer bei Vitamin B1 genauer hinsehen muss

Bei Gesunden mit gemischter Kost ist B1 unauffällig. Fünf Situationen sind die Ausnahme: die Schwangerschaft mit Erbrechen, der Alkoholentzug, die Zeit nach einer Magen-OP, eine vegane Küche ohne die Hauptquelle Schwein, und Sport und Hitze, der Grund, aus dem viele hierherkommen.

Schwangerschaft und Stillzeit: Bedarf und Schwangerschaftserbrechen

Der Bedarf steigt moderat auf 1,2 bis 1,3 mg, das deckt normales Essen. Das Risiko heißt Hyperemesis gravidarum, das schwere Schwangerschaftserbrechen: Weil der Vorrat nur Wochen reicht, beschreiben Fallserien Frauen mit Augenzittern und Verwirrtheit nach Wochen des Erbrechens. Die Konsequenz: Bei anhaltendem Erbrechen wird Thiamin gegeben, vor jeder Glukose-Infusion. Beim Kind ist die infantile Beriberi gestillter Säuglinge von Müttern mit Mangel beschrieben, in Deutschland eine Rarität.

Alkoholentzug: Thiamin gehört dazu

In den ersten Tagen ohne Alkohol ist der Bedarf am höchsten, weil der Körper auf Kohlenhydrate umstellt. Die deutsche S3-Leitlinie: „Im Alkoholentzug sollte zur Prophylaxe der Wernicke Enzephalopathie Thiamin, ggf. in Kombination mit Magnesium, gegeben werden.“ Eine Dosis nennt sie nicht, weil die Studienlage laut Cochrane 2013 dünn ist; stationär gibt es Thiamin als Infusion, ambulant als Tabletten weit über dem Tagesbedarf. Den Entzug nie allein und nie abrupt angehen, neben dem Thiamin drohen Krampfanfälle und Delir; die Dosis entscheidet die Praxis, nicht die Drogerie.

Hilfe bei Alkoholproblemen

Anonyme und kostenfreie Beratung: Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen führt ein Suchthilfeverzeichnis mit Beratungsstellen in ganz Deutschland, die BZgA informiert auf kenn-dein-limit.de. Hausärzt:innen sind eine gute erste Anlaufstelle und unterliegen der Schweigepflicht.

Nach Magen-OP und bei Diabetes: Screening, Ergänzung, Warnzeichen

Nach Magenbypass oder Schlauchmagen ist Thiamin der Nährstoff, dessen Mangel am schnellsten gefährlich wird: kleine Speicher, häufiges Erbrechen in den ersten Wochen. Die amerikanische Fachgesellschaft empfiehlt Screening vor der OP und danach dauerhafte Ergänzung; Erbrechen, Kribbeln, schwache Beine oder Verwirrtheit gehören sofort in die Klinik, die operiert hat. Bei Diabetes mit Kribbeln gilt: Blutzucker einstellen, B12 unter Metformin prüfen, einen B1-Mangel ausgleichen; B-Kombipräparate haben laut Cochrane keine ausreichende Evidenz.

Vegan und vegetarisch: B1 ohne Schweinefleisch

B1 ist kein kritischer Nährstoff pflanzlicher Ernährung; Vollkorn, Hülsenfrüchte und Samen sind die pflanzliche Hälfte der Top 10. Aber die bequemste Quelle fehlt, und wer vegan von Toast, hellen Nudeln und Fertigprodukten lebt, kommt schneller an die Grenze. Der Tag braucht mehrere Bausteine: Haferflocken, Hülsenfrüchte, Naturreis oder Vollkornnudeln, eine Handvoll Kerne; Sojadrink liefert 0,15 mg je 100 ml von Natur aus. Der Baukasten zeigt, wie ein Tag mit und ohne Fleisch auf 1,1 mg kommt.

Interaktiv

Dein 1,1-mg-Tag

Tippe an, was du heute isst. Der Balken füllt sich bis zur Referenzmenge von 1,1 mg; die Beispieltage zeigen gemischte Kost und einen veganen Tag.

1.1 mg
0 mg von 1.1 mg

Noch nichts gewählt. Tippe Lebensmittel an oder lade einen Beispieltag.

Sport und Hitze: Der Bedarf steigt, aber über die Kalorien, nicht über den Schweiß. Jede verbrannte Kalorie braucht Thiamin, deshalb rechnen DGE und EFSA je 1.000 kcal: Wer 3.500 kcal umsetzt, braucht rund 1,5 mg statt 1,0 und bekommt sie mit den zusätzlichen Haferflocken, Vollkornnudeln und Hülsenfrüchten automatisch. Kein Präparat nötig, solange die Kohlenhydrate nicht nur aus Gels und Weißbrot kommen.

