NährstoffmangelEiner von 35 Artikeln zum Thema

Vitamin-D-Mangel: Symptome, Ursachen und Behandlung

Müde, Muskeln schwach, im Winter ständig erkältet? Mehr als jeder zweite Erwachsene in Deutschland liegt unter dem empfohlenen Vitamin-D-Wert, von Oktober bis März noch mehr. Welche Symptome typisch sind, welcher Blutwert zählt, wie viel Sonne reicht und wann ein Präparat sinnvoll ist.

In 30 Sekunden
Vitamin-D-reiche Lebensmittel auf Travertin: Lachs, Hering, Makrele, Champignons, Pfifferlinge, Eier
DVitamin D
Vitamin-D-Quellen im Überblick: Lachs, Hering, Makrele, Forelle, Eigelb und Pilze. Mehr als 2 bis 4 µg am Tag kommen trotzdem selten zusammen.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Tagesbedarf ohne Sonne
20µg

Das sind 800 IE, für alle ab einem Jahr (DGE). Der Wert gilt nur, wenn die Haut kein Vitamin D bildet, also vor allem im Winter.

Kein Vitamin D aus der Sonne
Okt–März

In diesen Monaten ist die UV-B-Strahlung in Deutschland zu schwach für die Bildung in der Haut. Die Speicher aus dem Sommer müssen reichen.

Aus der Haut, nicht vom Teller
80–90 %

So viel der Versorgung entsteht bei genug Sonne in der Haut. Essen liefert nur 2 bis 4 µg am Tag, selbst mit Fisch.

Der Wert, der zählt
25(OH)D

Unter 30 nmol/l (12 ng/ml) gilt als Mangel, ab 50 nmol/l (20 ng/ml) als ausreichend. Erst messen, dann dosieren, nie umgekehrt.

01 Erkennen

Vitamin-D-Mangel Symptome: Woran du ihn erkennst

Vitamin-D-Mangel meldet sich selten mit einem klaren Signal. Die meisten Anzeichen sind unspezifisch: müde, schlapp, die Muskeln schmerzen, Infekte häufen sich. Genau deshalb wird er oft erst im Blut entdeckt oder gar nicht. In Deutschland liegt mehr als jeder zweite Erwachsene unter dem Wert, den DGE und BfR als ausreichend ansehen, im Winter noch mehr. Ob du dazugehörst, verrät kein Symptom, sondern nur der 25(OH)D-Wert (Kapitel 4). Die Liste hilft dir, dein Muster zu erkennen.

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Welche Anzeichen kennst du von dir?

Tippe an, was auf dich zutrifft. Du siehst dann, wie viele typische Anzeichen zusammenkommen.

Erste Anzeichen: Müdigkeit, Muskelschwäche, Schmerzen

Vitamin D steuert, wie viel Calcium aus dem Darm ins Blut und von dort in den Knochen kommt. Fehlt es über Monate, wird neu gebildeter Knochen nicht mehr richtig mineralisiert. Ärztinnen nennen das Osteomalazie, Knochenerweichung. Sie tut weh: dumpf, tief, oft im unteren Rücken, im Becken, in Hüften und Oberschenkeln, manchmal am Schienbein oder Brustbein bei Druck. Dazu kommt eine Muskelschwäche, die vor allem die Oberschenkel trifft. Treppensteigen und Aufstehen aus dem Sitzen fallen schwer, ältere Menschen stürzen häufiger. Wadenkrämpfe und Muskelschmerzen gehören ebenfalls zum Bild.

Müdigkeit ist das Symptom, das die meisten zuerst googeln. Ehrlich gesagt: Sie hängt in Beobachtungsstudien mit niedrigen Werten zusammen, ein Ursache-Wirkungs-Nachweis fehlt aber, wie das BfR ausdrücklich festhält. Wer im Februar erschöpft ist, hat dafür viele mögliche Gründe, Vitamin D ist einer davon. Anders bei Kindern: Ein schwerer Mangel im Wachstum führt zur Rachitis mit verformten Beinen, weichem Hinterkopf und verzögertem Wachstum. In Deutschland ist sie dank Vitamin-D-Prophylaxe im ersten Lebensjahr selten geworden.

Frau mit Tee am Fenster an einem grauen Wintermorgen: Von Oktober bis März bildet die Haut in Deutschland kein Vitamin D
Von Oktober bis März bildet die Haut in Deutschland kein Vitamin D. Wer dann müde und schlapp ist und Muskelschmerzen hat, sollte den Wert messen lassen.

Vitamin-D-Mangel: Symptome Augen

Trockene, brennende oder gereizte Augen tauchen in vielen Symptomlisten auf, und tatsächlich gibt es dazu Daten: Eine Meta-Analyse von zehn Studien mit fast 19.000 Personen fand, dass Menschen mit trockenen Augen im Schnitt um 4 ng/ml niedrigere Vitamin-D-Werte hatten, mehr Beschwerden angaben und weniger Tränenflüssigkeit produzierten. Das ist ein Zusammenhang, keine bewiesene Ursache: Ob Vitamin D das trockene Auge auslöst oder ob beides an derselben Lebensweise hängt, ist offen. Was nicht zum Bild gehört: Sehstörungen, verschwommenes Sehen oder Lichtblitze. Die haben andere Ursachen und gehören in die Augenarztpraxis, nicht in den Vitamin-D-Test.

