Chloridmangel: Symptome, Ursachen und Blutwert

Muskelkrämpfe, Schwäche, und im Blutbild steht Chlorid zu niedrig? Zu wenig Chlorid entsteht fast nie durch das Essen, sondern durch Verluste wie Erbrechen oder Entwässerungstabletten. Welche Symptome passen, welcher Wert normal ist und was hilft.

Chloridquellen auf Travertin: Roggenbrot, Weizenbrötchen, Feta, Parmaschinken, Räucherforelle, Salzgurke, Oliven, Sellerie, Fenchel, Datteln, Miesmuscheln, Milch und Salz
17ClChlorid
Chloridquellen im Überblick: Brot, Käse, Schinken, Räucherfisch und Salzgurke liefern es über das Salz; Sellerie, Fenchel, Datteln, Muscheln und Milch sind die wenigen natürlichen Quellen.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Schätzwert DGE
2.300mg

So viel Chlorid am Tag gilt für Erwachsene, Schwangere und Stillende als angemessen, abgeleitet 2016 und in der Auflage 2025 unverändert. Das steckt in knapp 4 g Kochsalz, weniger als einem Teelöffel.

Zufuhr in Deutschland
5 bis 6 g

So viel Chlorid nehmen Frauen und Männer hier täglich auf, mehr als das Doppelte des Schätzwerts. 70 bis 75 % davon kommen aus verarbeiteten Lebensmitteln wie Brot, Wurst und Käse, nicht aus dem Salzstreuer.

Normwert im Blut
95 bis 107mmol/l

Je nach Labor liegt der Referenzbereich bei 95 bis 105 oder 98 bis 107 mmol/l, Nachschlagewerke nennen bis 110. Einen einheitlichen Normwert gibt es nicht, maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

Der Mangel entsteht durch
Verluste

Erbrechen, Entwässerungstabletten und sehr salziger Schweiß kosten Chlorid, das Essen praktisch nie. Der einzige große Ernährungsfall waren 141 Säuglinge mit fehlerhafter Fertigmilch in den USA 1978/79.

01 Erkennen

Chloridmangel Symptome: Woran du ihn erkennst

Ein Chloridmangel (Hypochlorämie) heißt: Im Blut ist zu wenig Chlorid, das negativ geladene Ion aus dem Kochsalz. Er entsteht fast immer durch Verluste, durch Erbrechen, Entwässerungstabletten oder sehr salzigen Schweiß, so gut wie nie durch zu wenig Salz im Essen. Ein leicht erniedrigter Wert macht meist keine Beschwerden. Spürbar wird es erst, wenn der Säure-Basen-Haushalt kippt und Kalium mit verloren geht. Hier steht, welche Zeichen dazu passen und welche nicht.

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Könnte bei dir ein Chloridmangel dahinterstecken?

Tippe an, was auf dich zutrifft. Die ersten vier Punkte sind die Lagen, in denen Chlorid wirklich verloren geht; die übrigen sind Zeichen der Alkalose, die dann entsteht.

Chlorid zu niedrig: Diese Symptome sind typisch

Ein niedriger Chloridwert allein macht meist nichts. Die Beschwerden kommen von zwei Begleitern: der metabolischen Alkalose, bei der das Blut zu basisch wird, und dem Kaliummangel, der sie fast immer begleitet. Belegt sind Muskelschwäche und Zuckungen, Krämpfe bis zur Tetanie, Kribbeln und Taubheit, Kopfschmerz, Verwirrtheit, Herzrhythmusstörungen und eine flache Atmung, mit der der Körper gegensteuert. Die DGE nennt niedrigen Blutdruck, schnellen Herzschlag und den erhöhten pH-Wert im Blut. Schwindel, Durst und schneller Puls sind Zeichen des Flüssigkeitsverlusts, der dahintersteckt, nicht des Chlorids selbst.

Läuferin greift sich an die Wade: Muskelkrämpfe passen zu Chloridmangel nur bei hohem Salzverlust, etwa durch stundenlanges Schwitzen
Der Krampf nach dem Lauf bei Hitze hat selten mit Chlorid zu tun. Erst wer über Stunden sehr viel schwitzt und nur Wasser nachtrinkt, verliert so viel Salz, dass auch Chlorid fehlt.

Muskelkrämpfe und Kribbeln: Wann Chlorid dahintersteckt

Nur, wenn gleichzeitig eine Alkalose vorliegt. Wird das Blut basisch, bindet mehr Calcium an Eiweiß, das freie Calcium sinkt, und die Nerven feuern leichter: Kribbeln, Zuckungen, Krämpfe, im Extremfall Tetanie und Krampfanfälle. Dazu kommt der Kaliummangel, der die Muskeln schwach macht. Wer nachts Wadenkrämpfe hat und sonst gesund ist, braucht keinen Chloridwert: Dort sind Magnesium, Calcium und Kalium die näheren Kandidaten, und oft ist es keiner davon.

Natrium und Chlorid zu niedrig: Was das bedeutet

Sinken beide Werte zusammen, ist die häufigste Ursache nicht fehlendes Salz, sondern zu viel Wasser im Körper: Bei Herzschwäche, Leberzirrhose oder einer Hormonstörung (SIADH) hält der Körper Wasser zurück und verdünnt Natrium und Chlorid gleichmäßig. Fallen beide nach Erbrechen oder unter Entwässerungstabletten, steckt echter Salzverlust dahinter. Der Unterschied entscheidet die Behandlung, deshalb wird nie ein Wert allein beurteilt. Was ein niedriges Natrium bedeutet und warum Salztabletten oft das Falsche sind, steht im Artikel Natriummangel.

Wann zum Arzt

Anhaltendes Erbrechen mit Schwäche, Krämpfen, Verwirrtheit oder Herzstolpern gehört sofort in die Praxis oder Notaufnahme, bei Säuglingen, Älteren und Schwangeren ohne Zögern. Wer Entwässerungstabletten nimmt und solche Zeichen bemerkt, lässt Chlorid, Natrium, Kalium und Bicarbonat messen, statt die Tabletten abzusetzen.

Wann ein Chloridmangel gefährlich wird

Wenn die Alkalose schwer wird, bei einem Blut-pH über 7,6 oder bei Krampfanfällen, Herzrhythmusstörungen und Lähmungen durch den begleitenden Kaliummangel. Das passiert bei anhaltendem Erbrechen, bei Säuglingen mit Durchfall und Erbrechen, bei Mukoviszidose in der Hitze und bei Menschen, die Entwässerungstabletten und Abführmittel kombinieren. Bei Herzinsuffizienz und auf Intensivstationen ist ein niedriges Chlorid ein Marker für einen schweren Verlauf: Rund 14 % der Patient:innen haben es, und die Sterblichkeit ist bei ihnen höher. Das ist eine Beobachtung an Schwerkranken, keine Aussage über Gesunde. Die Tabelle sortiert die Suchbegriffe.

