NährstoffmangelEiner von 30 Artikeln zum Thema

Vitamin-C-Mangel: Symptome, Ursachen und Behandlung

Ständig müde, Zahnfleisch blutet, blaue Flecken ohne Anlass? Fehlt Vitamin C über Monate, wird daraus Skorbut, und den gibt es auch heute noch. Welche Symptome wirklich dazugehören, welcher Blutwert zählt und wo Vitamin C drinsteckt.

Vitamin-C-reiche Lebensmittel auf hellem Travertin: rote und gelbe Paprika, Brokkoli, Kiwi, Orange, Zitrone, schwarze Johannisbeeren, Erdbeeren, Rosenkohl, Petersilie, Hagebutten und Kartoffeln
CVitamin C
Vitamin-C-Quellen im Überblick: Paprika, Brokkoli, Rosenkohl und Petersilie liefern mehr als Zitrusfrüchte; Kiwi, schwarze Johannisbeeren und Erdbeeren liegen vorn beim Obst.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Tagesbedarf
95–110mg

Empfehlung der DGE: Frauen 95, Männer 110 Milligramm am Tag. Wer raucht, braucht 135 bzw. 155 mg, weil der Körper Vitamin C schneller verbraucht.

Vorrat reicht
2 Monate

Der Körper speichert rund 1.500 mg und baut davon täglich etwa 3 % ab. Skorbut beginnt erst, wenn weniger als 300 mg übrig sind.

Erstes Symptom nach
12 Wochen

So lange dauerte es im klassischen Selbstversuch ohne Vitamin C bis zur ersten Müdigkeit. Hautzeichen folgten nach 19, Blutungen nach 23 Wochen.

Der Tagesbedarf steckt in
½ Paprika

Eine halbe rote Paprika (80 g) liefert 102 mg Vitamin C, mehr als der Tagesbedarf einer Frau. Eine halbe Zitrone kommt auf 32 mg.

01 Erkennen

Vitamin-C-Mangel Symptome: Woran du ihn erkennst

Vitamin C hält Kollagen stabil, das Eiweiß in Gefäßwänden, Haut und Zahnfleisch. Ein Mangel entwickelt sich trotzdem über Monate, weil er rund 1.500 mg speichert. Am Anfang stehen Müdigkeit, Reizbarkeit und Gelenkschmerzen, erst nach Monaten folgt Skorbut: blutendes Zahnfleisch, Einblutungen an den Beinen, raue Haut, gedrehte Haare. In Deutschland ist das selten, bei Rauchen, sehr einseitigem Essen oder Aufnahmestörungen aber real. Die Checkliste sortiert, was dazugehört.

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Welche Anzeichen kennst du von dir?

Tippe an, was auf dich zutrifft. Du siehst dann, wie viele typische Anzeichen und Risiken zusammenkommen.

Erste Anzeichen: Müdigkeit, Schwäche, Gelenkschmerzen

Das früheste Symptom ist Erschöpfung, kein Hautbild. In der Depletionsstudie der US-Gesundheitsinstitute, in der sieben Männer monatelang mit unter 5 mg Vitamin C am Tag lebten, berichteten sechs am Tiefpunkt über Müdigkeit oder Reizbarkeit; mit 30 bis 60 mg war beides binnen einer Woche weg. Der Harvard-Chirurg John Crandon spürte im Selbstversuch 1939 die erste Müdigkeit nach zwölf Wochen. Dazu kommen Gewichtsabnahme und Muskel- und Gelenkschmerzen, bei Kindern bis zur Gehverweigerung. Nichts davon ist spezifisch, dieselben Beschwerden passen zu Eisenmangel oder Schlafmangel; den Vitamin-C-Mangel verrät die Ernährungsgeschichte.

Was passiert, wenn Vitamin C fehlt: der Zeitverlauf aus den klassischen Studien

  1. Woche 0 bis 5 Der Speicher leert sich

    Der Körper trägt rund 1.500 mg Vitamin C und baut täglich etwa 3 % ab. Nach 35 bis 40 Tagen ohne Zufuhr ist im Blut nichts mehr messbar, Beschwerden gibt es noch keine.

  2. Woche 8 bis 13 Müdigkeit, Reizbarkeit, erste Hautzeichen

    Crandon spürte nach 12 Wochen die erste Erschöpfung. In der Iowa-Studie erschienen nach 8 bis 13 Wochen raue Knötchen an den Haarwurzeln der Oberarme. Der Körperbestand liegt um die 300 mg.

  3. Woche 13 bis 27 Zahnfleisch, Blutungen, Gelenke

    Zahnfleischveränderungen kamen in Iowa zwischen der 5. und 27. Woche, Crandons Beinblutungen in Woche 23. Dazu Gelenkschmerzen, blaue Flecken ohne Anlass, Korkenzieherhaare. Jetzt spricht man von Skorbut.

  4. Danach Manifester Skorbut

    Wunden heilen nicht mehr, Blutarmut, Wassereinlagerungen, Zähne lockern sich. Unbehandelt endet Skorbut tödlich. Behandelt bessern sich die Symptome in Tagen und verschwinden in ein bis zwei Wochen (Kapitel 5).

Vitamin-C-Mangel Symptome Psyche: Müdigkeit, Stimmung, Reizbarkeit

Müdigkeit und Reizbarkeit sind belegt, eine Depression durch Vitamin-C-Mangel ist es nicht. Vitamin C wird im Gehirn gebraucht, um aus Dopamin den Botenstoff Noradrenalin zu bauen, der Wachheit und Antrieb steuert; deshalb kommen diese Zeichen in allen Depletionsstudien vor den körperlichen. Ein systematischer Review von 2020 fand höhere Depressionswerte bei niedrigen Spiegeln und Fallserien, in denen eine Depression bei Skorbut nach Vitamin C verschwand. Es fehlt der kontrollierte Versuch, in dem Vitamin C eine Depression bessert; deshalb steht Stimmung in der Tabelle bei möglich.

Vitamin-C-Mangel Symptome Haut und Haare: Einblutungen, Knötchen, Korkenzieherhaare

Die Haut zeigt den Mangel in fester Reihenfolge. Zuerst die follikuläre Hyperkeratose: harte Knötchen an den Haarwurzeln, zuerst an den Oberarmen, dann an Oberschenkeln und Gesäß, die Haut wird rau wie Reibeisen. Dann Einblutungen rund um die Haarwurzeln, vor allem an den Unterschenkeln, die zu Petechien und blauen Flecken ohne Anlass werden. Drittens heilen Wunden nicht mehr, alte Narben können aufgehen. Die Haare fallen nicht aus, sie wachsen verdreht und brüchig nach: Korkenzieherhaare. Diffuser Haarausfall passt zu Eisen oder Zink, „trockene Haut“ ist zu unspezifisch.