Vitamin-D-Mangel Symptome Psyche: Depression und Winterstimmung

Niedrige Vitamin-D-Werte und gedrückte Stimmung treten oft zusammen auf, besonders im Winter, wenn beides vom Licht abhängt. Die Frage, ob Vitamin D die Stimmung wirklich hebt, hat die Forschung nur halb beantwortet: Eine Meta-Analyse von 41 randomisierten Studien mit über 53.000 Teilnehmenden fand einen kleinen positiven Effekt auf depressive Symptome, vor allem ab 2.000 IE am Tag, stufte die Sicherheit dieser Aussage aber als sehr gering ein. Heißt für dich: Bei einer Depression ersetzt Vitamin D keine Behandlung. Bei nachgewiesenem Mangel kann das Auffüllen ein Baustein sein, mehr nicht.

Wann zum Arzt

Bei Knochenschmerzen zusammen mit Muskelschwäche, bei Stürzen oder Krämpfen, bei Kindern mit Wachstumsverzögerung oder verformten Beinen den 25(OH)D-Wert bestimmen lassen. Das gilt auch ohne Beschwerden für Risikogruppen: Pflegebedürftige, Menschen mit dunkler Haut oder verhüllender Kleidung, chronische Darm-, Leber- oder Nierenerkrankungen, Einnahme von Antiepileptika.

Haarausfall, Haut und Gewicht

Haarausfall, trockene Haut und Gewichtszunahme werden bei niedrigen Vitamin-D-Werten häufig berichtet. Das BfR fasst die Lage nüchtern zusammen: Der Zusammenhang ist beobachtet, eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung ist bei diesen unspezifischen Symptomen nicht belegt. Für Haarausfall gibt es weit häufigere Gründe, allen voran Eisenmangel, Schilddrüse und hormonelle Umstellungen. Wer Haare verliert, lässt deshalb nicht nur Vitamin D messen, sondern auch Ferritin. Beim Gewicht läuft die Sache eher andersherum, dazu mehr in Kapitel 2.

02 Ursachen

Vitamin-D-Mangel Ursachen: Woher der Mangel kommt

Vitamin D ist das einzige Vitamin, das der Körper selbst herstellt, mit Hilfe von UV-B-Strahlung in der Haut. Bei ausreichend Sonne stammen 80 bis 90 % der Versorgung aus dieser Eigenproduktion, das Essen steuert mit 2 bis 4 µg am Tag nur 10 bis 20 % bei. Damit ist die Hauptursache eines Mangels schon benannt: zu wenig Sonne auf zu wenig Haut. Alles andere, Alter, Hauttyp, Kleidung, Übergewicht, Erkrankungen, verstärkt diesen einen Effekt. Wie viel du überhaupt brauchst, hängt vom Alter und von der Lebenssituation ab.

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Wie viel Vitamin D brauchst du pro Tag?

10µg pro Tag

Säugling: Im ersten Lebensjahr 10 µg (400 IE) als tägliche Prophylaxe, weil Säuglinge nicht in die Sonne sollen und Muttermilch kaum Vitamin D enthält. In Deutschland empfohlen bis zum zweiten Frühsommer.

Zu wenig Sonne: Oktober bis März

Die Bildung in der Haut braucht UV-B, und das kommt nur an, wenn die Sonne hoch genug steht. In Deutschland ist das etwa von April bis September um die Mittagszeit der Fall. Von Oktober bis März ist die Strahlung selbst bei blauem Himmel zu schwach, der Spiegel sinkt dann bei fast allen, so BfS und BfR. Im nationalen Gesundheitssurvey DEGS1 lag im Winter jeder vierte Erwachsene unter 30 nmol/l, im Sommer erreichte nur die Hälfte den ausreichenden Wert. Dazu kommt der Alltag: Büro, Auto, Homeoffice. Fensterglas lässt UV-B kaum durch, das Licht am Schreibtisch zählt nicht. Wer den ganzen Sommer drinnen verbringt, geht mit leeren Speichern in den Winter.

Alter, Hauttyp, Kleidung, Medikamente

Ab etwa 65 bildet die Haut weniger als die Hälfte dessen, was sie in jungen Jahren schafft. Kommen Pflegebedürftigkeit oder wenig Bewegung dazu, ist der Mangel fast die Regel: Das BfR nennt Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen als Gruppe, für die eine generelle Supplementierung erwogen werden sollte. Dunkle Haut enthält mehr Melanin und braucht deutlich mehr UV-B für dieselbe Menge Vitamin D. Verhüllende Kleidung, aus welchen Gründen auch immer, wirkt wie Winter im Sommer. Sonnenschutzmittel senken die Bildung ebenfalls, sind bei längerem Aufenthalt aber Pflicht. Auf der Krankheitsseite stehen chronische Darmerkrankungen wie Zöliakie und Morbus Crohn (Vitamin D wird als fettlösliches Vitamin schlecht aufgenommen), Leber- und Nierenerkrankungen (die Aktivierung stockt) und Medikamente, allen voran Antiepileptika, die den Abbau beschleunigen.