Symptom-Check

Welche Symptome wirklich zu wenig Chlorid passen

Elf Beschwerden, nach denen gesucht wird, und was die Quellen sagen: Zeichen der Alkalose (belegt), Zeichen des Flüssigkeitsverlusts (begleitend) oder unbelegt.

Was dahinterstecktEinstufung
Muskelschwäche, ZuckungenAlkalose und Kaliummangel schwächen den MuskelZeichen der Alkalose
Krämpfe, TetanieFreies Calcium sinkt im basischen Blut, Nerven feuern leichterZeichen der Alkalose
Kribbeln, TaubheitÜbererregbare Nerven bei AlkaloseZeichen der Alkalose
Verwirrtheit, Apathie, KopfschmerzSchwere Alkalose, bis zum DelirZeichen der Alkalose
HerzrhythmusstörungenDGE nennt sie ausdrücklich, meist mit KaliummangelZeichen der Alkalose
Flache AtmungGegensteuern des Körpers, Betroffene merken es kaumZeichen der Alkalose
Niedriger BlutdruckSalz- und Volumenverlust, DGE nennt HypotonieFlüssigkeitsverlust
Schwindel, Durst, schneller PulsAustrocknung durch Erbrechen oder SchwitzenFlüssigkeitsverlust
Gedeihstörung bei SäuglingenFormelfälle 1978/79: Wachstumsstopp, Appetitlosigkeit, LethargieBelegt (Säuglinge)
Müdigkeit alleinIn DGE, EFSA, MSD und IQWiG nicht als Chlorid-Symptom genanntUnbelegt
Haarausfall, Haut, StimmungKeine Quelle nennt sieUnbelegt

Einstufung nach den Quellen in Kapitel 8 (DGE 2025, EFSA 2019, MSD Manual 2025, AJKD Core Curriculum 2022, IQWiG 2024, IOM 2005). Stand 2. Oktober 2026.

02 Ursachen

Chloridmangel Ursachen: Wie der Körper Chlorid verliert

Chlorid geht auf drei Wegen verloren: über den Magen, über die Niere und über die Haut. Dazu kommt die Verdünnung durch zu viel Wasser. Was fast nie der Grund ist: zu wenig Salz im Essen. Hier die Ursachen in der Reihenfolge, in der sie in der Praxis vorkommen.

Erbrechen und Magensonde

Der häufigste Grund. Magensäure ist Salzsäure, also Wasserstoff plus Chlorid, und wer über Tage erbricht oder eine Magensonde mit Absaugung hat, verliert mit jedem Schwall Chlorid und Säure zugleich. Das Blut wird basisch, die Niere hält Bicarbonat zurück und gibt noch mehr Chlorid ab: die hypochlorämische Alkalose. Typisch bei Magen-Darm-Infekten mit viel Erbrechen, bei Hyperemesis in der Schwangerschaft und bei Essstörungen. Durchfall gehört nicht dazu: Er lässt den Chloridwert meist steigen, weil Bicarbonat verloren geht (Kapitel 4); Ausnahmen sind Abführmittel-Missbrauch und die angeborene Chloriddiarrhoe.

Entwässerungstabletten (Diuretika)

Schleifen- und Thiaziddiuretika, die bei Herzschwäche, Bluthochdruck und Wassereinlagerungen verordnet werden, treiben Natrium und Chlorid über die Niere aus, Schleifendiuretika sogar mehr Chlorid als Natrium. Bei älteren Menschen mit Herzinsuffizienz ist ein niedriges Chlorid deshalb häufig, Übersichten nennen 25 bis 29 %. Es gilt dort als Marker für eine schwerere Erkrankung. Die Tabletten eigenmächtig abzusetzen wäre falsch; die Dosis und die Begleitwerte prüft die Praxis.

Glas Wasser, Tee und Elektrolytlösung am Nachttisch: Nach Tagen mit Erbrechen fehlt nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Chlorid
Nach einem Magen-Darm-Infekt mit viel Erbrechen fehlt dem Körper mehr als Wasser. Mit der Magensäure geht Chlorid verloren, und Wasser allein verdünnt den Rest noch weiter.

Starkes Schwitzen

Schweiß enthält bei Gesunden 20 bis 40 mmol Chlorid je Liter, also 0,7 bis 1,4 g, das entspricht 1,2 bis 2,3 g Kochsalz. Bei normalem Alltag mit einem halben Liter Schweiß am Tag sind das rund 0,5 g Chlorid, die das Essen locker ersetzt. Zur Ursache wird Schwitzen erst bei stundenlanger Hitzearbeit oder Leistungssport mit mehreren Litern Schweiß, wenn nur Wasser nachgetrunken wird, und bei Mukoviszidose, wo der Schweiß drei- bis sechsmal so salzig ist (Kapitel 7). Die US-Referenzwerte nehmen Leistungssportler:innen und Hitzearbeiter:innen deshalb ausdrücklich aus.

Kann man durch Ernährung einen Chloridmangel bekommen?

Praktisch nicht. Selbst eine frisch gekochte Kost ohne jedes zugesetzte Salz und ohne Brot kommt nach dem Bundeslebensmittelschlüssel noch auf rund 1.600 mg Chlorid am Tag, eine Mischkost mit Brot und Käse auf 5.700 mg. Alle dokumentierten Fälle betrafen Menschen, die ausschließlich von einem fehlerhaften Spezialprodukt lebten: die 141 Säuglinge von 1978/79, zwei gestillte Babys mit chloridarmer Muttermilch und 59 schwer behinderte Patient:innen in Japan 2009 mit falsch zusammengesetzter Sondennahrung. Wer salzarm isst, bekommt keinen Chloridmangel; wer unter Diuretika salzarm isst, lässt die Werte kontrollieren.

Wie viel Chlorid braucht der Körper am Tag?

Die DGE nennt einen Schätzwert von 2.300 mg für alle ab 15 Jahren, auch für Schwangere und Stillende, abgeleitet 2016 aus dem Natriumwert und 2025 unverändert bestätigt. Die EFSA kommt auf 3,1 g, weil sie von einem höheren Natriumwert ausgeht; beide Zahlen sind Schätzungen, keinen Bedarf im strengen Sinn, denn es gibt keinen Biomarker für den Chloridstatus. Kinder brauchen 600 bis 2.150 mg, Säuglinge 300 bis 450 mg. Auf Etiketten steht die Referenzmenge 800 mg, eine Kennzeichnungsgröße, kein Bedarf. In Salz gerechnet: 2.300 mg Chlorid stecken in 3,8 g Kochsalz, weniger als einem Teelöffel.

