Table of Contents
1 Sodbrennen - was hilft?
2 Tipps zum Vorbeugen von Sodbrennen
3 Ursachen von Sodbrennen
4 Wie äußert sich Sodbrennen?

Wenn du h√§ufig mit Sodbrennen aufwachst, bist du nicht alleine! Die Ursachen f√ľr Sodbrennen sind genauso vielf√§ltig wie die potenziellen Ma√ünahmen, die du treffen kannst, um Sodbrennen zu bek√§mpfen. Wir zeigen dir, was Sodbrennen verursacht und wie du Sodbrennen aktiv vorbeugen kannst.

Sodbrennen - was hilft?

Dort, wo die Speiser√∂hre in den Magen m√ľndet, befindet sich ein ringf√∂rmiger Muskel, der als unterer Speiser√∂hrenschlie√ümuskel bezeichnet wird. Dieser Muskel fungiert als Ventil und soll verhindern, dass die S√§ure des Magens in die Speiser√∂hre flie√üt. Ein gesunder Schlie√ümuskel sollte sich nur √∂ffnen, wenn du z. B. schluckst oder r√ľlpst. Leidest du an Sodbrennen, ist die Funktionen dieses Muskels beeintr√§chtigt. Wenn du z. B. viel Mineralwasser trinkst, baut sich Druck im Magen auf, sodass S√§ure durch die √Ėffnung gedr√ľckt wird. Es gibt viele Lebensmittel und allt√§gliche Angewohnheiten, die zu Sodbrennen f√ľhren k√∂nnen. Zum Gl√ľck gibt es daher auch viele Ma√ünahmen, die du treffen kannst, um Sodbrennen zu bek√§mpfen und vorzubeugen. Mit diesen Tipps kannst du deinem Sodbrennen ein Ende bereiten!

Achte darauf, wie viel du isst

Die Wahl der Lebensmittel spielt eine wichtige Rolle, doch als grundlegende Faustregel gilt: Vermeide es, große Mahlzeiten schnell herunterzuschlingen, sondern lass dir Zeit beim Essen. Bei den meisten Menschen macht sich Sodbrennen nach dem Verzehr großer Mahlzeiten bemerkbar[1] und außerdem können diese auch bereits bestehendes Sodbrennen verschlimmern.[2]

Achte darauf, wann du isst

Menschen, die an Sodbrennen leiden, sollten drei Stunden vor dem Einschlafen nichts mehr essen. Das Essen kurz vor dem Schlafengehen f√ľhrt zu st√§rkeren Refluxbeschwerden.[3]

Achte darauf, was du isst

Wenn du an Sodbrennen leidest, gibt es bestimmte Lebensmittel, die du unbedingt vermeiden solltest. Hierzu zählen vor allem säurehaltige Lebensmittel oder Lebensmittel, die Wirkstoffe enthalten, die die Magensäureproduktion anregen. Hierzu zählen:

  • Kohlens√§urehaltige Getr√§nke¬†(Mineralwasser, Cola, Limonaden etc.)[4]
  • S√§urehaltige S√§fte¬†(z. B. Orangen-, Ananas- oder Grapefruitsaft)
  • S√§urehaltige Lebensmittel¬†(Tomaten, Ananas und alle Zitrusfr√ľchte)
  • √úberm√§√üiger Verzehr von Lebensmitteln mit sehr hohem Fettgehalt und vor allem frittierte Mahlzeiten
  • Koffein: Wenn du dennoch auf deinen Kaffee morgens nicht verzichten willst, k√∂nntest du auf Espresso umsteigen. Er wird l√§nger ger√∂stet, wodurch weniger Kaffees√§ure entsteht und er stattdessen mehr Bitterstoffe enth√§lt. Dennoch entspannt das darin enthaltene Koffein eventuell den Schlie√ümuskel.
  • Schokolade: Kakao f√ľhrt oft zu Serotoninsch√ľben (also Gl√ľcksgef√ľhlen). Dieser Anstieg kann dazu f√ľhren, dass sich der Schlie√ümuskel deiner Speiser√∂hre entspannt. Zudem kann Kakao Koffein enthalten.[5]