Vitamin-D-Mangel und Gewichtszunahme

Die Suchanfrage lautet meist: Macht Vitamin-D-Mangel dick? Die Daten sagen: eher umgekehrt. Menschen mit hohem Körperfettanteil haben niedrigere Vitamin-D-Werte, weil sich das fettlösliche Vitamin in mehr Gewebe verteilt. Eine Untersuchung an 686 Erwachsenen zeigte, dass diese Verdünnung den Unterschied vollständig erklärt, nicht ein Einlagern im Fett. Die Konsequenz ist praktisch: Wer mehr wiegt, braucht zum Auffüllen eine höhere Dosis, und Übergewicht ist ein Risikofaktor für den Mangel. Dass ein Mangel selbst zur Gewichtszunahme oder zum dicken Bauch führt, ist nicht belegt (BfR). Wer abnehmen will, sollte deshalb nicht auf Vitamin D setzen, sondern den Mangel beheben, weil er Muskelkraft und Antrieb bremst.

Gut zu wissen

Der Körper speichert Vitamin D im Fett- und Muskelgewebe und setzt es bei Bewegung frei. Deshalb rät das BfR auch im Winter zu Aktivität im Freien: Sie hilft, die Sommerreserven zu nutzen, selbst wenn die Sonne gerade nichts Neues liefert.

Risikogruppen auf einen Blick

  • Menschen, die sich kaum im Freien aufhalten: Pflegebedürftige, chronisch Kranke, Büro- und Schichtarbeit ohne Mittagspause draußen
  • Ältere ab 65, besonders bei eingeschränkter Mobilität
  • Menschen mit dunkler Haut oder verhüllender Kleidung
  • Säuglinge, weil sie nicht in die Sonne sollen und Muttermilch kaum Vitamin D enthält
  • Menschen mit starkem Übergewicht
  • Chronische Darm-, Leber- und Nierenerkrankungen, Einnahme von Antiepileptika
03 Verstehen

So arbeitet Vitamin D in deinem Körper

Drei Stationen von der Haut bis zum Knochen. Wer sie kennt, versteht, warum die Sonne wichtiger ist als der Teller, warum der Blutwert 25(OH)D heißt und warum zu viel genauso schadet wie zu wenig.

1

Bildung in der Haut

UV-B-Strahlung wandelt eine Cholesterin-Vorstufe in der Haut in Vitamin D3 um. Das funktioniert in Deutschland nur von etwa April bis September zur Mittagszeit. Fensterglas, Kleidung und starker Sonnenschutz lassen kaum UV-B durch, im Winter fehlt sie ganz. Aus dem Essen kommen Vitamin D3 (Fisch, Ei) und D2 (Pilze) über den Dünndarm dazu.

2

Speicher: 25(OH)D

Die Leber macht daraus 25-Hydroxyvitamin D, die Speicher- und Transportform mit langer Halbwertszeit. Genau diesen Wert misst das Labor, weil er beide Quellen abbildet, Haut und Nahrung. Der Überschuss aus dem Sommer lagert in Fett- und Muskelgewebe und wird bei Bewegung wieder freigesetzt.

3

Wirkung: Calcitriol

Die Niere aktiviert die Speicherform zu Calcitriol. Das holt Calcium aus dem Darm ins Blut, härtet den Knochen und wirkt an Muskel- und Immunzellen. Fehlt es, bleibt das Calcium im Essen, der Knochen wird weich, die Muskeln schwach. Zu viel davon, nur durch Präparate möglich, treibt das Calcium im Blut nach oben.

04 Diagnose

Vitamin-D-Wert: So wird ein Mangel festgestellt

Gemessen wird nicht das aktive Hormon, sondern die Speicherform 25-Hydroxyvitamin D, kurz 25(OH)D. Sie hat eine lange Halbwertszeit, unterliegt keiner hormonellen Gegenregulation und spiegelt Sonne und Ernährung der letzten Wochen wider. Verwirrend sind die Einheiten: Deutsche Labore geben mal nmol/l, mal ng/ml an. Die Umrechnung ist einfach, ng/ml mal 2,5 ergibt nmol/l. Verwirrend ist auch, dass Labore unterschiedliche Grenzen ansetzen: Manche stufen schon unter 75 nmol/l (30 ng/ml) als unterversorgt ein, andere erst unter 50 nmol/l (20 ng/ml). DGE, BfR, EFSA und die US-Akademie sehen 50 nmol/l als ausreichend an, und die Endocrine Society hat 2024 ihren alten Zielwert von 30 ng/ml zurückgezogen. Für die meisten Menschen ist ein Befund über 50 nmol/l also kein Grund, nachzulegen.