03 Verstehen

Was ist Chlorid und was macht es im Körper?

Chlorid ist das negativ geladene Ion des Chlors, Cl⁻, und steckt im Kochsalz neben dem Natrium. Es ist nicht das Chlor aus dem Schwimmbad. Im Körper eines Erwachsenen sind 85 bis 115 g davon, 88 % außerhalb der Zellen, wo es das wichtigste Anion ist. Drei Stationen erklären, warum ein Verlust gleich den ganzen Haushalt verschiebt.

1

Magen: Baustein der Salzsäure

Die Belegzellen der Magenschleimhaut pumpen Chlorid in den Magen und bauen daraus Salzsäure, die Eiweiß aufschließt und Keime abtötet. Normalerweise wird das Chlorid im Darm fast vollständig wieder aufgenommen, im Stuhl bleiben nur ein paar Millimol. Erbrechen unterbricht diesen Kreislauf: Säure und Chlorid gehen verloren, bevor der Darm sie zurückholen kann. Genau deshalb ist Erbrechen die häufigste Ursache eines niedrigen Chloridwerts, nicht die Ernährung.

2

Wasserhaushalt: Partner des Natriums

Außerhalb der Zellen hält Chlorid zusammen mit Natrium den osmotischen Druck und damit die Wasserverteilung zwischen Blut, Gewebe und Zellen. Die Niere filtert täglich große Mengen und holt über 99 % zurück; was im Urin landet, folgt fast exakt der Salzzufuhr. Natrium und Chlorid werden gemeinsam über Aldosteron geregelt und wandern meist im Gleichschritt: Fällt das eine, fällt oft das andere, und zu viel Wasser verdünnt beide. Einen Chloridwert liest man deshalb nie ohne das Natrium daneben.

3

Säure-Basen-Haushalt: Gegenspieler des Bicarbonats

Das Blut muss elektrisch neutral bleiben. Fehlt Chlorid, füllt der Körper die Lücke mit anderen negativen Ionen, vor allem Bicarbonat, und das ist eine Base: Das Blut wird basisch, eine metabolische Alkalose entsteht. Umgekehrt steigt Chlorid, wenn Bicarbonat verloren geht, etwa bei Durchfall, und das Blut wird sauer. In den roten Blutkörperchen tauschen Chlorid und Bicarbonat ständig die Plätze, damit Kohlendioxid abtransportiert werden kann. Wer das Prinzip kennt, versteht jeden Chloridbefund: Zu niedrig heißt meist Alkalose, zu hoch meist Azidose.

04 Diagnose

Chlorid im Blut: Normwert, zu niedrig, zu hoch

Der Chloridwert steht auf fast jedem Blutbild, abgekürzt Cl, gemessen in mmol/l. Allein sagt er wenig; zusammen mit Natrium, Kalium, Bicarbonat und dem Blut-pH erzählt er, ob der Körper Säure oder Base verloren hat. Hier steht, welcher Wert normal ist, was ein zu niedriger und ein zu hoher bedeutet und wozu der Urinwert gut ist.

Chlorid Normwert: Welcher Wert ist normal?

Je nach Labor etwa 95 bis 107 mmol/l, einen einheitlichen Normwert gibt es nicht. Die Zentrallabore der MHH Hannover und IMD Berlin sowie das IQWiG nennen 95 bis 105, Labore in Hamburg und Krefeld 98 bis 107, die EFSA 97 bis 107, Nachschlagewerke wie DocCheck und Onmeda 96 bis 110. Die Unterschiede kommen von der Messmethode (direkte oder indirekte ionenselektive Elektrode) und der Referenzgruppe. Bei Kindern liegt der Bereich etwas höher, bis 109 oder 111. Maßgeblich ist deshalb immer der Bereich, der auf deinem Befund steht. Die Skala zeigt, wo dein Wert in den gängigen Bereichen liegt.

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Wo liegt dein Chloridwert?

Tippe einen Wert an oder gib die Zahl von deinem Befund ein. Die Zonen fassen die geprüften Laborbereiche zusammen (95 bis 105, 98 bis 107, bis 110); es gilt der Referenzbereich auf deinem Befund.

Wähle einen Wert oder trage deinen ein. Die Skala ordnet ihn in die gängigen Laborbereiche ein; ob er für dich normal ist, steht auf deinem Befund.

Chlorid im Blut zu niedrig: Was der Wert bedeutet

Leicht unter dem Laborbereich und keine Beschwerden: meist harmlos, der Kontext zählt. Deutlich darunter heißt fast immer, dass der Körper Chlorid verloren hat oder Wasser zurückhält. Fachleute schauen dann auf drei Dinge: Natrium (fällt es mit, liegt oft Verdünnung vor), Kalium (fast immer ebenfalls niedrig) und Bicarbonat mit dem Blut-pH (erhöht bei Alkalose). Dazu kommen Kreatinin für die Niere und die Anionenlücke (Natrium minus Chlorid und Bicarbonat, normal rund 12 mmol/l). Ein niedriges Chlorid ist nie die Diagnose, sondern der Hinweis auf die Ursache.

Hypochlorämie und Alkalose: Warum das Blut basisch wird

Weil das Blut elektrisch neutral bleiben muss. Geht Chlorid verloren, rückt Bicarbonat an seine Stelle, und Bicarbonat ist eine Base: Der pH steigt über 7,45, das Bicarbonat über 28 mmol/l. Bei Erbrechen kommt der Säureverlust direkt dazu, bei Diuretika der Volumenmangel, der die Niere Bicarbonat sparen lässt. Die Alkalose zieht Kalium in die Zellen und über die Niere nach außen, deshalb gehören Kaliummangel und Chloridmangel zusammen. Behandelt wird mit Chlorid, in der Klinik als Kochsalzlösung, weil erst dann die Niere das überschüssige Bicarbonat wieder ausscheiden kann. Mehr zum Kalium im Artikel Kaliummangel.

Chlorid im Urin: Was der Zusatzwert verrät

Woher der Verlust kommt. Bei Erbrechen oder in der Spätphase nach Diuretika spart die Niere Chlorid, im Urin finden sich unter 20 mmol/l; die Alkalose ist chloridsensibel und bessert sich mit Kochsalz- und Kaliumlösung. Liegt der Urinwert über 20 mmol/l, geht Chlorid über die Niere verloren, etwa bei einem Überschuss an Aldosteron, bei den seltenen angeborenen Salzverlust-Erkrankungen Bartter und Gitelman oder unter laufender Diuretika-Einnahme; dann hilft Kochsalz allein nicht. Die oft zitierte Grenze von 40 mmol/l steht in keiner der geprüften Fachquellen.