Feine rote Punkte am Unterschenkel: Einblutungen rund um die Haarwurzeln sind das typischste Hautzeichen eines Vitamin-C-Mangels
Punktförmige Einblutungen an den Unterschenkeln und raue Knötchen an den Oberarmen: Das ist das Hautbild, das zu Vitamin-C-Mangel passt. Es kommt nach Monaten, nicht nach Tagen.

Vitamin-C-Mangel Symptome bei Frauen

Es gibt keine frauenspezifischen Symptome, weder im MSD Manual noch in den dermatologischen Referenzen. Was sich unterscheidet, sind die Werte: Frauen brauchen 95 mg am Tag, Männer 110, Schwangere ab dem vierten Monat 105, Stillende 125, rauchende Frauen 135 mg. Dazu ein indirekter Zusammenhang über das Eisen: Frauen vor den Wechseljahren sind viel häufiger von Eisenmangel betroffen, und Vitamin C in derselben Mahlzeit verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen (Kapitel 6). Haarausfall, Gewichtszunahme oder Wechseljahresbeschwerden als Vitamin-C-Zeichen: dafür gibt es keine Studie.

Symptom-Check

Was wirklich zu Vitamin-C-Mangel passt

Zwölf Beschwerden, nach denen am häufigsten gesucht wird, und was die Studien dazu sagen: belegt (Referenzwerk oder Depletionsstudie), möglich (Beobachtung oder Mechanismus), unbelegt (keine Primärquelle).

Was die Studien sagenEinstufung
Müdigkeit, ReizbarkeitFrühestes Zeichen in allen Depletionsstudien, 6 von 7 Probanden bei den US-InstitutenBelegt
Zahnfleisch geschwollen, blutetKernsymptom des Skorbuts in MSD Manual und DermNet, mit Zahnlockerung bei langem MangelBelegt
Punktblutungen, blaue FleckenEinblutungen um die Haarwurzeln, Petechien und Purpura an den BeinenBelegt
Raue Haut, KorkenzieherhaareFollikuläre Hyperkeratose und gedrehte, brüchige Haare, zuerst an Armen und BeinenBelegt
Gelenk-, Muskel-, BeinschmerzenFrühsymptom laut MSD; im Kakuma-Ausbruch 2018 hatten 58 % geschwollene BeineBelegt
Schlechte WundheilungCrandons Wunde im 6. Monat bildete kein Bindegewebe; alte Narben können aufgehenBelegt
Depressive StimmungQuerschnittsdaten und kleine Studien im Review 2020, keine kontrollierte Studie mit Vitamin C als TherapieMöglich
BlutarmutBei Skorbut häufig, über Blutungen, Eisen- und Folataufnahme erklärt, keine Einzelstudie geprüftMöglich
AugenEinblutungen in die Bindehaut bei schwerem Skorbut (MSD); Sehstörungen nicht beschriebenMöglich
Zunge glatt, brennendKeine Primärquelle; glatte rote Zunge ist typisch für B12- und EisenmangelUnbelegt
Gewichtszunahme, BauchfettKeine Studie; Skorbut geht laut MSD eher mit Gewichtsabnahme einherUnbelegt
Schwitzen, HaarausfallKeine Primärquelle; diffuser Haarausfall passt zu Eisen und Zink, nicht zu Vitamin CUnbelegt

Einstufung nach den Quellen in Kapitel 8 (MSD Manual, DermNet, Altmeyers, Levine 1996, Plevin und Galletly 2020, CDC 2019, Fallbericht 2026). Stand 24. September 2026.

Skorbut: Symptome der schwersten Form

Skorbut ist die Diagnose für den ausgeprägten Mangel und entsteht nach ein bis drei Monaten ohne ausreichende Zufuhr. Das Zahnfleisch ist sein Leitorgan, weil kein Gewebe sein Kollagen so schnell erneuert: Es schwillt an, wird violett und schwammig, blutet bei Berührung, die Zähne lockern sich. Dazu spontane Blutungen an den Unterschenkeln, in die Bindehaut und in Gelenke, nässende Wunden, Wassereinlagerungen und Blutarmut. Kleinkinder verweigern das Laufen (Pseudoparalyse). Unbehandelt endet Skorbut tödlich, behandelt ist der Befund nach ein bis zwei Wochen unauffällig. Häufiges Zahnfleischbluten hat meist eine Zahnfleischentzündung als Ursache.

Wann zum Arzt

Blutendes Zahnfleisch zusammen mit Einblutungen an den Beinen, Müdigkeit und Gelenkschmerzen: zeitnah in die Hausarztpraxis mit einem Vitamin-C-Wert. Sofort bei einem Kind, das plötzlich nicht mehr laufen will, bei Blut im Stuhl oder großflächigen Blutergüssen.

02 Ursachen

Vitamin-C-Mangel Ursachen: Wer wirklich gefährdet ist

Ein Mangel entsteht auf vier Wegen: zu wenig im Essen, also über Wochen kaum Obst, Gemüse und Kartoffeln; Mehrbedarf durch Rauchen, Fieber, Entzündungen und Operationen; Verluste bei der Dialyse; und eine gestörte Aufnahme nach Darmoperationen und bei chronischen Darmerkrankungen. Der Vorrat von rund 1.500 mg reicht bei Nullzufuhr etwa zwei Monate. Zuerst dein Bedarf, dann die Gruppen, bei denen es knapp wird.

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Wie viel Vitamin C brauchst du pro Tag?

Wähle, wer du bist und ob du rauchst. Der Wert ist die empfohlene Zufuhr der DGE, die den Raucherzuschlag schon einrechnet.

Wer
Rauchen
95mg pro Tag

Frau, Nichtraucher:in: Frauen ab 19 Jahren. 95 mg stecken in einer halben roten Paprika oder in zwei Kiwis. Die EFSA nennt denselben Wert.

Zu wenig Obst und Gemüse: Kinder, Pflege, Armut

Deutschland ist im Durchschnitt gut versorgt: Erwachsene nahmen in der Nationalen Verzehrsstudie II im Median rund 130 mg am Tag auf, trotzdem erreichten 32 % der Männer und 29 % der Frauen den damaligen Referenzwert von 100 mg nicht. In Pflegeheimen lag die Zufuhr in der ErnSTES-Studie rund 50 % unter dem Referenzwert; das Risiko ist die Pflegebedürftigkeit, nicht das Alter. Bei Kindern hat sich die Skorbut-Rate in US-Kliniken von 2016 bis 2020 verdreifacht, bei 64 % der Kinder war eine Autismus-Spektrum-Störung mit sehr enger Lebensmittelauswahl dokumentiert.