Die drei Stufen der Vitamin-D-Versorgung

  1. 1 Mangel25(OH)D < 30 nmol/l (< 12 ng/ml)

    Risiko für Osteomalazie und Rachitis. Muskelschwäche, Knochenschmerzen, bei Kindern Wachstumsstörungen. Hier gehört aufgefüllt, mit ärztlicher Dosis.

  2. 2 Suboptimal30–50 nmol/l (12–20 ng/ml)

    Nicht jeder in diesem Bereich ist unterversorgt, der Bedarf ist individuell. Im Winter typisch. Sonne im Sommer, bei Risikogruppen 20 µg am Tag.

  3. 3 Ausreichend≥ 50 nmol/l (≥ 20 ng/ml)

    Deckt den Bedarf für die Knochengesundheit auch bei hohem individuellen Bedarf. Studien zeigen keinen Zusatznutzen, wenn man darüber hinaus auffüllt.

Grenzwerte nach BfR, DGE und EFSA (Orientierung des ehemaligen Institute of Medicine). Werte über 100 nmol/l bringen keinen belegten Vorteil; Überdosierung ist nur durch Präparate möglich (Kapitel 5).

Wer sollte messen lassen? Nicht jeder. Die Endocrine Society rät 2024 gesunden Erwachsenen unter 75 ausdrücklich von Routinetests ab, weil ein Screening ohne Beschwerden die Gesundheit nicht messbar verbessert. Sinnvoll ist der Test bei Symptomen aus Kapitel 1, bei Risikogruppen aus Kapitel 2 und vor jeder höher dosierten Einnahme. Bei begründetem Verdacht zahlt die Krankenkasse, als Wunschleistung kostet die Bestimmung meist 20 bis 30 Euro.

Blutröhrchen in einer Arztpraxis: Der 25(OH)D-Wert zeigt, wie gut der Körper mit Vitamin D versorgt ist
Ein Röhrchen genügt. Gemessen wird die Speicherform 25(OH)D, am aussagekräftigsten im März, wenn die Reserven am niedrigsten sind.

Vitamin-D-Mangel Test: Selbsttest aus der Apotheke

Trockenblut-Tests für zu Hause messen dasselbe wie das Labor, mit einem Tropfen Blut aus der Fingerkuppe. Sie sind brauchbar, wenn du zwei Dinge beachtest. Erstens die Jahreszeit: Der Wert ist Ende März am niedrigsten und im September am höchsten. Ein Test direkt nach dem Strandurlaub sagt nichts über deinen Winter. Zweitens die Methode: Automatisierte Immunoassays, die viele Labore und Heimtests nutzen, erfassen Vitamin D2 schlechter als D3. Wer sich pflanzlich ernährt und vor allem D2 aus Pilzen oder angereicherten Produkten aufnimmt, kann dadurch zu niedrig gemessen werden (BfR). Ein einzelner Wert ist ein Hinweis, kein Urteil. Bei niedrigem Ergebnis gehört die Bestätigung und die Dosis in die Praxis.

Umrechnung

Blutwert: ng/ml × 2,5 = nmol/l (20 ng/ml = 50 nmol/l). Dosis: 1 µg = 40 IE, 20 µg = 800 IE, 100 µg = 4.000 IE. Die IE-Angabe steht auf Präparaten, die µg-Angabe in den DGE-Werten.

05 Behandlung

Vitamin-D-Mangel beheben: Was wirklich hilft

Die Behandlung folgt der Ursache, und die heißt fast immer: zu wenig Sonne. Deshalb hat sie zwei Hälften. Von April bis September ist die Mittagssonne die beste Quelle: Gesicht, Hände und Arme zwei- bis dreimal pro Woche für die halbe Sonnenbrandzeit frei, ohne Sonnenschutz, aber nie bis zur Rötung. Von Oktober bis März liefert die Sonne nichts, dann trägt ein Präparat. Mit 20 µg (800 IE) am Tag erreicht man laut BfR ganz ohne Sonne eine ausreichende Versorgung, das ist die Dosis für Risikogruppen und den Winter. Bei einem nachgewiesenen Mangel unter 30 nmol/l reicht das nicht zum Auffüllen. Dann legt die Ärztin für 8 bis 12 Wochen eine höhere Dosis fest, abhängig vom Ausgangswert und vom Körpergewicht, und kontrolliert danach. Solche Auffüll-Dosen sind Medizin, nicht Selbstversorgung. Nimm Vitamin D zur fetthaltigen Mahlzeit, es ist fettlöslich.