Hand zeigt auf eine Zeile eines Laborbefunds auf dem Küchentisch: Der Chloridwert wird immer zusammen mit Natrium, Kalium und Bicarbonat gelesen
Der Chloridwert steht auf fast jedem Befund, meist unbeachtet. Ob eine Abweichung etwas bedeutet, zeigen erst die Zeilen daneben: Natrium, Kalium, Bicarbonat und der Blut-pH.

Chlorid erhöht: Was ein zu hoher Wert bedeutet

Ein erhöhtes Chlorid (Hyperchlorämie) zeigt meist eine Azidose: Das Blut ist zu sauer, weil Bicarbonat verloren ging. Häufigste Gründe sind anhaltender Durchfall, Austrocknung bei Fieber oder Hitze, Nierenerkrankungen und die renal-tubuläre Azidose, außerdem große Mengen Kochsalzinfusion in der Klinik und Medikamente wie Acetazolamid. Durch salziges Essen steigt der Wert praktisch nie. Der Wert selbst macht keine Beschwerden; bei schwerer Azidose kommen Übelkeit, tiefe schnelle Atmung und Kreislaufprobleme. Senken lässt sich Chlorid nur über die Ursache, nicht über Wasser oder Diät. Die Tabelle stellt beide Richtungen nebeneinander.

Gegenüberstellung

Chlorid zu niedrig oder zu hoch

Hypochlorämie und Hyperchlorämie sind Spiegelbilder: Die eine zeigt meist eine Alkalose, die andere eine Azidose. Beide werden über die Ursache behandelt.

Zu niedrig (Hypochlorämie)Zu hoch (Hyperchlorämie)
Häufige UrsachenErbrechen, Magensonde, Diuretika, salziger Schweiß, WasserüberschussDurchfall, Austrocknung, Nierenerkrankung, Kochsalzinfusionen
Säure-Basen-LageAlkalose: Blut basisch, Bicarbonat hochAzidose: Blut sauer, Bicarbonat niedrig
Typische BeschwerdenKrämpfe, Kribbeln, Schwäche, Verwirrtheit, HerzstolpernOft keine; bei Azidose Übelkeit, tiefe schnelle Atmung
BegleitwerteKalium niedrig, Natrium oft niedrig, Urin-Chlorid klärt die QuelleNatrium oft hoch, Anionenlücke normal, Nierenwerte prüfen
Durch Ernährung?Praktisch nie, nur fehlerhafte SpezialnahrungPraktisch nie, EFSA: durch Essen unüblich
Was hilftUrsache behandeln, Klinik: Kochsalz- und KaliumlösungUrsache behandeln, Flüssigkeit, bei Dauerwert salzärmer essen

EFSA 2019, MSD Manual (Metabolische Alkalose und Azidose, 2025), IQWiG 2024, Pfortmueller 2018, AJKD 2022. Grenzen je Labor: niedrig unter 95 bis 98, hoch über 105 bis 110 mmol/l.

05 Behandlung

Chloridmangel beheben: Was wirklich hilft

Behandelt wird nie der Wert, sondern die Ursache. Das IQWiG bringt es auf einen Satz: Ein leichter Chloridmangel lässt sich durch etwas mehr Kochsalz ausgleichen, stärkere Abweichungen gehören immer in ärztliche Hand. Was das im Alltag heißt, hängt von der Lage ab, und die klärt der Entscheider.

Chlorid zu niedrig: Was tun?

Zuerst die Ursache finden, dann handeln. Bei akutem Erbrechen oder Magen-Darm-Infekt: Flüssigkeit mit Salz und Kalium zurückgeben, am besten als Elektrolytlösung aus der Apotheke, und bei Warnzeichen in die Praxis. Unter Entwässerungstabletten: nicht eigenmächtig absetzen und nicht nachsalzen, sondern Dosis und Werte prüfen lassen; oft reicht eine Anpassung. Bei viel Schweiß durch Hitze, Sport oder Mukoviszidose: Salz und Wasser gemeinsam ersetzen. Bei einem Zufallsbefund knapp unter dem Bereich ohne Beschwerden: Kontrolle mit Natrium, Kalium und Bicarbonat, meist ist nichts zu tun.

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Chlorid zu niedrig: Was jetzt?

Drei Fragen, ein Hinweis auf das passende Kapitel. Das ersetzt keine Beratung, zeigt aber, warum die Antwort von der Ursache abhängt.

1Erbrichst du seit mehr als einem Tag, oder hast du gerade einen Magen-Darm-Infekt?

Elektrolytlösung statt Cola und Salzstangen

Bei Erbrechen und Durchfall ist die orale Rehydratationslösung der Standard, nicht das Hausmittel. Die WHO-Rezeptur enthält je Liter 75 mmol Natrium, 65 mmol Chlorid, 20 mmol Kalium, 10 mmol Citrat und 75 mmol Glukose; der Zucker ist kein Süßmacher, sondern der Transporter, der Natrium und Wasser durch die Darmwand zieht. Ein Liter liefert rund 2,3 g Chlorid, so viel wie der Tagesschätzwert. Cola scheidet laut der Kinder-Leitlinie von 2024 aus: zu wenig Natrium, sehr viel Zucker, zu hohe Osmolarität. Für Erwachsene mit mildem Verlauf hält die Gastroenterologie-Leitlinie verdünnte Säfte mit Salzstangen oder Brühe für vertretbar; wer ausgetrocknet ist, braucht die Elektrolytlösung.

Chlorid ist der Wert, den mir Leser:innen am häufigsten mit der Frage schicken: Soll ich jetzt mehr Salz essen? Fast immer lautet die Antwort nein. Wer in Deutschland normal isst, kommt auf das Doppelte des Schätzwerts, und ein niedriger Wert erzählt vom Erbrechen der letzten Tage oder von der Wassertablette, nicht vom Salzstreuer. Was wirklich hilft, ist die Ursache zu finden, und bei einem Magen-Darm-Infekt eine richtige Elektrolytlösung statt Cola.

Joerg Hauke, Ernährungsexperte, fachliche Prüfung dieses Artikels

Wann eine Infusion nötig ist

Wenn die Alkalose chloridsensibel ist und der Volumenmangel groß: Dann bekommt der Körper in der Klinik 0,9-prozentige Kochsalzlösung, die 154 mmol Chlorid je Liter enthält, so lange, bis das Urin-Chlorid wieder über 25 mmol/l steigt, dazu Kalium. Bei Herzschwäche mit Wassereinlagerung geht das nicht, dort kommt unter Umständen Acetazolamid zum Einsatz, das die Niere Bicarbonat ausscheiden lässt; die Studienlage dazu ist dünn, sieben Studien mit 111 Patient:innen. Die Säuglinge von 1979 wurden schlicht mit Chlorid in der Nahrung gesund, Natrium- oder Kaliumchlorid genügte. Für alle Fälle gilt: Die Entscheidung über Infusion und Dosis trifft das Behandlungsteam, nie der Salzstreuer.