Trotz wachsendem Ernährungsbewusstseins und verbesserter Lebensmittelsicherheit in Entwicklungsländern ist Mangelernährung ein allgegenwärtiges Thema der öffentlichen Gesundheit. Während kalorische Defizite und Hungersnöte in den meisten Ländern mittlerweile Geschichte sind, ist ein Mangel einzelner Nährstoffe aufgrund einer einseitigen Ernährungsweise in manchen Ländern auf dem Vormarsch.[1]

Weitere Tipps f√ľr Ern√§hrung gegen Sodbrennen:

  • Wasser und Tee gegen Sodbrennen: Als Durstl√∂scher solltest du am besten nur auf stilles Wasser oder unges√ľ√üte Tees zur√ľckgreifen.
  • Milde Obstsorten, die wenig S√§ure enthalten, wie z. B. Bananen, Mangos, Avocados, Pfirsiche oder Weintrauben sind besonders empfehlenswert.
  • Alle Kr√§uter, au√üer Minzearten, kannst du bedenkenlos konsumieren. Sie helfen auch, deine begrenzte Auswahl an Gerichten ordentlich aufzupeppen, ohne das Sodbrennen zu verschlimmern.

5. Verzichte auf Alkohol bis das Sodbrennen vorbei ist

Alkoholkonsum erhöht die Intensität von Reflux und Sodbrennen. Selbst moderater Alkoholkonsum kann Sodbrennen verursachen. Daher solltest du Alkohol vermeiden und insbesondere auf alkoholische, kohlensäurehaltige Getränke wie Sekt oder Bier verzichten.[7]

6. Kaue Kaugummi

Kaugummi ist ein teilweise wirksames Hausmittel gegen Sodbrennen. Auch wenn er nicht verhindern kann, dass Magensäure in die Speiseröhre fließt, kann er deine Beschwerden lindern, indem er den Säuregehalt in der Speiseröhre reduziert. Zudem fördert er die Speichelproduktion, was bei Sodbrennen besonders hilfreich ist. Geheimtipp: Kaufe Kaugummi, der Bikarbonat enthält. Bikarbonat ist sehr basisch und kann somit den pH-Wert deines Körpers ausgleichen.[8]

7. Achte darauf wie du schläfst

Hebe das Kopfende deines Bettes an

Viele Menschen sind in der Nacht w√§hrend des Schlafens von Sodbrennen betroffen. Das beeintr√§chtigt die Schlafqualit√§t und erschwert das Einschlafen. √úberlege dir in diesem Falle, ein h√∂heres Kissen zu besorgen, oder den Lattenrost deines Bettes etwas zu kr√ľmmen.[9]

Wenn du Seitenschläfer bist, schlafe auf der linken Seite

Es ist erwiesen, dass das Schlafen auf der rechten Seite den n√§chtlichen S√§urereflux verschlimmern kann. Deine Speiser√∂hre m√ľndet in die rechte Seite deines Magens. Wenn du also auf der rechten Seite liegst, bedeckt der Spiegel der Magens√§ure den unteren Speiser√∂hrenschlie√ümuskel. Dies erh√∂ht das Risiko von S√§urereflux w√§hrend des Schlafens.

Tipps zum Vorbeugen von Sodbrennen

Die oben erw√§hnten Ma√ünahmen treffen auch zur Pr√§vention von Sodbrennen zu. Obwohl es dir ggf. leicht f√§llt deine Essenszeiten und Schlafgewohnheiten dementsprechend anzupassen, m√∂chtest du wahrscheinlich nicht f√ľr den Rest deines Lebens auf Tomaten oder Zitrusfr√ľchte verzichten. Wenn du bereits mehrfach von Sodbrennen betroffen warst, kann es daher besonders hilfreich sein, dass du darauf achtest, welche Lebensmittel du gegessen hast und wie du dich danach gef√ľhlt hast. So kannst du eventuell bestimmte Ausl√∂ser identifizieren, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Wenn du starkes √úbergewicht hast, hilft ein Gewichtsverlust um den Druck im Magen und somit die Belastung auf den unteren Schlie√ümuskel der Speiser√∂hre zu reduzieren.