Vitamin D3 oder D2, täglich oder wöchentlich

D3 (Cholecalciferol) ist die Form, die die Haut selbst bildet, und hebt den Blutwert zuverlässiger als D2 aus Pilzen; veganes D3 wird aus Flechten gewonnen. Bei der Frequenz ist die Studienlage klar: täglich, niedrig dosiert schlägt selten und hoch. Die Endocrine Society bevorzugt 2024 die tägliche Gabe. In der großen Meta-Analyse zu Atemwegsinfekten schützte Vitamin D nur, wenn es täglich oder wöchentlich ohne Bolus gegeben wurde. Und jährliche oder monatliche Hochdosis-Bolusgaben führten in Studien zu mehr Stürzen und Brüchen, weshalb das BfR davon abrät.

Im Sommer ist die Mittagssonne die beste Quelle, im Winter reichen 20 Mikrogramm am Tag. Alles darüber ohne gemessenen Wert ist keine Vorsorge, sondern ein Risiko.

Michael Pohlmann, Ernährungswissenschafter, fachliche Prüfung dieses Artikels

Wie lange dauert es, bis der Mangel behoben ist

Nichts wirkt in Tagen. Mit einer ärztlich festgelegten Dosis steigt der 25(OH)D-Wert über etwa 8 bis 12 Wochen in den Zielbereich, eine erste Kontrolle ist nach 4 bis 6 Wochen sinnvoll. Muskelkraft und Krämpfe bessern sich oft schon in den ersten Wochen, weicher Knochen braucht Monate, bis er wieder mineralisiert ist. Ohne Präparat füllt sich der Speicher erst mit der Frühlingssonne ab April, und ein Winter mit leeren Reserven bleibt ein Winter mit leeren Reserven.

  1. Woche 0 Messen statt raten

    25(OH)D bei Symptomen oder Risiko bestimmen lassen. Kein Präparat auf Verdacht hochdosieren.

  2. Woche 1–8 Speicher auffüllen

    Dosis nach Wert und Körpergewicht mit der Ärztin festlegen, täglich zur fetthaltigen Mahlzeit, keine Wochen- oder Monats-Bolusgaben.

  3. Nach 8–12 Wochen Kontrolle

    Wert prüfen, auf Erhaltungsdosis wechseln. Muskelkraft ist meist schon besser, Knochenschmerzen brauchen länger.

  4. Danach Halten

    April bis September Mittagssonne auf Gesicht, Hände und Arme. Oktober bis März 20 µg am Tag, wenn du zur Risikogruppe gehörst.

Vitamin-D-Überdosierung: Wann es zu viel wird

Durch die Sonne ist eine Überdosierung unmöglich, die Haut regelt die Produktion selbst. Durch Präparate geht es sehr wohl. Die EFSA hat 2023 die tolerierbare Obergrenze für Erwachsene bei 100 µg (4.000 IE) am Tag bestätigt, für Kinder von 1 bis 10 Jahren bei 50 µg. Wer dauerhaft darüber liegt, riskiert laut BfR eine Abnahme der Knochendichte, mehr Stürze und bei Herzkranken eine schlechtere Herzfunktion. Bei noch höheren Mengen steigt das Calcium im Blut: Übelkeit, Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, Gewichtsverlust, langfristig Nierensteine und Nierenschäden. Produkte mit 10.000 oder 20.000 IE pro Einheit sind deshalb keine Nahrungsergänzung, sondern gehören in ärztliche Hand mit Blutkontrolle. Für die Selbstversorgung empfiehlt das BfR Präparate mit höchstens 20 µg (800 IE) pro Tag.

Nicht auf Verdacht hochdosieren

Große Studien mit über 2.000 Teilnehmenden zeigen: Wer bereits ausreichend versorgt ist, hat von zusätzlichem Vitamin D keinen Nutzen, weder für Knochen noch für Herz, Krebs oder Stürze. Hochdosis ohne Blutwert bringt kein Plus an Gesundheit, nur ein Plus an Risiko.

06 Ernährung

Vitamin D Lebensmittel: Was auf den Teller gehört

Vitamin D steckt nur in wenigen Lebensmitteln, fast alle tierisch: fetter Seefisch, Eigelb, in Spuren Leber, Butter und Käse. Auf der pflanzlichen Seite bleiben Pilze, und die auch nur, wenn sie Licht gesehen haben. Die übliche Ernährung in Deutschland liefert deshalb 2 bis 4 µg am Tag, ein Zehntel bis Fünftel des Werts, der ohne Sonne nötig wäre. Das Ranking zeigt, wo trotzdem am meisten drin ist, pro 100 g und so, wie es auf dem Teller landet.