Rauchen und Passivrauchen: 40 % mehr Verbrauch

Rauchen ist der einzige Lebensstilfaktor mit eigenem Referenzwert: 155 mg für Männer, 135 mg für Frauen, jeweils 40 mg mehr. Der oxidative Stress durch Tabakrauch verbraucht Vitamin C, der Umsatz liegt um rund 40 % höher. In der US-Bevölkerungsstudie lagen die Blutspiegel von Rauchenden im Mittel 15 µmol/l unter denen der Nichtrauchenden. Passivrauchen gilt als weiterer Faktor, ohne eigenen Zahlenwert. Der Zuschlag gleicht nur den Mehrverbrauch aus: Vitamin C schützt nicht vor Lungenkrebs oder Gefäßschäden, und „Welche Vitamine sollten Raucher nehmen?“ hat als ehrliche Antwort „keine, sondern aufhören“.

Alkohol, Krankheiten, Dialyse, Darm-OP

Alkohol wirkt doppelt: Wer viel trinkt, isst meist wenig Frisches, und die Leber steht unter oxidativem Stress; ein Fallbericht beschreibt einen 56-Jährigen, dessen Skorbut auf der Intensivstation für eine Gefäßentzündung gehalten wurde. Dialyse wäscht Vitamin C aus dem Blut, beschrieben sind Werte unter 10 µmol/l, gleichzeitig ist Hochdosis bei Nierenschwäche wegen des Oxalats riskant. Aufnahmestörungen entstehen nach Magenbypass, bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Kurzdarm. Mehrbedarf entsteht bei Fieber, chronischen Entzündungen, großen Operationen, Verbrennungen und Chemotherapie; auch Essstörungen sind beschrieben. Für Diabetes als eigenständige Ursache fand die Recherche keine belastbare Quelle.

03 Verstehen

So arbeitet Vitamin C im Körper

Drei Stationen vom Teller bis zur Gefäßwand. Wer sie kennt, versteht, warum der Vorrat zwei Monate reicht, warum Rauchen mehr verbraucht und warum ab einer bestimmten Menge alles im Urin landet.

1

Aufnahme im Dünndarm

Vitamin C steckt fast nur in Pflanzen: Paprika, Kohl, Kartoffeln, Beeren, Zitrusfrüchte. Fleisch, Milch, Eier und Getreide liefern praktisch nichts. Im Dünndarm holt ein Transporter das Vitamin ins Blut, und der hat eine Kapazität: Aus 200 mg kommt fast alles an, ab etwa 400 mg am Tag ist das Blut gesättigt und die Niere scheidet den Rest in Stunden aus. Vitamin C ist wasserlöslich und empfindlich gegen Hitze, Sauerstoff und Licht; beim Kochen wandert ein Teil ins Wasser.

2

Speicher und Verbrauch

Der Körper trägt bei guter Versorgung rund 1.500 mg Vitamin C, am dichtesten in Nebennieren, Gehirn und weißen Blutkörperchen, die 14-mal so viel enthalten wie das Blutplasma. Täglich werden etwa 3 % verbraucht. Deshalb reicht der Vorrat bei Nullzufuhr rund zwei Monate, und Skorbut beginnt, wenn weniger als 300 mg übrig sind. Rauchen erhöht den Umsatz um rund 40 %, Fieber, Entzündungen und Operationen ebenfalls; die Dialyse wäscht es direkt aus dem Blut.

3

Wirkung: Kollagen, Botenstoffe, Eisen

Vitamin C ist Kofaktor der Enzyme, die Kollagen vernetzen; ohne sie bleibt die Dreifachhelix instabil, und Gefäßwände, Zahnfleisch, Haut und Wundgewebe verlieren ihren Halt. Im Gehirn hilft es, aus Dopamin Noradrenalin zu bauen, in der Muskulatur Carnitin für die Energiegewinnung. Es hält Eisen aus Pflanzen in der Form, die der Darm aufnimmt, und fängt als Antioxidans freie Radikale ab. Fehlt es, hakt es überall gleichzeitig, sichtbar zuerst dort, wo Kollagen am schnellsten erneuert wird: am Zahnfleisch.

04 Diagnose

Vitamin-C-Mangel feststellen: Blutwert und Test

Ob Vitamin C fehlt, zeigt ein einziger Wert: Ascorbinsäure im Blutplasma in µmol/l (1 mg/l entspricht 5,7 µmol/l). Unter 11 µmol/l ist Mangel, als gut versorgt gilt ein Wert um 50 µmol/l, an dem auch die EFSA ihre Referenzwerte ausrichtet. Gemessen wird selten, weil der Wert bei normal essenden Menschen fast immer in Ordnung ist und die Probe empfindlich ist.

Vitamin C im Blut: der Laborwert und seine Tücken

Der Wert ist einfach zu messen, aber schwer richtig zu messen. Vitamin C oxidiert, sobald es das Gefäß verlässt: In Vollblut ist es nur etwa 30 Minuten stabil, deshalb verlangen Labore Heparin-Plasma, das sofort zentrifugiert, eingefroren und lichtgeschützt transportiert wird. Für dich: nüchtern kommen, in den Tagen davor keine Präparate, und sagen, wenn du gerade viel Obst gegessen hast, denn der Wert spiegelt die letzten Tage. Bei Blutungszeichen, Kindern mit enger Lebensmittelauswahl oder nach Darmoperationen ist die Messung Kassenleistung, ohne Anlass eine Wunschleistung.

Blutprobe in Alufolie in der Kühlbox: Vitamin C zerfällt im Röhrchen schnell, deshalb muss die Probe sofort gekühlt und lichtgeschützt ins Labor
Lichtgeschützt, gekühlt, sofort ins Labor: Vitamin C oxidiert im Röhrchen innerhalb von Stunden. Eine falsch behandelte Probe zeigt einen Mangel, der gar nicht da ist.

Vitamin-C-Mangel Test: Selbsttest, Heimtest, Urinstreifen

Keiner der angebotenen Selbsttests misst einen Mangel. Online-Selbsttests der Hersteller sind Fragebögen, die Müdigkeit und Erkältungen zusammenzählen und bei der Empfehlung landen, ein Präparat zu kaufen. Urin-Teststreifen zeigen, ob die Niere Vitamin C ausscheidet, und das tut sie erst bei gesättigtem Blut ab etwa 400 mg am Tag; ein negativer Streifen heißt „nicht übervoll“, nicht „Mangel“. Heimtests mit Blut aus der Fingerkuppe scheitern daran, dass Vitamin C im Tropfen nach Stunden nicht mehr das ist, was es bei der Abnahme war. Der ehrlichste Selbsttest: zwei Portionen Obst oder Gemüse am Tag und nicht rauchen.

Vor dem Test

Drei Tage vorher keine Vitamin-C-Präparate oder Brausetabletten, sonst misst das Labor die Tablette. Nüchtern kommen, Rauchen und viel Obst erwähnen. Bei Einblutungen gleich das Blutbild dazu: Zu wenige Blutplättchen machen dieselben Punkte auf der Haut.