Ursachen von Sodbrennen

Sodbrennen ist ein Hauptsymptom von GERD (gastro√∂sophageale Refluxkrankheit) und wird durch den R√ľckfluss von Magens√§ure in die Speiser√∂hre verursacht. Alle Risikofaktoren und Ursachen von Sodbrennen erh√∂hen entweder die Produktion von Magens√§ure und/oder sie verursachen strukturelle Ver√§nderungen (Entspannung des unteren Speiser√∂hrenschlie√ümuskels), die dazu f√ľhren, dass Magens√§ure leichter in die Speiser√∂hre flie√üen kann.

Neben den bereits oben erw√§hnten Nahrungsmitteln gibt es auch diverse rezeptfreie Medikamente, die Sodbrennen ausl√∂sen k√∂nnen. Hierzu z√§hlen vor allem Ibuprofen, Aspirin und Naproxen. Die folgende Zust√§nde und Angewohnheiten sind ebenfalls erwiesene Risikofaktoren f√ľr Sodbrennen:

  • Rauchen kann die Funktion des unteren Speiser√∂hrenschlie√ümuskels beeintr√§chtigen, wodurch S√§ure in die Speiser√∂hre zur√ľckflie√üen kann.[10]
  • Eine Schwangerschaft kann zu einem erh√∂hten Druck im Bauchraum f√ľhren und die Funktion des Schlie√ümuskels beeintr√§chtigen.
  • Auf die gleiche Art und Weise kann auch Adipositas (Fettleibigkeit) zu erh√∂htem Druck im Bauchbereich f√ľhren und somit Sodbrennen verursachen.
  • Neben GERD ist Sodbrennen auch ein Symptom f√ľr weitere prim√§re Erkrankungen der Speiser√∂hre, wie zum Beispiel Sakoidose und Sklerodermie.
  • Eine Hiatushernie, bei der ein Teil des Bauches im Brustkorb statt im Bauchraum liegt, kann die Funktionsweise des unteren Schlie√ümuskels der Speiser√∂hre beeintr√§chtigen und ist ein Risikofaktor f√ľr einen S√§urereflux und somit Sodbrennen. Die Hiatushernie an sich verursacht keine Symptome. Erst wenn der Schlie√ümuskel versagt, entsteht Sodbrennen.[11]

Wie äußert sich Sodbrennen?

Der Schmerz, der von Sodbrennen verursacht wird, wird meist als brennendes Gef√ľhl hinter dem Brustbein empfunden. Oftmals kann der Schmerz des Sodbrennens mit dem Schmerz eines Herzinfarkts verwechselt werden.

Der Schmerz kann im unteren Brustkorb verbleiben oder in den hinteren Teil des Rachens ausstrahlen und dort einen sauren Geschmack verursachen. Wenn es in der N√§he des Kehlkopfes im Rachen einen S√§urereflux gibt, kann er sogar Hustenanf√§lle oder Heiserkeit verursachen. Chronischer unbehandelter Reflux √ľber l√§ngere Zeitr√§ume kann so stark sein, dass die S√§ure den Zahnschmelz auf den Z√§hnen angreift und so Karies verursacht.

Auch wenn dich der Schmerz nicht besonders stört, solltest du Sodbrennen nie ignorieren:

Wenn Sodbrennen ignoriert wird, k√∂nnen wiederkehrende Reizungen und Entz√ľndungen der Speiser√∂hre zu Geschw√ľren f√ľhren. Diese k√∂nnen schwere Blutungen verursachen. Der Reflux kann auch Zellen der Speiser√∂hre sch√§digen. Dies kann zu einer Erkrankung namens Barrett-√Ėsophagus f√ľhren. Barrett-√Ėsophagus wird stark mit einem erh√∂hten Risiko f√ľr Speiser√∂hrenkrebs assoziiert.[12]

FAQ ‚Äď H√§ufig gestellte Fragen zu Sodbrennen

Was hilft bei Sodbrennen?

Eine Umstellung deiner Schlaf- und Essgewohnheiten sind das A und O in der Bekämpfung von Sodbrennen. Gewichtsverlust, Verzicht auf Alkohol oder auf das Rauchen helfen ebenfalls.

Was essen bei Sodbrennen?

Fettarme Mahlzeiten, milde Obstsorten, Kräuter und im allgemeinen basische (d. h. nicht säurehaltige Lebensmittel) sind bei Sodbrennen besonders empfehlenswert.