Vitamin D pro 100 g: Top 10 pflanzlich und tierisch

  1. Maitake (roh): 28.1 µg
  2. Champignons, UV-behandelt (roh): 26.2 µg
  3. Portobello, UV-behandelt (gegrillt): 13.1 µg
  4. Pfifferlinge (roh): 5.3 µg
  5. Morcheln (roh): 5.1 µg
  6. Shiitake (getrocknet): 3.9 µg
  7. Sojadrink, angereichert: 1.2 µg
  8. Mandeldrink, angereichert: 1.0 µg
  9. Austernpilze (roh): 0.7 µg
  10. Shiitake (gekocht): 0.7 µg

Werte pro 100 g, USDA FoodData Central SR Legacy. Pilze liefern Vitamin D2, und nur, wenn sie Licht gesehen haben: normale Zuchtchampignons kommen auf 0,2 µg, UV-bestrahlte auf 26 µg. In Portionen: 100 g Pfifferlinge 5,3 µg, 200 ml angereicherter Sojadrink 2,4 µg, 10 g angereicherte Margarine 0,3 bis 0,8 µg (in Deutschland 2,5 bis 7,5 µg pro 100 g, DGE). Nüsse, Samen, Getreide, Gemüse und Obst enthalten praktisch kein Vitamin D.

Sonne schlägt Teller

Selbst wer zweimal pro Woche fetten Fisch isst, wie es das BfR wegen Vitamin D, Omega-3 und Jod empfiehlt, kommt im Schnitt nicht auf 20 µg am Tag. Das ist keine Aufforderung, es zu lassen, sondern eine Einordnung: Essen ist die Ergänzung, die Haut ist die Hauptquelle, und im Winter springt ein Präparat ein.

Nur Essen 2–4 µg

pro Tag liefert die übliche Ernährung, ein Zehntel bis Fünftel des Bedarfs ohne Sonne

Sommersonne 80–90 %

der Versorgung entstehen in der Haut, wenn du regelmäßig zur Mittagszeit rausgehst

Vitamin-D-reiche Lebensmittel: Lachs, Hering, Champignons, Pfifferlinge und Eigelb auf hellem Untergrund
Fetter Seefisch ein- bis zweimal pro Woche, Eier und Pilze dazu: So holt man aus dem Essen heraus, was geht. Für die Hauptversorgung bleibt die Sonne zuständig.

Was die Bildung fördert und was sie bremst

Weil die Haut die Hauptquelle ist, geht es beim Vitamin D weniger um Kombinationen auf dem Teller als um das, was zwischen Sonne und Haut passiert.

Fördert die Versorgung
  • Mittagssonne April bis September: Gesicht, Hände und Arme zwei- bis dreimal pro Woche frei, halbe Sonnenbrandzeit
  • Bewegung im Freien: setzt gespeichertes Vitamin D aus Fett- und Muskelgewebe frei, auch im Winter
  • Fetter Seefisch ein- bis zweimal pro Woche: Forelle, Lachs, Makrele, Hering
  • Fett zur Mahlzeit: Vitamin D ist fettlöslich, Präparat und Pilze mit etwas Öl
  • UV-bestrahlte Pilze und angereicherte Produkte: Margarine, Pflanzendrinks, Trinkmahlzeiten
Bremst die Versorgung
  • Oktober bis März: UV-B in Deutschland zu schwach, auch bei blauem Himmel
  • Glas, Kleidung, Schatten: UV-B kommt nicht auf die Haut, Büro und Auto zählen nicht
  • Hoher Lichtschutzfaktor bei kurzer Sonne: schützt vor Sonnenbrand, senkt aber die Bildung
  • Alter und dunkle Haut: ab 65 bildet die Haut weniger als die Hälfte, viel Melanin braucht deutlich mehr UV-B
  • Solarium: liefert vor allem UV-A, erhöht das Hautkrebsrisiko, von BfS und BfR abgeraten

Quellen: Konsensempfehlung zu UV-Strahlung und Vitamin D (BfS und 19 Fachgesellschaften), BfR-FAQ 2025, DGE-FAQ 2025.

Vitamin D im Alltag: angereicherte Lebensmittel und Getränke

Weil kaum jemand täglich Fisch isst, sind angereicherte Lebensmittel in vielen Ländern der Normalfall. In Deutschland ist die Anreicherung üblicher Lebensmittel zulassungspflichtig, erlaubt sind vor allem Margarine und Streichfette (2,5 bis 7,5 µg pro 100 g), Pflanzendrinks und seit einigen Jahren UV-behandelte Pilze, Hefe und Milch. Das BfR hält gezielte Anreicherung für sinnvoll, eine flächendeckende nicht. Ein zweiter Weg sind Trinkmahlzeiten mit definierten Nährstoffmengen: Eine Flasche Saturo liefert 1,5 µg Vitamin D, 30 % der Referenzmenge, dazu Calcium, das Vitamin D braucht, um im Knochen anzukommen. Kein Ersatz für Sonne oder für ein Präparat bei Mangel, aber ein planbarer Beitrag an Tagen, an denen Fisch nicht auf dem Plan steht.

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Trinkmahlzeit: eine vollwertige Mahlzeit aus der Flasche

26 Vitamine und Mineralstoffe, darunter Vitamin D und Calcium. Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen und einer normalen Muskelfunktion bei. Referenzwert für Vitamin D: 5 µg pro Tag (NRV). Für Tage, an denen Fisch nicht auf dem Plan steht.