Säuglinge, Ältere, Diuretika

Erbrechen über mehr als einen Tag ist bei Säuglingen, Kleinkindern, Älteren, Schwangeren und unter Entwässerungstabletten immer ein Grund für die Praxis: Chlorid, Natrium und Kalium kippen dort schneller, und die Zeichen (eingesunkene Augen, trockener Mund, stehende Hautfalten, Teilnahmslosigkeit) werden leicht übersehen.

06 Ernährung

Chlorid in Lebensmitteln: Wo es drinsteckt

Chlorid steckt im Salz, und Salz steckt in Brot, Wurst, Käse, Fertiggerichten und Snacks. Die Balken zeigen deshalb ehrlich eine Salzliste: Fast alles darin ist zugesetztes Natriumchlorid, 70 bis 75 % der Zufuhr kommen aus verarbeiteten Lebensmitteln. Datenbasis ist der Bundeslebensmittelschlüssel 4.0, die einzige deutsche Datenbank mit Chloridwerten; die USDA-Datenbank führt Chlorid gar nicht. Zur Einordnung: Ein Teelöffel Speisesalz (5 g) enthält rund 2.900 mg Chlorid, mehr als der Tagesschätzwert, ein Esslöffel Sojasauce rund 1.200 mg.

Chlorid pro 100 g: Top 10 pflanzlich und Top 10 tierisch

  1. Salzstangen: 2275 mg
  2. Getrocknete Tomaten in Öl: 2151 mg
  3. Kartoffelchips: 1650 mg
  4. Salzgurke: 1500 mg
  5. Laugenbrezel mit Salz: 1274 mg
  6. Gewürzgurke: 1185 mg
  7. Weizenbrötchen: 1100 mg
  8. Cornflakes: 1085 mg
  9. Weißbrot: 1003 mg
  10. Popcorn, gesalzen: 937 mg

Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 (2025), gerundet. Je Portion: 30 g Salzstangen 680 mg, 30 g Chips 495 mg, ein Weizenbrötchen (50 g) 550 mg, eine Scheibe Weißbrot (50 g) 500 mg, eine Scheibe Roggenmischbrot (50 g) 425 mg. Fast alles davon ist zugesetztes Salz; Oliven und Sauerkraut fehlen, weil die Datenbank für sie keinen Chloridwert führt.

Salz liefert fast das ganze Chlorid

Ein Gramm Kochsalz besteht aus 607 mg Chlorid und 393 mg Natrium. Wer wie der Durchschnitt in Deutschland 8,4 bis 10 g Salz am Tag isst, nimmt damit 5 bis 6 g Chlorid auf. Die größten Posten sind laut Nationaler Verzehrsstudie Brot und Brötchen mit 27 bis 28 % der Salzzufuhr, Fleisch und Wurst mit 15 bis 21 %, Milchprodukte und Käse mit 10 bis 11 %. Brot liegt nicht wegen des Werts je 100 g vorn, sondern wegen der Menge: Vier Scheiben Mischbrot bringen rund 1.700 mg Chlorid, drei Viertel des Schätzwerts, bevor etwas darauf liegt. Eine Mischkost mit Brot, Käse und Wurst kommt nach dem Bundeslebensmittelschlüssel auf rund 5.700 mg am Tag.

Fenchel, Sellerie, Datteln, Muscheln, Milch, Brot, Feta und ein Schälchen Salz auf einer Küchenarbeitsplatte: die natürlichen Chloridquellen neben der eigentlichen Quelle, dem Salz
Links die natürlichen Quellen, rechts die eigentliche: Fenchel, Sellerie, Muscheln und Milch liefern Chlorid in kleinen Mengen, das Salzschälchen und das Brot den Rest des Tages.

Chlorid ohne Salz: Gemüse, Milch, Fisch

Von Natur aus steckt wenig Chlorid in Lebensmitteln: Obst und Gemüse liegen meist unter 100 mg je 100 g, unverarbeitetes Fleisch und Fisch bei 100 bis 250 mg. Die natürlichen Spitzenreiter sind Miesmuscheln mit 463 mg, Sardellen mit 270 mg, Makrele mit 250 mg, dann Stangensellerie, Fenchel und Datteln mit je 210 mg, Ei mit 180 mg und Milch mit 95 mg je 100 g. Eine ganze Fenchelknolle bringt gut 300 mg, ein Glas Milch 190 mg, ein Ei 100 mg. Selbst eine frisch gekochte Kost ohne Salz und ohne Brot kommt so auf rund 1.600 mg am Tag, 70 % des Schätzwerts. Das reicht, um zu zeigen: Ein Mangel durch Essen ist kein realistisches Szenario, auch nicht bei salzarmer Küche. An Tagen ohne richtige Mahlzeit kann eine Trinkmahlzeit einspringen; eine Flasche Saturo Cocoa (400 ml) enthält 178 mg Chlorid, 22 % der Referenzmenge, dazu 25 weitere Vitamine und Mineralstoffe, 36 g Protein und 400 kcal. Eine Nährwertangabe, kein Versprechen.

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Trinkmahlzeit: eine vollwertige Mahlzeit aus der Flasche

26 Vitamine und Mineralstoffe, darunter Chlorid, Kalium, Magnesium und Zink, plus 36 g Protein und 400 kcal pro Flasche. Referenzmenge Chlorid: 800 mg pro Tag (NRV).

26Vitamine & Mineralstoffe
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178 mgChlorid pro Flasche22 % der Referenzmenge
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Chlorid im Wasser: Ist viel Chlorid im Mineralwasser gut?

Weder gut noch schädlich, es ist Geschmackssache. Leitungswasser enthält meist unter 50 mg je Liter; der Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 250 mg/l ist ein Indikatorparameter für Geschmack und Korrosion, kein Gesundheitswert, und die WHO setzt für Chlorid keinen gesundheitsbasierten Richtwert. Mineralwasser darf sich ab 200 mg/l „chloridhaltig“ nennen, die Spanne reicht von wenigen Milligramm bis über 500 mg je Liter. Selbst anderthalb Liter davon bringen höchstens 750 mg, ein Drittel des Schätzwerts. Wer auf Salz achtet, liest beim Mineralwasser die Natriumzeile. Und Chlor im Trinkwasser ist ein Desinfektionsmittel, das mit dem Chlorid-Ion nichts zu tun hat (FAQ).