Was Ärzt:innen zusätzlich prüfen: Skorbut sieht aus wie eine Gefäßentzündung

Der häufigste Fehler ist, dass niemand an Skorbut denkt. Ein Fallbericht von 2026: Eine 45-Jährige kommt mit Beinschmerzen, Schwellungen und einem punktförmigen Ausschlag an beiden Unterschenkeln seit fünf Monaten. Die Ärzt:innen vermuten eine Vaskulitis, geben Kortison, nichts hilft. Erst die Ernährungsanamnese bringt die Wende: drei Jahre fast nur Eiskaffee, Vitamin-C-Wert unter 3 µmol/l. Der Unterschied steckt im Gewebe: Bei einer Gefäßentzündung greifen Abwehrzellen die Wand an, beim Skorbut ist sie nur brüchig, das Blut sickert ohne Entzündung heraus, und die Gerinnungswerte bleiben normal.

Schaubild

Kollagen mit und ohne Vitamin C: Sechs Stellen, an denen es reißt

Links hält vernetztes Kollagen Kapillare, Haarfollikel und Zahnfleisch zusammen, rechts fehlt Vitamin C: Die Fasern bleiben brüchig, Blut sickert ins Gewebe, die Wunde schließt nicht. Eine Entzündung gibt es dabei nicht.

1 2 3 4 5 6
Genug Vitamin CZu wenig Vitamin C
  1. 1
    Gefäßwand: das Kollagengerüst

    Vitamin C ist Kofaktor der Enzyme, die Kollagenfasern vernetzen. Fehlt es, bleiben die Fasern instabil und die Kapillare wird durchlässig, ohne dass Abwehrzellen beteiligt sind.

  2. 2
    Haut: die Einblutungen

    Blut tritt aus den brüchigen Kapillaren ins Gewebe: rote Punkte um die Haarwurzeln, flächige Purpura, blaue Flecken. Vor allem an den Unterschenkeln, wo der Druck in den Gefäßen am höchsten ist.

  3. 3
    Haarfollikel: das Korkenzieherhaar

    Die Verhornung im Follikel staut sich zu einem Knötchen, das Haar wächst verdreht und brüchig nach. Zuerst an den Oberarmen, dann an Beinen und Gesäß.

  4. 4
    Zahnfleisch: schwillt und blutet

    Kein Gewebe erneuert sein Kollagen so schnell wie das Zahnfleisch. Es schwillt an, wird violett und schwammig, blutet bei Berührung, und die Zähne verlieren ihren Halt.

  5. 5
    Wunde: heilt nicht

    Für neues Bindegewebe braucht der Körper frisches Kollagen. Ohne Vitamin C bildet sich in der Wunde nur ein Gerinnsel, keine Narbe; alte Narben können wieder aufgehen.

  6. 6
    Gelenk: die Einblutung

    Blut sammelt sich im Gelenk und unter der Knochenhaut. Das Gelenk schwillt an und schmerzt; bei Kleinkindern ist das der Grund, warum sie plötzlich nicht mehr laufen wollen.

Vereinfachtes Schema nach DermNet, MSD Manual und dem Fallbericht 2026 zur pseudovaskulitischen Skorbut. Die Gerinnung selbst funktioniert beim Vitamin-C-Mangel normal, anders als beim Vitamin-K-Mangel.

05 Behandlung

Vitamin-C-Mangel beheben: Was hilft und wie schnell

Ein nachgewiesener Vitamin-C-Mangel gehört zu den dankbarsten Diagnosen: Das Mittel ist billig, wird geschluckt, und die Besserung kommt innerhalb von Tagen. Die Behandlung hat zwei Ebenen: Vitamin C nachfüllen, bei leichtem Mangel über das Essen, bei Skorbut mit einem Präparat in ärztlicher Dosis, und die Ursache abstellen, sonst ist der Mangel in Monaten wieder da.

Mit Ernährung: der Standardweg bei knappen Speichern

Wer zwischen 11 und 50 µmol/l liegt oder wochenlang kaum Obst und Gemüse gegessen hat, braucht kein Rezept, sondern zwei Portionen am Tag. Schon 25 bis 30 mg täglich verhindern laut dermatologischem Referenzwerk die Hautveränderungen, mit 100 mg sind die weißen Blutkörperchen gesättigt, mit 200 mg ist das Blut fast am Maximum: eine halbe rote Paprika, zwei Kiwis oder ein Glas frischer Orangensaft mit einer Portion Brokkoli. Zwei Dinge zählen mehr als die Sorte: Regelmäßigkeit, weil der Spiegel nach zwei, drei obstfreien Tagen sinkt, und schonende Zubereitung (Kapitel 6).

Von Bedarf bis Infusion: Vitamin C in Zahlen

  1. 1 Bedarf95–110 mg

    Empfehlung der DGE für Erwachsene, Rauchende 135 bzw. 155 mg. Eine halbe Paprika oder zwei Kiwis decken das; eine Flasche Trinkmahlzeit liefert 24 mg, also 30 % der Referenzmenge.

  2. 2 Sättigung200–400 mg

    Ab etwa 200 mg am Tag ist das Blut nahezu gesättigt, ab 400 mg vollständig; alles darüber geht in den Urin. Das BfR schlägt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 250 mg je Tagesdosis vor.

  3. 3 Obergrenze1.000–2.000 mg

    Bis 1 g zusätzlich laut EFSA ohne Beschwerden, ab 2 g laut US-Behörden Durchfall und Krämpfe. Ab 1 g als Präparat verdoppelte sich bei Männern das Nierensteinrisiko, bei Frauen nicht.

  4. 4 InfusionGrammbereich

    Bei Sepsis wurden in der größten Studie 200 mg je Kilogramm am Tag infundiert, ohne Nutzen. Fallberichte beschreiben Nierenversagen durch Oxalat. Für Skorbut reicht oral.

DGE-Referenzwerte (D-A-CH 2015), Levine 1996, BfR-Höchstmengenvorschläge (2021, bestätigt 2024), EFSA/SCF 2004, IOM 2000, Thomas 2013, Ferraro 2016, LOVIT 2022.

Vitamin-C-Mangel beheben mit Präparaten: Dosis, Dauer, wann ärztlich

Bei Skorbut braucht es ein Präparat und eine ärztliche Diagnose. Die Referenzwerke liegen im selben Bereich: Das MSD Manual nennt 500 bis 1.000 mg am Tag für ein bis zwei Wochen, die Ärzte ohne Grenzen 250 mg dreimal täglich. Die Dosis wird aufgeteilt, weil der Darm je Einzeldosis nur etwa 100 bis 200 mg aufnimmt. Die Hautzeichen bessern sich in 24 bis 72 Stunden, Müdigkeit in drei bis fünf Tagen, nach ein bis zwei Wochen ist der Befund unauffällig; Haare, Narben und bei Kindern die Knochen brauchen Wochen bis Monate.