26Vitamine & Mineralstoffe
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Gut zu wissen

Pilze bilden Vitamin D2 wie unsere Haut: durch UV-Licht. Deshalb liegen bestrahlte Champignons bei 26 µg, normale bei 0,2 µg pro 100 g. Wer frische Pilze vor dem Kochen eine Stunde in die Mittagssonne legt, nutzt denselben Effekt; laut einer Übersichtsarbeit bleiben so behandelte Pilze auch nach Lagerung meist über 10 µg pro 100 g.

07 Sonderfälle

Winter, Schwangerschaft, Alter, vegan: Wer besonders aufpassen muss

Vitamin-D-Mangel im Winter

Der Winter ist der Normalfall des Mangels, nicht die Ausnahme. Im nationalen Gesundheitssurvey lag von Oktober bis März jeder vierte Erwachsene unter 30 nmol/l, im Sommer erreichte nur die Hälfte den ausreichenden Wert. Was hilft: die Sommerreserven aufbauen, also von April bis September wirklich rausgehen, sich auch im Winter täglich draußen bewegen, weil das gespeichertes Vitamin D freisetzt, und für Risikogruppen von Oktober bis März 20 µg am Tag. Wer im Februar regelmäßig krank, müde und verspannt ist, lässt einmal messen und weiß es.

Älterer Mann in der Frühlingssonne mit hochgekrempelten Ärmeln: Ab 65 bildet die Haut weniger als die Hälfte an Vitamin D
Ab 65 bildet die Haut weniger als die Hälfte. Zwei- bis dreimal pro Woche Gesicht, Hände und Arme in die Mittagssonne, von April bis September.

Schwangerschaft und Säuglinge

In der Schwangerschaft gelten dieselben 20 µg wie sonst, aber mit einem Unterschied: Die Endocrine Society rät Schwangeren seit 2024 zur Einnahme, weil Präeklampsie, Frühgeburten und ein zu niedriges Geburtsgewicht in Studien seltener wurden, bei allerdings geringer Sicherheit der Daten. Eine Routinemessung braucht es dafür nicht. Nach der Geburt übernimmt die Prophylaxe: Säuglinge sollen nicht in die Sonne, und Muttermilch enthält kaum Vitamin D. Deshalb bekommen sie in Deutschland täglich 10 bis 12,5 µg (400 bis 500 IE) bis zum zweiten erlebten Frühsommer, als Tablette oder Tropfen.

Ab 65: Knochen, Stürze, Pflege

Im Alter treffen drei Dinge zusammen: Die Haut bildet weniger als die Hälfte, viele kommen seltener raus, und der Knochen verliert ohnehin an Dichte. Bei Pflegebedürftigen ist ein Mangel deshalb weit verbreitet; das BfR empfiehlt für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen, eine generelle Gabe von 20 µg am Tag zu erwägen. Die Endocrine Society rät allen ab 75 zur Einnahme, weil sie die Sterblichkeit senken könnte. Was Vitamin D bei gesunden Älteren nicht leistet, hat die VITAL-Studie gezeigt.

Vegan und vegetarisch

Wer keinen Fisch und keine Eier isst, hat aus dem Essen fast nichts, was bei 2 bis 4 µg Durchschnitt ohnehin wenig Unterschied macht. Die Sonne ist für Veganerinnen und Veganer genauso ergiebig wie für alle anderen, im Winter fehlt sie genauso. Pflanzliche Quellen sind UV-behandelte Pilze, angereicherte Pflanzendrinks und Margarine sowie Präparate mit D2 aus Pilzen oder veganem D3 aus Flechten. Zwei Hinweise: D3 hebt den Blutwert zuverlässiger als D2, und die gängigen Immunoassays messen D2 schlechter, der Laborwert kann bei reiner D2-Zufuhr zu niedrig ausfallen (BfR).

Vitamin-D-Mangel Folgen: Knochen, Muskeln, Immunsystem

Unbehandelt führt ein schwerer Mangel bei Erwachsenen zur Osteomalazie, bei Kindern zur Rachitis und trägt im Alter zur Osteoporose bei. Muskelschwäche erhöht das Sturzrisiko. Beim Immunsystem ist die Lage differenzierter: Die Auswertung von 25 Studien mit über 11.000 Personen zeigte, dass tägliches oder wöchentliches Vitamin D Atemwegsinfekte um etwa 12 % seltener machte, bei Menschen mit sehr niedrigen Ausgangswerten unter 25 nmol/l sogar um 70 %. Die aktualisierte Analyse von 2021 mit 46 Studien bestätigte einen kleinen Schutzeffekt, am deutlichsten bei täglichen Dosen von 400 bis 1.000 IE. Für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes fanden die großen Studien bei gut Versorgten dagegen keinen Nutzen. Kurz: Den Mangel beheben lohnt sich, darüber hinaus auffüllen nicht.

08 Nachschlagen

Häufige Fragen zu Vitamin-D-Mangel

Was sind Vitamin-D-Räuber?