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Wie viel Chlorid steckt in …?

Werte in mg pro 100 g nach dem Bundeslebensmittelschlüssel 4.0, wie gekauft oder gegessen. Die Ampel bezieht sich auf eine typische Portion und den DGE-Schätzwert von 2.300 mg: viel ab 25 %, etwas 10 bis 24 %, wenig darunter. Tipp ein, was du isst, oder wähle eine Gruppe.

  • Roggenvollkornbrot 7351 Scheibe (50 g) = 368 mg (16 % von 2.300 mg), BLS 4.0, gemessen
  • Roggenmischbrot Graubrot 8531 Scheibe (50 g) = 427 mg (19 %), BLS 4.0, gemessen
  • Weißbrot Weizenbrot 1.0031 Scheibe (50 g) = 501 mg (22 %), BLS 4.0, gemessen
  • Weizenmischbrot 9501 Scheibe (50 g) = 475 mg (21 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Vollkornbrot 7741 Scheibe (50 g) = 387 mg (17 %), BLS 4.0, berechnet
  • Toastbrot 8811 Scheibe (30 g) = 264 mg (11 %), BLS 4.0, gemessen
  • Weizenbrötchen Semmel 1.1001 Brötchen (50 g) = 550 mg (24 %), BLS 4.0, gemessen
  • Vollkornbrötchen 9331 Brötchen (60 g) = 560 mg (24 %), BLS 4.0, umgerechnet
  • Roggenbrötchen 9081 Brötchen (50 g) = 454 mg (20 %), BLS 4.0, umgerechnet
  • Laugenbrezel mit Salz 1.2741 Brezel (100 g) = 1.274 mg (55 %), BLS 4.0, berechnet
  • Salzstangen Salzbrezeln 2.2751 Handvoll (30 g) = 683 mg (30 %), BLS 4.0, gemessen
  • Knäckebrot Roggen 8541 Scheibe (10 g) = 85 mg (4 %), BLS 4.0, umgerechnet
  • Pumpernickel 6921 Scheibe (40 g) = 277 mg (12 %), BLS 4.0, berechnet
  • Croissant 5101 Croissant (60 g) = 306 mg (13 %), BLS 4.0, berechnet
  • Gouda 1.2261 Scheibe (30 g) = 368 mg (16 %), BLS 4.0, gemessen
  • Emmentaler 4141 Scheibe (30 g) = 124 mg (5 %), BLS 4.0, gemessen
  • Parmesan gerieben 9531 EL (10 g) = 95 mg (4 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank, Wert wirkt niedrig
  • Feta 1.4601 Portion (50 g) = 730 mg (32 %), BLS 4.0, gemessen
  • Hirtenkäse Salzlakenkäse 1.5231 Portion (50 g) = 762 mg (33 %), BLS 4.0, umgerechnet
  • Mozzarella 2651 Kugel (125 g) = 331 mg (14 %), BLS 4.0, gemessen
  • Camembert 1.0311 Stück (30 g) = 309 mg (13 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Gorgonzola 1.1201 Stück (30 g) = 336 mg (15 %), BLS 4.0, gemessen
  • Frischkäse natur 4701 EL (20 g) = 94 mg (4 %), BLS 4.0, gemessen
  • Schmelzkäse 5701 Ecke (20 g) = 114 mg (5 %), BLS 4.0, gemessen; Natrium deutlich höher, Chlorid wohl unvollständig
  • Speisequark 20 % 1301 Portion (100 g) = 130 mg (6 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Parmaschinken 3.0332 Scheiben (20 g) = 607 mg (26 %), BLS 4.0, gemessen
  • Schwarzwälder Schinken 1.5352 Scheiben (20 g) = 307 mg (13 %), BLS 4.0, übernommener Wert
  • Rohschinken mager 1.4202 Scheiben (20 g) = 284 mg (12 %), BLS 4.0, gemessen
  • Salami 2.4263 Scheiben (20 g) = 485 mg (21 %), BLS 4.0, gemessen
  • Leberwurst 1.2951 Portion Aufstrich (20 g) = 259 mg (11 %), BLS 4.0, gemessen
  • Teewurst 1.7531 Portion Aufstrich (20 g) = 351 mg (15 %), BLS 4.0, gemessen
  • Fleischwurst 1.2131 Scheibe (30 g) = 364 mg (16 %), BLS 4.0, gemessen
  • Wiener Würstchen 1.1911 Paar (100 g) = 1.191 mg (52 %), BLS 4.0, gemessen
  • Leberkäse Fleischkäse 1.4521 Scheibe (100 g) = 1.452 mg (63 %), BLS 4.0, gemessen
  • Putenbrust-Aufschnitt 1.5772 Scheiben (20 g) = 315 mg (14 %), BLS 4.0, gemessen
  • Kochschinken 1.7632 Scheiben (20 g) = 353 mg (15 %), BLS 4.0, berechnet
  • Rostbratwurst gebraten 1.3371 Bratwurst (120 g) = 1.604 mg (70 %), BLS 4.0, berechnet
  • Frikadelle Fleischpflanzerl, Bulette 9871 Frikadelle (80 g) = 790 mg (34 %), BLS 4.0, berechnet
  • Schweineschnitzel paniert 7311 Schnitzel (150 g) = 1.097 mg (48 %), BLS 4.0, berechnet
  • Rindersteak gebraten, ungesalzen 1541 Steak (150 g) = 231 mg (10 %), BLS 4.0, berechnet
  • Hähnchenbrustfilet gebraten, ungesalzen 1151 Filet (150 g) = 173 mg (8 %), BLS 4.0, berechnet
  • Hühnerei gekocht 1761 Ei (55 g) = 97 mg (4 %), BLS 4.0, berechnet
  • Räucherlachs 1.0001 Portion (50 g) = 500 mg (22 %), BLS 4.0, gemessen
  • Matjesfilet 2.4901 Filet (80 g) = 1.992 mg (87 %), BLS 4.0, gemessen
  • Räucherforelle 1.3051 Filet (100 g) = 1.305 mg (57 %), BLS 4.0, gemessen
  • Räuchermakrele 1.0921 Filet (100 g) = 1.092 mg (47 %), BLS 4.0, gemessen
  • Thunfisch im eigenen Saft Dose 5461 Portion (80 g) = 437 mg (19 %), BLS 4.0, gemessen
  • Fischstäbchen gebraten 1.0893 Stück (90 g) = 980 mg (43 %), BLS 4.0, berechnet; Wert passt nicht zum Natrium, nur grob
  • Rollmops 2.1491 Rollmops (100 g) = 2.149 mg (93 %), BLS 4.0, berechnet
  • Sardellen in Öl Anchovis 7.6432 Filets (10 g) = 764 mg (33 %), BLS 4.0, berechnet
  • Lachs gebraten, gesalzen 5001 Steak (150 g) = 750 mg (33 %), BLS 4.0, berechnet