Bei Vitamin C stimmt die Reihenfolge fast immer: erst der Teller, dann der Blutwert, dann das Präparat. Wer eine halbe Paprika am Tag isst, braucht keine Kapsel. Und wer wirklich einen Mangel hat, spürt die Besserung innerhalb von Tagen, dafür reichen ein paar hundert Milligramm, kein Gramm.

Joerg Hauke, Ernährungsexperte, fachliche Prüfung dieses Artikels

Vitamin C Überdosierung und Infusion: Wie viel ist zu viel?

Über das Essen unmöglich, die Frage stellt sich bei Präparaten. Die EFSA hält 1.000 mg zusätzlich am Tag für frei von Magen-Darm-Beschwerden, das BfR leitet daraus seine Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel von 250 mg ab, die US-Behörden setzen die Grenze bei 2.000 mg, darüber werden Durchfall und Krämpfe häufig. Das ernstere Risiko sind Nierensteine: In einer schwedischen Kohorte mit 23.000 Männern verdoppelten Präparate das Risiko, bei Frauen fand sich kein Zusammenhang. Infusionen braucht Skorbut nicht, und die größte Studie bei Sepsis fand mehr Todesfälle unter Hochdosis als unter Placebo.

06 Ernährung

Vitamin C Lebensmittel: Wo am meisten drinsteckt

Vitamin C steckt nur in Pflanzen: Fleisch, Fisch, Milch, Käse und Eier liefern null Milligramm, Ausnahme Innereien. Deshalb zeigen die Balken Obst gegen Gemüse, jeweils die zehn stärksten Alltagslebensmittel pro 100 g. Zwei Überraschungen vorweg: Die Zitrone steht nicht an der Spitze, und die Kartoffel ist laut Verzehrsstudie eine der wichtigsten Quellen im Alltag, wegen der Menge, nicht des Gehalts.

Vitamin C pro 100 g: Top 10 Obst und Top 10 Gemüse

  1. Schwarze Johannisbeere: 181 mg
  2. Kiwi: 93 mg
  3. Erdbeere: 59 mg
  4. Orange: 53 mg
  5. Zitrone (ohne Schale): 53 mg
  6. Ananas: 48 mg
  7. Rote Johannisbeere: 41 mg
  8. Grapefruit: 38 mg
  9. Cantaloupe-Melone: 37 mg
  10. Mango: 36 mg

Werte pro 100 g roh, USDA FoodData Central SR Legacy 2018. In Portionen: eine Kiwi 70 mg, eine Schale Erdbeeren 88 mg, eine Orange 69 mg, eine halbe Zitrone 32 mg. Nicht im Balken: Exoten wie Guave (228 mg) und Superquellen wie Acerola, Hagebutte und Sanddorn (450 bis 1.678 mg, fast nur als Saft oder Pulver).

Vitamin C Obst: Kiwi und Beeren schlagen die Zitrone

Zitrone und Orange liegen beide bei 53 mg pro 100 g, und eine ganze Zitrone isst niemand. Eine Kiwi bringt mit 93 mg fast das Doppelte, 100 g schwarze Johannisbeeren mit 181 mg mehr als den Tagesbedarf, selbst Erdbeeren (59 mg) liegen vor der Zitrone. Sind Bananen reich an Vitamin C? Nein, 8,7 mg pro 100 g, ein Apfel 4,6. Die echten „Vitamin-C-Bomben“ Acerola, Hagebutte und Sanddorn liefern 450 bis über 1.600 mg, werden aber fast nur als Saft, Mus oder Pulver gegessen.

Vitamin C Gemüse: Paprika, Kohl und was Kochen kostet

Gemüse ist die stärkere Quelle: gelbe Paprika 184 mg, rote 128, grüne 80 mg pro 100 g. Dahinter die Kohlfamilie mit 60 bis 65 mg selbst nach dem Kochen; die Kartoffel liefert mit 200 g nur 26 mg, aber an Tagen ohne Frisches. Der größte Verlust beim Kochen ist Auswaschung: In viel Wasser gekocht behält Gemüse 55 % des Vitamin C, gedämpft 75 bis 85 %, Grünkohl fällt von 93 auf 18 mg. Deshalb dämpfen statt kochen, Kochwasser in die Suppe, Kartoffeln in der Schale; Tiefkühlgemüse ist nicht schlechter als frisches.

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Wie viel Vitamin C steckt in …?

Werte in mg pro 100 g, Obst und Paprika roh, Kohl und Kartoffeln gekocht. Die Ampel zeigt: ab 40 mg viel, 10 bis 39 mittel, darunter wenig.