Lebensmittel, die Vitamin D rauben, gibt es nicht. Was den Spiegel senkt, ist fehlende UV-B-Strahlung: die Monate Oktober bis März, Glas, Kleidung, hoher Sonnenschutz bei kurzer Sonne. Dazu kommen Alter, dunkle Haut, ein hoher Körperfettanteil (das Vitamin verteilt sich in mehr Gewebe), chronische Darm-, Leber- und Nierenerkrankungen und Medikamente wie Antiepileptika, die den Abbau beschleunigen.

Wie lange dauert es, bis Vitamin D wieder aufgefüllt ist?

Mit einer ärztlich festgelegten Dosis steigt der 25(OH)D-Wert innerhalb von etwa 8 bis 12 Wochen in den Zielbereich, eine erste Kontrolle ist nach 4 bis 6 Wochen sinnvoll. Muskelschwäche und Krämpfe bessern sich oft in den ersten Wochen, Knochen brauchen Monate. Ohne Präparat füllt sich der Speicher erst mit der Frühlingssonne ab April.

Was hat Cholesterin mit Vitamin D zu tun?

Vitamin D3 entsteht in der Haut aus einer Cholesterin-Vorstufe, dem 7-Dehydrocholesterin, sobald UV-B darauf trifft. Ein hoher Cholesterinwert im Blut bedeutet aber nicht mehr Vitamin D, und Vitamin-D-Präparate senken das Cholesterin nicht nachweislich. Beide Werte hängen zwar chemisch zusammen, im Alltag aber nicht.

Sind 10.000 IE Vitamin D pro Tag zu viel?

Ja, dauerhaft. 10.000 IE sind 250 µg, das Zweieinhalbfache der EFSA-Obergrenze von 100 µg (4.000 IE) für Erwachsene. Langfristig drohen ein erhöhter Calciumspiegel, Nierensteine und eine Abnahme der Knochendichte. Solche Dosen gehören nur unter ärztlicher Kontrolle zum Auffüllen eines nachgewiesenen Mangels. 3.000 IE (75 µg) liegen zwar unter der Obergrenze, sind ohne gemessenen Mangel aber unnötig; das BfR empfiehlt für die Selbstversorgung höchstens 20 µg (800 IE) am Tag.

Vitamin D täglich oder wöchentlich einnehmen?

Beides hebt den Blutwert, die Studienlage spricht aber für täglich und niedrig dosiert. Die Endocrine Society bevorzugt 2024 die tägliche Gabe, und in den Meta-Analysen zu Atemwegsinfekten schützte Vitamin D nur ohne Bolusgaben. Monatliche oder jährliche Hochdosen führten in Studien zu mehr Stürzen und Brüchen, das BfR rät davon ab.

Braucht Vitamin D3 immer Vitamin K2 dazu?

Eine offizielle Empfehlung für die Kombination gibt es nicht, das BfR nennt K2 in seiner Vitamin-D-FAQ mit keinem Wort. Die Idee dahinter, K2 lenke das durch Vitamin D aufgenommene Calcium in den Knochen statt in die Gefäße, ist bei üblichen Dosen bis 20 µg ohne belegten Nutzen, weil dabei kein erhöhter Calciumspiegel entsteht. Wer Blutverdünner vom Typ Vitamin-K-Antagonist nimmt, darf K2 nicht ohne ärztliche Rücksprache einnehmen.

Was tut bei Vitamin-D-Mangel weh? Kann er Schmerzen in den Beinen verursachen?

Ja. Typisch sind dumpfe, tiefe Knochenschmerzen in Becken, Hüften, Oberschenkeln, Schienbeinen und im unteren Rücken, weil der Knochen bei Mangel nicht richtig mineralisiert wird. Dazu kommen Muskelschwäche in den Oberschenkeln, Wadenkrämpfe und ein Druckschmerz am Schienbein oder Brustbein. Verspannungen und Gelenkschmerzen werden berichtet, sind aber unspezifisch.

Welche Blutwerte deuten auf Vitamin-D-Mangel hin?

Entscheidend ist 25-Hydroxyvitamin D: unter 30 nmol/l (12 ng/ml) gilt als Mangel, 30 bis 50 als suboptimal, ab 50 nmol/l (20 ng/ml) als ausreichend. Bei schwerem Mangel können zusätzlich Calcium und Phosphat im Blut niedrig, die alkalische Phosphatase und das Parathormon erhöht sein. Das aktive Calcitriol wird nur bei speziellen Fragestellungen gemessen.

Quellen · 18 Quellen anzeigen
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GA
Gregor AßlaberAutor · Redakteur Saturo

Schreibt seit 2019 für Saturo über Ernährung, Nährstoffe und die Frage, wie gute Versorgung im Alltag praktisch funktioniert.

MP
Michael PohlmannFachliche Prüfung · Ernährungswissenschafter

Hat diesen Artikel am 10. September 2026 auf fachliche Richtigkeit geprüft. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.