  • Forelle gebraten, ungesalzen 3121 Forelle (150 g) = 468 mg (20 %), BLS 4.0, berechnet
  • Miesmuscheln roh 4631 Portion (150 g) = 695 mg (30 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank, natürlich ohne Salz
  • Tomate 301 Tomate (100 g) = 30 mg (1 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Salatgurke 371/4 Gurke (100 g) = 37 mg (2 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Möhre Karotte 581 Möhre (80 g) = 46 mg (2 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Stangensellerie Bleichsellerie 2101 Stange (60 g) = 126 mg (5 %), BLS 4.0, Literaturwert, natürlich höchstes Gemüse
  • Fenchel Knolle 2101 Knolle (150 g) = 315 mg (14 %), BLS 4.0, übernommener Wert, natürlich ohne Salz
  • Knollensellerie 1501 Portion Rohkost (50 g) = 75 mg (3 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Rote Bete 821 Knolle (100 g) = 82 mg (4 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Spinat gekocht 661 Portion (150 g) = 99 mg (4 %), BLS 4.0, berechnet
  • Petersilie 1561 EL gehackt (5 g) = 8 mg (unter 1 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Gewürzgurke 1.1851 Gurke (30 g) = 356 mg (15 %), BLS 4.0, aus mehreren Quellen
  • Salzgurke Salzdillgurke 1.5001 Gurke (40 g) = 600 mg (26 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Kapern 3.9101 EL (10 g) = 391 mg (17 %), BLS 4.0, gemessen
  • Getrocknete Tomaten in Öl 2.1513 Stück (30 g) = 645 mg (28 %), BLS 4.0, berechnet
  • Sauerkraut gedünstet 591 Portion (150 g) = 89 mg (4 %), BLS 4.0, berechnet; Chlorid hier klar unterschätzt, Natrium 288 mg
  • Tomatensaft mit Salz 3651 Glas (200 ml) = 730 mg (32 %), BLS 4.0, berechnet
  • Apfel 21 Apfel (150 g) = 3 mg (0 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Banane 941 Banane (120 g) = 113 mg (5 %), BLS 4.0, aus mehreren Quellen
  • Orange 41 Orange (130 g) = 5 mg (0 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Datteln 2103 Datteln (25 g) = 53 mg (2 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank, natürlich ohne Salz
  • Getrocknete Bananen Bananenchips 3481 Handvoll (30 g) = 104 mg (5 %), BLS 4.0, umgerechnet
  • Avocado 121/2 Avocado (100 g) = 12 mg (1 %), BLS 4.0, gemessen
  • Rhabarber 741 Portion (100 g) = 74 mg (3 %), BLS 4.0, aus mehreren Quellen
  • Reis gekocht, mit Salz 1461 Portion (150 g) = 219 mg (10 %), BLS 4.0, berechnet
  • Nudeln gekocht, ungesalzen 401 Teller (200 g) = 80 mg (3 %), BLS 4.0, berechnet
  • Kartoffeln mit Schale gekocht, gesalzen 1033 mittelgroße (200 g) = 206 mg (9 %), BLS 4.0, berechnet
  • Kartoffeln gekocht, ungesalzen 443 mittelgroße (200 g) = 88 mg (4 %), BLS 4.0, berechnet
  • Kartoffelpüree Instant, mit Milch 2941 Portion (200 g) = 588 mg (26 %), BLS 4.0, berechnet
  • Pommes frites gesalzen 3331 Portion (150 g) = 500 mg (22 %), BLS 4.0, berechnet
  • Pommes frites ungesalzen 451 Portion (150 g) = 68 mg (3 %), BLS 4.0, übernommener Wert
  • Semmelknödel Fertigmischung, trocken 1.6392 Knödel (80 g trocken) = 1.311 mg (57 %), BLS 4.0, umgerechnet
  • Cornflakes 1.0851 Schale (30 g) = 326 mg (14 %), BLS 4.0, aus mehreren Quellen; Wert passt nicht zum Natrium
  • Vollmilch 3,5 % 951 Glas (200 ml) = 190 mg (8 %), BLS 4.0, gemessen, natürlich ohne Salz
  • H-Milch 3,5 % 901 Glas (200 ml) = 180 mg (8 %), BLS 4.0, gemessen
  • Joghurt 3,5 % 1071 Becher (150 g) = 161 mg (7 %), BLS 4.0, gemessen
  • Magerjoghurt 0,5 % 1211 Becher (150 g) = 182 mg (8 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Kefir 1001 Glas (200 ml) = 200 mg (9 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Buttermilch 991 Glas (250 ml) = 248 mg (11 %), BLS 4.0, gemessen
  • Ayran gesalzen 4141 Glas (250 ml) = 1.035 mg (45 %), BLS 4.0, berechnet
  • Schlagsahne 692 EL (30 g) = 21 mg (1 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Butter, gesalzen 1.1801 Portion (10 g) = 118 mg (5 %), BLS 4.0, berechnet
  • Kartoffelchips 1.6501 Handvoll (30 g) = 495 mg (22 %), BLS 4.0, gemessen
  • Kartoffelchips, fettreduziert 1.2001 Handvoll (30 g) = 360 mg (16 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Tortillachips Nachos 5111 Handvoll (30 g) = 153 mg (7 %), BLS 4.0, gemessen
  • Popcorn, gesalzen 9371 Schale (20 g) = 187 mg (8 %), BLS 4.0, berechnet
  • Erdnüsse, geröstet und gesalzen 5871 Handvoll (30 g) = 176 mg (8 %), BLS 4.0, berechnet
  • Erdnussflips 8691 Handvoll (30 g) = 261 mg (11 %), BLS 4.0, umgerechnet
  • Mandeln, geröstet und gesalzen 6291 Handvoll (30 g) = 189 mg (8 %), BLS 4.0, berechnet
  • Milchschokolade 1384 Stücke (25 g) = 34 mg (1 %), BLS 4.0, gemessen
  • Müsliriegel 2831 Riegel (25 g) = 71 mg (3 %), BLS 4.0, berechnet