  • Paprika, gelb 18480 g = 146,8 mg, roh (USDA)
  • Chili/Peperoni, rot 14415 g = 21,6 mg, roh (USDA)
  • Paprika, rot 12880 g = 102,2 mg, roh (USDA)
  • Paprika, grün 80,480 g = 64,3 mg, roh (USDA)
  • Knoblauch 31,23 g = 0,9 mg, roh (USDA)
  • Okra 2380 g = 18,4 mg, roh (USDA)
  • Pastinake 17100 g = 17 mg, roh (USDA)
  • Radieschen 14,850 g = 7,4 mg, roh (USDA)
  • Erbsen grün 14,280 g = 11,4 mg, gekocht (USDA)
  • Tomate 13,7120 g = 16,4 mg, roh (USDA)
  • Zucchini 12,9100 g = 12,9 mg, gekocht (USDA)
  • Lauch Porree 12100 g = 12 mg, roh (USDA)
  • Fenchel Knolle 12100 g = 12 mg, roh (USDA)
  • Grüne Bohnen 9,7100 g = 9,7 mg, gekocht (USDA)
  • Sellerieknolle Knollensellerie 8100 g = 8 mg, roh (USDA)
  • Spargel 7,7150 g = 11,6 mg, gekocht (USDA)
  • Zwiebel 7,450 g = 3,7 mg, roh (USDA)
  • Karotte Möhre 5,980 g = 4,7 mg, roh (USDA)
  • Zuckermais 5,580 g = 4,4 mg, gekocht (USDA)
  • Rote Bete 3,6100 g = 3,6 mg, gekocht (USDA)
  • Sellerie Stange 3,140 g = 1,2 mg, roh (USDA)
  • Gurke 2,8100 g = 2,8 mg, roh, mit Schale (USDA)
  • Aubergine 2,2100 g = 2,2 mg, roh (USDA)
  • Grünkohl Braunkohl, Federkohl, roh 93,475 g = 70,1 mg, roh, z. B. als Salat oder im Smoothie (USDA)
  • Brokkoli 64,9100 g = 64,9 mg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Rosenkohl 62100 g = 62 mg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Kohlrabi 62100 g = 62 mg, roh (USDA)
  • Rotkohl Rotkraut 5780 g = 45,6 mg, roh (USDA)
  • Chinakohl Pak Choi 45100 g = 45 mg, roh (USDA)
  • Blumenkohl Karfiol 44,3100 g = 44,3 mg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Weißkohl Weißkraut 36,680 g = 29,3 mg, roh (USDA)
  • Grünkohl Braunkohl, Federkohl, gekocht 18150 g = 27 mg, gekocht, abgetropft; roh 93 mg, der Verlust beim Kochen ist bei Grünkohl besonders groß (USDA)
  • Sauerkraut 14,7100 g = 14,7 mg, Konserve, abgetropft (USDA)
  • Petersilie, frisch 1334 g = 5,3 mg, roh, gehackt (USDA)
  • Brunnenkresse 4315 g = 6,5 mg, roh (USDA)
  • Feldsalat Rapunzel, Vogerlsalat 3550 g = 17,5 mg, roh (BLS 4.0)
  • New-Zealand-Spinat 3075 g = 22,5 mg, roh (USDA)
  • Spinat 28,175 g = 21,1 mg, roh (USDA)
  • Chicorée Blattgemüse-Variante 2480 g = 19,2 mg, roh (USDA)
  • Rucola Rauke 1520 g = 3 mg, roh (USDA)
  • Spinat, gekocht 9,8150 g = 15 mg, gekocht, abgetropft; roh 28 mg (USDA)
  • Radicchio 850 g = 4 mg, roh (USDA)
  • Endivie 6,580 g = 5,2 mg, roh (USDA)
  • Eisbergsalat 2,850 g = 1,4 mg, roh (USDA)
  • Honigmelone Cantaloupe 36,7150 g = 55,1 mg, roh (USDA)
  • Honigmelone Honeydew 18150 g = 27 mg, roh (USDA)
  • Granatapfel 10,2100 g = 10,2 mg, roh, Kerne (USDA)
  • Aprikose Marille 10120 g = 12 mg, roh (USDA)
  • Sauerkirsche 10100 g = 10 mg, roh (USDA)
  • Pflaume Zwetschge 9,5100 g = 9,5 mg, roh (USDA)
  • Banane 8,7120 g = 10,4 mg, roh (USDA)
  • Wassermelone 8,1200 g = 16,2 mg, roh (USDA)
  • Rhabarber 8100 g = 8 mg, roh (USDA)
  • Kaki Persimone 7,5100 g = 7,5 mg, roh (USDA)
  • Kirsche, süß 7100 g = 7 mg, roh (USDA)
  • Pfirsich 6,6150 g = 9,9 mg, roh (USDA)
  • Nektarine 5,4150 g = 8,1 mg, roh (USDA)
  • Apfel 4,6150 g = 6,9 mg, roh, mit Schale (USDA)
  • Birne 4,3150 g = 6,5 mg, roh (USDA)
  • Weintrauben 3,2100 g = 3,2 mg, roh (USDA)
  • Feige 280 g = 1,6 mg, roh (USDA)
  • Sanddornbeere 45020 g = 90 mg, roh (meist als Saft/Mus) (BLS 4.0)
  • Schwarze Johannisbeere 181100 g = 181 mg, roh (USDA)
  • Erdbeere 58,8150 g = 88,2 mg, roh (USDA)
  • Rote/weiße Johannisbeere 41100 g = 41 mg, roh (USDA)
  • Holunderbeere nur gekocht essen 36Rohwert 36 mg je 100 g, ein Teil geht beim Kochen verloren; roh leicht giftig (USDA)
  • Stachelbeere 27,7100 g = 27,7 mg, roh (USDA)
  • Himbeere 26,2125 g = 32,8 mg, roh (USDA)
  • Brombeere 21125 g = 26,3 mg, roh (USDA)
  • Preiselbeere Cranberry 1450 g = 7 mg, roh (USDA)
  • Blaubeere Heidelbeere 9,7125 g = 12,1 mg, roh (USDA)
  • Orange 53,2130 g = 69,2 mg, roh (USDA)
  • Zitrone 5360 g = 31,8 mg, roh, ohne Schale (USDA)
  • Grapefruit 38,1200 g = 76,2 mg, roh (USDA)
  • Limette 29,150 g = 14,6 mg, roh (USDA)
  • Mandarine Clementine 26,780 g = 21,4 mg, roh (USDA)
  • Acerola 1.67850 g = 838,8 mg, roh (exotisch, in DE kaum frisch erhältlich) (USDA)
  • Hagebutte 1.04520 g = 209 mg, roh (nicht so gegessen, s. Block 4) (BLS 4.0)
  • Guave 228100 g = 228,3 mg, roh (USDA)
  • Kiwi 92,775 g = 69,5 mg, roh (USDA)
  • Litschi 71,5100 g = 71,5 mg, roh (USDA)
  • Papaya 60,9150 g = 91,4 mg, roh (USDA)
  • Ananas 47,8150 g = 71,7 mg, roh (USDA)
  • Mango 36,4150 g = 54,6 mg, roh (USDA)
  • Passionsfrucht 3050 g = 15 mg, roh (USDA)
  • Physalis Kapstachelbeere 1130 g = 3,3 mg, roh (USDA)
  • Avocado 1070 g = 7 mg, roh (USDA)
  • Kokosnuss Fruchtfleisch 3,330 g = 1 mg, roh (USDA)
  • Süßkartoffel Batate 19,6150 g = 29,4 mg, gekocht (gebacken in Schale) (USDA)
  • Kartoffel 13200 g = 26 mg, gekocht, in der Schale (USDA)
  • Sojabohnen 1,7100 g = 1,7 mg, gekocht, mit Salz (USDA)
  • Linsen 1,5150 g = 2,3 mg, gekocht (USDA)
  • Kichererbsen 1,3150 g = 2 mg, gekocht (USDA)
  • Acerolasaft 1.60030 g = 480 mg, roh (USDA)
  • Sanddornsaft 26630 g = 79,8 mg, Saft (BLS 4.0)
  • Tomatensaft 70,1200 g = 140,2 mg, Konserve (USDA)
  • Orangensaft, frisch gepresst 50200 g = 100 mg, roh, frisch gepresst (USDA)
  • Zitronensaft 38,720 g = 7,7 mg, roh (USDA)
  • Grapefruitsaft 38200 g = 76 mg, roh (USDA)
  • Orangensaft, aus Konzentrat 36,2200 g = 72,4 mg, Konzentrat, verdünnt (1+3 Wasser) (USDA)
  • Ananassaft 10200 g = 20 mg, Konserve, ohne Zusatz von Ascorbinsäure (USDA)
  • Saturo Trinkmahlzeit 400 ml 6,0eine Flasche = 24 mg = 30 % der Referenzmenge, alle Sorten; Nährwerttabelle
  • Apfelsaft 0,9200 g = 1,8 mg, ungesüßt, ohne Zusatz von Ascorbinsäure (USDA)
  • Traubensaft 0,1200 g = 0,2 mg, ungesüßt, ohne Zusatz von Ascorbinsäure (USDA)
  • Paprika, rot, gegrillt in Öl Konserve 86,950 g = 43,5 mg, Konserve, abgetropft (BLS 4.0)
  • Weinsauerkraut 19,7100 g = 19,7 mg, roh (BLS 4.0)
  • Kartoffelchips 13,730 g = 4,1 mg, Chips, verschiedene Sorten (BLS 4.0)
  • Sauerkrautsaft 8100 g = 8 mg, Gemüsesaft aus Sauerkraut (BLS 4.0)
  • Esskastanie Marone, europäisch 43100 g = 43 mg, roh, geschält (USDA)
  • Esskastanie Marone, geröstet 26100 g = 26 mg, geröstet (USDA)
  • Haselnuss 6,330 g = 1,9 mg, roh (USDA)
  • Walnuss 1,330 g = 0,4 mg, roh (USDA)
  • Cashewkern 0,530 g = 0,2 mg, roh (USDA)
  • Honig 0,520 g = 0,1 mg, – (USDA)
  • Erdnuss 030 g = 0 mg, roh (USDA)
  • Vollkornbrot 050 g = 0 mg, fertig gebacken (USDA)
  • Reis, weiß 0150 g = 0 mg, gekocht (USDA)
  • Nudeln Teigwaren 0150 g = 0 mg, gekocht (USDA)
  • Hühnerleber 27,9100 g = 27,9 mg, gegart (USDA)
  • Schweineleber 23,6100 g = 23,6 mg, gegart (USDA)
  • Lachs 3,7120 g = 4,4 mg, gegart (USDA)
  • Kabeljau 1120 g = 1,2 mg, gegart (USDA)
  • Schweinefleisch Lachsbraten/Lende 0,6150 g = 0,9 mg, roh (USDA)
  • Joghurt, Vollmilch 0,5150 g = 0,8 mg, natur (USDA)
  • Milch, Vollmilch 0200 g = 0 mg, 3,25 % Fett (USDA)
  • Ei 060 g = 0 mg, roh (USDA)
  • Käse Cheddar 030 g = 0 mg, – (USDA)
  • Hähnchenbrust 0150 g = 0 mg, roh (USDA)
  • Rinderhack 0150 g = 0 mg, roh, 85/15 (USDA)
  • Auster 0100 g = 0 mg, roh (USDA)