Wie f√ľhlt sich Sodbrennen an?

Sodbrennen f√ľhlt sich meist wie ein Brennen in der Mitte deiner Brust, hinter dem Brustbein, an. Dieses Gef√ľhl kann f√ľr mehrere Stunden anhalten und bis in den Rachen ausstrahlen. Meist tritt Sodbrennen in der Fr√ľh nach dem Aufwachen auf.

Woher kommt Sodbrennen?

Sodbrennen wird von Magensäure verursacht, die in die Speiseröhre fließt und so das dortige Gewebe reizt.

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Quellen

  1. Dent, J., Brun, J., Fendrick, A., Fennerty, M., Janssens, J., Kahrilas, P., Lauritsen, K., Reynolds, J., Shaw, M., & Talley, N. (1999).¬†An evidence-based appraisal of reflux disease management--the Genval Workshop Report. Gut, 44 Suppl 2(Suppl 2), S1‚ÄďS16.
  2. Castell, D. O., Murray, J. A., Tutuian, R., Orlando, R. C., & Arnold, R. (2004).¬†Review article: the pathophysiology of gastro-oesophageal reflux disease - oesophageal manifestations. Alimentary pharmacology & therapeutics, 20 Suppl 9, 14‚Äď25.
  3. Fujiwara, Y., Machida, A., Watanabe, Y., Shiba, M., Tominaga, K., Watanabe, T., Oshitani, N., Higuchi, K., & Arakawa, T. (2005).¬†Association between dinner-to-bed time and gastro-esophageal reflux disease. The American journal of gastroenterology, 100(12), 2633‚Äď2636.
  4. ¬†Johnson, T., Gerson, L., Hershcovici, T., Stave, C., & Fass, R. (2010).¬†Systematic review: the effects of carbonated beverages on gastro-oesophageal reflux disease. Alimentary pharmacology & therapeutics, 31(6), 607‚Äď614.
  5. Murphy, D. W., & Castell, D. O. (1988).¬†Chocolate and heartburn: evidence of increased esophageal acid exposure after chocolate ingestion. The American journal of gastroenterology, 83(6), 633‚Äď636.
  6. Holzer P. (2007).¬†Taste receptors in the gastrointestinal tract. V. Acid sensing in the gastrointestinal tract. American journal of physiology. Gastrointestinal and liver physiology, 292(3), G699‚ÄďG705.
  7. Chen, S. H., Wang, J. W., & Li, Y. M. (2010).¬†Is alcohol consumption associated with gastroesophageal reflux disease?. Journal of Zhejiang University. Science. B, 11(6), 423‚Äď428.
  8. Sakamoto, Y., Kato, S., Sekino, Y., Sakai, E., Uchiyama, T., Iida, H., Hosono, K., Endo, H., Fujita, K., Koide, T., Takahashi, H., Yoneda, M., Tokoro, C., Goto, A., Abe, Y., Kobayashi, N., Kubota, K., Maeda, S., Nakajima, A., & Inamori, M. (2011).¬†Change of gastric emptying with chewing gum: evaluation using a continuous real-time C breath test (BreathID system). Journal of neurogastroenterology and motility, 17(2), 174‚Äď179.
  9. Khan, B. A., Sodhi, J. S., Zargar, S. A., Javid, G., Yattoo, G. N., Shah, A., Gulzar, G. M., & Khan, M. A. (2012).¬†Effect of bed head elevation during sleep in symptomatic patients of nocturnal gastroesophageal reflux. Journal of gastroenterology and hepatology, 27(6), 1078‚Äď1082.
  10. Pandolfino, J. E., & Kahrilas, P. J. (2000).¬†Smoking and gastro-oesophageal reflux disease. European journal of gastroenterology & hepatology, 12(8), 837‚Äď842.
  11. Pandolfino J. E. (2007).¬†Hiatal hernia and the treatment of Acid-related disorders. Gastroenterology & hepatology, 3(2), 92‚Äď94.
  12. Reid, B. J., Li, X., Galipeau, P. C., & Vaughan, T. L. (2010).¬†Barrett's oesophagus and oesophageal adenocarcinoma: time for a new synthesis. Nature reviews. Cancer, 10(2), 87‚Äď101.