Ältere Frau kocht Haferbrei in einer modernen Küche: Im Alter erreichen 40 % der Frauen die empfohlene Vitamin-B1-Zufuhr nicht
Haferbrei, Kartoffeln, Eintöpfe: Im Alter sinkt die Zufuhr mit dem Appetit, der Bedarf je Kalorie bleibt. 40 % der Frauen über 65 kommen laut Nationaler Verzehrsstudie nicht auf die empfohlene Menge.
08 Nachschlagen

Häufige Fragen zu Vitamin-B1-Mangel

Welches Vitamin fehlt bei Schwitzen?

In der Regel keines. Für Vitamin B1, B12 und D gibt es keine Studie, die bei Gesunden starkes Schwitzen mit einem Mangel verbindet. B1 ist nur bei der schweren Herzform des Mangels mit Schwitzen verbunden, dann mit Herzrasen und geschwollenen Beinen. Häufige Ursachen sind Wechseljahre, Schilddrüse, Infekte, Unterzucker und Medikamente.

Wie macht sich ein Vitamin-B1-Mangel bemerkbar?

Zuerst mit Müdigkeit, Reizbarkeit, wenig Appetit und Konzentrationsproblemen, dann mit Kribbeln und Brennen in den Füßen, Wadenkrämpfen, Herzrasen und geschwollenen Knöcheln. Verwirrtheit, Augenzittern und Gangunsicherheit sind ein Notfall. Typisch sind Alkohol, Magen-OP, Diabetes, Essstörungen und wochenlanges Erbrechen.

Was ist ein Vitamin B1 Räuber?

Alles, was Thiamin verbraucht, zerstört oder ausspült: vor allem Alkohol, dann Entwässerungstabletten, Dialyse und Diabetes (Verlust über die Niere), viel Zucker und Weißmehl, rohe Süßwasserfische und Muscheln (Thiaminase), Sulfit in hellem Trockenobst und Wein, und literweise Tee oder Kaffee.

Wie lange dauert es, einen Vitamin-B1-Mangel zu beheben?

Je nach Organ Stunden bis Monate: Augenzittern und Herzsymptome bessern sich unter einer Infusion in Stunden bis Tagen, Müdigkeit in Wochen, Kribbeln in den Füßen über Monate, weil Nervenfasern langsam nachwachsen. Nach einer Wernicke-Enzephalopathie bleiben Gedächtnisstörungen oft teilweise bestehen.

Welche Krankheit wird durch Vitamin-B1-Mangel verursacht?

Beriberi und die Wernicke-Enzephalopathie. Trockene Beriberi ist eine Polyneuropathie der Beine, feuchte Beriberi eine Herzschwäche mit Ödemen. Die Wernicke-Enzephalopathie ist eine akute Hirnschädigung mit Verwirrtheit, Augenbewegungsstörungen und Gangunsicherheit; unbehandelt folgt das Korsakow-Syndrom.

Wo steckt am meisten Vitamin B1 drin?

In Schweinefleisch (rund 1 mg je 100 g) und in Samen und Körnern: Weizenkeime 1,88 mg, Leinsamen 1,64, Sonnenblumenkerne 1,48, Haferflocken 0,46, Vollkornbrot 0,39, Erbsen 0,26. 150 g Schweinefilet decken den Tag allein; ohne Fleisch kommen Haferflocken, Hülsenfrüchte, Vollkorn und Kerne zusammen auf 1,1 mg.

Kann man Vitamin B1 überdosieren?

Über die Nahrung nicht, über Tabletten praktisch auch nicht: EFSA und BfR haben keinen Grenzwert festgelegt, der Überschuss geht über den Urin ab. Nebenwirkungen sind selten und betreffen fast nur Spritzen. Vorsicht gilt beim B-Komplex für Vitamin B6, das in Dauerdosen Nerven schädigt.

Kann ich Vitamin B1 und Magnesium zusammen einnehmen?

Ja, bei nachgewiesenem Mangel ist das sogar sinnvoll: Die Enzyme, die Thiamin nutzen, brauchen Magnesium, und die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt im Alkoholentzug Thiamin gegebenenfalls mit Magnesium. Ohne Mangel bringt die Kombination keinen Zusatznutzen, schadet aber auch nicht.

Quellen · 50 Quellen anzeigen
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  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): FAQ Thiamin.
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Gregor Aßlaber
Gregor AßlaberAutor · Redakteur Saturo

Schreibt seit 2019 für Saturo über Ernährung, Nährstoffe und die Frage, wie gute Versorgung im Alltag praktisch funktioniert.

Joerg Hauke
Joerg HaukeFachliche Prüfung · Ernährungsexperte

Hat diesen Artikel am 24. September 2026 auf fachliche Richtigkeit geprüft. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.