Vitamin C und Eisen: Wie viel die Kombination bringt

In der einzelnen Mahlzeit viel, über die Gesamternährung wenig. Vitamin C hält pflanzliches Eisen in der Form, die der Darm aufnimmt; die EU hat „Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme“ als Health Claim zugelassen. Als zwölf Personen aber mehrere Wochen zwischen 51 und 247 mg am Tag aßen, änderte sich ihre Eisenaufnahme nicht messbar, und bei 440 Frauen mit Eisenmangelanämie brachte 200 mg Vitamin C zur Eisentablette nichts zusätzlich. Praktisch: Paprika zu Linsen, Orange zum Haferbrei, Kaffee und Tee eine Stunde weg vom Essen. Mehr im Eisenmangel-Artikel.

Vitamin-C-reiche Lebensmittel auf hellem Stein: Paprika, Brokkoli, Rosenkohl, Kohlrabi, Kiwi, Orange, schwarze Johannisbeeren, Erdbeeren, Petersilie, Kartoffeln und Sauerkraut
Paprika und Kohl für den Großteil, Beeren und Zitrus fürs Frühstück, Kartoffeln für die Tage ohne Salat: Wer täglich aus dieser Auswahl isst, deckt den Bedarf ohne Tabelle.

Vitamin C im Alltag: Trinkmahlzeiten

An Tagen ohne Frisches fehlt oft genau die eine Portion Obst oder Gemüse. Eine Trinkmahlzeit mit definierten Nährstoffmengen ist dann ein planbarer Beitrag: Eine Flasche Saturo (400 ml) liefert 24 mg Vitamin C, 30 % der Referenzmenge von 80 mg, in jeder Sorte gleich, dazu die anderen 25 Vitamine und Mineralstoffe. Das ersetzt weder die Paprika noch die Behandlung eines Mangels. Zugelassene Aussagen laut EU: Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion des Zahnfleisches bei, zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung und zu einer normalen Funktion des Immunsystems.

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Trinkmahlzeit: eine vollwertige Mahlzeit aus der Flasche

26 Vitamine und Mineralstoffe, darunter Vitamin C, Eisen und Vitamin D. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion des Zahnfleisches und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei und erhöht die Eisenaufnahme. Referenzmenge Vitamin C: 80 mg pro Tag (NRV).

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07 Sonderfälle

Skorbut heute, Seefahrer, Erkältung: Was du sonst über Vitamin C wissen solltest

Kein Nährstoff hat eine Geschichte wie Vitamin C, und Skorbut gibt es noch: In England stieg die Zahl der Krankenhausfälle in zehn Jahren von 61 auf 128, in den USA hat sich die Rate bei Kindern verdreifacht. Vier Gesichter kehren wieder: das Kleinkind mit enger Lebensmittelauswahl, der pflegebedürftige ältere Mensch, der Mensch mit Alkoholabhängigkeit und die Person mit Essstörung oder extremer Diät.

Holzkiste mit Zitronen und Orangen auf einem Schiffsdeck: Zitrusfrüchte beendeten den Skorbut auf den Schiffen der Royal Navy
Zwei Orangen und eine Zitrone am Tag: Linds Zitrusgruppe war nach sechs Tagen wieder auf den Beinen. Die Navy brauchte trotzdem 48 Jahre, bis der Saft zur Ration gehörte.

Skorbut und die Seefahrer: die erste kontrollierte Studie der Medizin

Zwischen 1500 und 1800 starben nach Schätzungen mindestens zwei Millionen Seeleute an Skorbut. Am 20. Mai 1747 begann der Schiffsarzt James Lind auf der HMS Salisbury das Experiment, das als erste kontrollierte klinische Studie gilt: zwölf erkrankte Seeleute, sechs Zweiergruppen, sechs Mittel, darunter zwei Orangen und eine Zitrone am Tag. Nur die Zitrusgruppe war nach sechs Tagen dienstfähig. Lind veröffentlichte 1753, die Royal Navy führte Zitrussaft 1795 ein, danach verschwand der Skorbut von ihren Schiffen. „Ascorbinsäure“ heißt wörtlich „gegen Skorbut“; isoliert wurde sie erst 1928, 1937 gab es dafür zwei Nobelpreise.

Vitamin C in Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangere brauchen ab dem vierten Monat 105 mg am Tag, Stillende 125 mg, weil Muttermilch rund 5 mg je 100 ml enthält. „Warum kein Vitamin C in der Schwangerschaft?“ Gemeint ist die Hochdosis: Die Obergrenze von 2.000 mg gilt auch für Schwangere, und ein Cochrane-Review fand für hochdosierte Präparate keinen Nutzen gegen Frühgeburt oder Präeklampsie. Der oft zitierte „Rebound-Skorbut“ beim Neugeborenen beruht auf einem einzigen, unzuverlässigen Bericht aus den 1960er-Jahren. Knapp wird es erst bei nicht gestillten Kindern zwischen 6 und 12 Monaten, also mit der Beikost.

Vitamin C bei Erkältung und Sport: Was die Studien zeigen

Vitamin C verhindert keine Erkältung, verkürzt sie aber etwas. Ein Cochrane-Review mit 11.306 Menschen fand: Wer regelmäßig Vitamin C einnimmt, erkältet sich nicht seltener, ist aber pro Erkältung kürzer krank, Erwachsene um 8 %, Kinder um 14 %; nachträglich eingenommen bringt es nichts. Die Ausnahme sind Menschen unter extremer Belastung: Bei Marathon und Kälteeinsätzen halbierte es die Erkältungen. Beim Training gilt Vorsicht mit Gramm-Dosen: Eine norwegische Studie zeigte, dass hochdosiertes Vitamin C plus E die Anpassung an Ausdauertraining abschwächte. Bedarf decken ja, Gramm-Dosen nein.

Liposomal, natürlich, hochdosiert: Was die Werbung verspricht

Drei Verkaufsargumente, drei Befunde. „Natürliches Vitamin C ist besser“: 36 Männer bekamen sechs Wochen entweder eine halbe Gold-Kiwi oder eine 50-mg-Kautablette, es gab keinen Unterschied. „Liposomal wird besser aufgenommen“: Neun von zehn Studien zeigten höhere Blutspitzen, aber nur nach Einzeldosen, und wer 200 mg aus dem Essen bekommt, hat ein gesättigtes Blut. „Hochdosiert wirkt mehr“: Für keinen Endpunkt jenseits des Mangels ist belegt, dass 1.000 mg mehr bringen als 100. Was bleibt, stimmt seit 1747: Wer keins hat, braucht es dringend, wer genug hat, braucht nicht mehr.

08 Nachschlagen

Häufige Fragen zu Vitamin-C-Mangel

Wie merke ich, dass ich zu wenig Vitamin C habe?

Zuerst an Müdigkeit, Reizbarkeit und Gelenkschmerzen nach zwei bis drei Monaten ohne Vitamin C. Deutlich wird es mit Zahnfleisch, das schwillt und blutet, roten Pünktchen an den Unterschenkeln und gedrehten Haaren. Sicherheit gibt der Blutwert: unter 11 µmol/l ist Mangel.

Wie sieht die Haut bei Vitamin-C-Mangel aus?

Zuerst rau mit kleinen harten Knötchen an den Haarwurzeln, meist an Oberarmen und Oberschenkeln. Dann rote bis violette Punkte rund um die Haarwurzeln, vor allem an den Unterschenkeln, später blaue Flecken ohne Anlass. Wunden heilen schlecht, alte Narben können aufgehen. Trockene Haut allein ist kein Zeichen.

Gibt es Skorbut heute noch?

Ja, selten, aber zunehmend. In den USA hat sich die Rate bei Kindern zwischen 2016 und 2020 verdreifacht, zwei Drittel hatten eine Autismus-Spektrum-Störung; in England stiegen die Krankenhausfälle in zehn Jahren von 61 auf 128. Betroffen sind auch pflegebedürftige Ältere und Menschen mit Alkoholabhängigkeit oder Essstörungen.

Was haben Seefahrer gegen Skorbut gemacht?

Lange nichts Wirksames, deshalb starben zwischen 1500 und 1800 mindestens zwei Millionen Seeleute. 1747 zeigte James Lind mit zwölf kranken Matrosen, dass Orangen und Zitronen heilen, Essig und Meerwasser nicht. Die Royal Navy führte Zitrussaft 1795 ein; im U-Boot gibt es Zitronen aus demselben Grund.

Was hat mehr Vitamin C, Paprika oder Orange? Sind Bananen reich an Vitamin C?

Paprika, mit Abstand: gelbe 184 mg, rote 128 mg pro 100 g, Orange 53 mg, genauso viel wie die Zitrone. Eine halbe rote Paprika liefert 102 mg, mehr als den Tagesbedarf einer Frau. Bananen sind keine Vitamin-C-Quelle mit 8,7 mg, ein Apfel hat 4,6 mg. Beim Obst führen schwarze Johannisbeeren und Kiwi.

Sind 1000 mg Vitamin C am Tag zu viel?

Krank machen sie die meisten nicht, nützen tun sie auch nicht: Ab 200 bis 400 mg ist das Blut gesättigt, der Rest geht in den Urin. Ab 2.000 mg drohen Durchfall und Krämpfe, das BfR empfiehlt höchstens 250 mg je Tagesdosis. Bei Männern verdoppelten Präparate ab 1.000 mg das Nierensteinrisiko.

Wann darf man Vitamin C nicht nehmen? Schadet es den Nieren?

Aus Lebensmitteln nie. Hochdosen meiden bei Nierensteinen oder Nierenschwäche, weil Vitamin C zu Oxalat abgebaut wird, bei der Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose und vor einer Blutabnahme. Ab einigen hundert Milligramm verfälscht es Urin-Teststreifen und bei Infusionen Blutzuckermessgeräte.

Kann man Vitamin C und Eisen zusammen einnehmen? Warum abends?

Für eine Uhrzeit gibt es keine Evidenz, die Regelmäßigkeit zählt. Vitamin C zu pflanzlichem Eisen in derselben Mahlzeit ist sinnvoll, Paprika zu Linsen, Orange zum Haferbrei. Zur Eisentablette bringt eine Vitamin-C-Tablette nichts mehr. Kaffee und Tee gehören eine Stunde weg vom Eisen.

Quellen · 56 Quellen anzeigen
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Gregor Aßlaber
Gregor AßlaberAutor · Redakteur Saturo

Schreibt seit 2019 für Saturo über Ernährung, Nährstoffe und die Frage, wie gute Versorgung im Alltag praktisch funktioniert.

Joerg Hauke
Joerg HaukeFachliche Prüfung · Ernährungsexperte

Hat diesen Artikel am 24. September 2026 auf fachliche Richtigkeit geprüft. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.