  • Nuss-Nougat-Creme 1011 Portion (15 g) = 15 mg (1 %), BLS 4.0, gemessen
  • Pizza Margherita 4171 Pizza (330 g) = 1.376 mg (60 %), BLS 4.0, berechnet
  • Pizza Salami 6801 Pizza (330 g) = 2.244 mg (98 %), BLS 4.0, berechnet
  • Pizza Spezial Schinken, Salami 8541 Pizza (330 g) = 2.818 mg (123 %), BLS 4.0, berechnet
  • Hamburger 9641 Burger (150 g) = 1.446 mg (63 %), BLS 4.0, berechnet
  • Currywurst mit Ketchup 1.3251 Portion (250 g) = 3.313 mg (144 %), BLS 4.0, berechnet
  • Döner Kebab 3931 Döner (350 g) = 1.376 mg (60 %), BLS 4.0, berechnet
  • Pommes mit Ketchup 8031 Portion (200 g) = 1.606 mg (70 %), BLS 4.0, berechnet
  • Leberkässemmel Brötchen mit Fleischkäse 1.5191 Stück (150 g) = 2.279 mg (99 %), BLS 4.0, berechnet
  • Fischbrötchen mit Matjes 1.8271 Brötchen (150 g) = 2.741 mg (119 %), BLS 4.0, berechnet
  • Lasagne 3901 Portion (350 g) = 1.365 mg (59 %), BLS 4.0, berechnet
  • Maultaschen 4004 Stück (200 g) = 800 mg (35 %), BLS 4.0, berechnet
  • Käsespätzle 3911 Portion (300 g) = 1.173 mg (51 %), BLS 4.0, berechnet
  • Gulaschsuppe Dose 6811 Dose (400 g) = 2.724 mg (118 %), BLS 4.0, berechnet
  • Chili con Carne 4001 Portion (350 g) = 1.400 mg (61 %), BLS 4.0, berechnet
  • Ravioli in Tomatensoße Dose 5081 Dose (400 g) = 2.032 mg (88 %), BLS 4.0, berechnet
  • Pilzcremesuppe Instantpulver 7.2891 Beutel (40 g trocken) = 2.916 mg (127 %), BLS 4.0, umgerechnet
  • Hühnersuppe selbst gekocht 871 Teller (250 g) = 218 mg (9 %), BLS 4.0, berechnet; Chlorid hier klar unterschätzt
  • Tomatensuppe frisch 951 Teller (250 g) = 238 mg (10 %), BLS 4.0, berechnet; Chlorid eher unterschätzt
  • Heringssalat 1.5101 Portion (100 g) = 1.510 mg (66 %), BLS 4.0, berechnet
  • Fleischsalat 1.0001 Portion (100 g) = 1.000 mg (43 %), BLS 4.0, berechnet
  • Kartoffelsalat mit Gewürzgurke 2811 Portion (200 g) = 562 mg (24 %), BLS 4.0, berechnet
  • Falafel 7444 Stück (100 g) = 744 mg (32 %), BLS 4.0, berechnet
  • Hummus 5992 EL (50 g) = 300 mg (13 %), BLS 4.0, berechnet
  • Tofu, gebraten mit Salz 6761 Portion (100 g) = 676 mg (29 %), BLS 4.0, berechnet
  • Leitungswasser Trinkwasser 31 Glas (250 ml) = 7 mg (0 %), BLS 4.0, gemessen, entspricht 26 mg je Liter
  • Mineralwasser Mittelwert 31 Glas (250 ml) = 8 mg (0 %), BLS 4.0, Literaturwert, 33 mg je Liter; chloridhaltige Wässer bis über 500 mg je Liter
  • Mineralwasser, mineralarm 11 Glas (250 ml) = 3 mg (0 %), BLS 4.0, Labelangabe
  • Cola 101 Dose (330 ml) = 33 mg (1 %), BLS 4.0, aus mehreren Quellen
  • Apfelschorle 11 Glas (250 ml) = 4 mg (0 %), BLS 4.0, berechnet
  • Zitronenlimonade 11 Flasche (330 ml) = 3 mg (0 %), BLS 4.0, übernommener Wert
  • Isotonisches Sportgetränk 31 Flasche (500 ml) = 16 mg (1 %), BLS 4.0, umgerechnet; echte Sportgetränke mit Kochsalz liegen höher
  • Bier Pils 251 Flasche (330 ml) = 83 mg (4 %), BLS 4.0, gemessen
  • Weizenbier 171 Glas (500 ml) = 85 mg (4 %), BLS 4.0, gemessen
  • Weißwein 51 Glas (150 ml) = 8 mg (0 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Rotwein 101 Glas (150 ml) = 15 mg (1 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Kaffee 81 Tasse (150 ml) = 12 mg (1 %), BLS 4.0, gemessen
  • Cappuccino mit Milch 751 Tasse (150 ml) = 113 mg (5 %), BLS 4.0, berechnet
  • Schwarztee mit Milch 31 Tasse (200 ml) = 6 mg (0 %), BLS 4.0, berechnet
  • Rinderbrühe Dose 3851 Tasse (250 ml) = 963 mg (42 %), BLS 4.0, aus anderer Datenbank
  • Speisesalz Jodsalz, Teelöffel 57.8851 gestrichener TL (5 g) = 2.894 mg (126 %), BLS 4.0, gemessen
  • Speisesalz Prise 57.8851 Prise (0,5 g) = 289 mg (13 %), BLS 4.0, gemessen
  • Sojasauce 7.9051 EL (15 ml) = 1.186 mg (52 %), BLS 4.0, gemessen
  • Senf, mittelscharf 3.2501 TL (10 g) = 325 mg (14 %), BLS 4.0, gemessen
  • Ketchup 1.3101 EL (20 g) = 262 mg (11 %), BLS 4.0, gemessen
  • Mayonnaise 8081 EL (15 g) = 121 mg (5 %), BLS 4.0, berechnet
  • Pesto verde 1.1001 EL (20 g) = 220 mg (10 %), BLS 4.0, berechnet
  • Bratensoße Instantpulver 8.640Pulver für 1/4 l (20 g) = 1.728 mg (75 %), BLS 4.0, gemessen
  • Sambal Oelek 3.3001 TL (5 g) = 165 mg (7 %), BLS 4.0, berechnet
  • French Dressing 7302 EL (20 g) = 146 mg (6 %), BLS 4.0, berechnet
  • Nitritpökelsalz 60.6001 TL (5 g) = 3.030 mg (132 %), BLS 4.0, Labelangabe
07 Sonderfälle

Mukoviszidose, Säuglinge, Ältere: Wer wirklich Chlorid verliert

Drei Gruppen fallen aus der Regel „Chlorid fehlt nie“ heraus, und bei ihnen ist der Wert wirklich eine Frage von Salz und Wasser. Hier steht, warum der Schweiß bei Mukoviszidose der Diagnosetest ist und wann Säuglinge und Ältere gefährdet sind.

Mukoviszidose: Warum der Schweiß zu salzig ist

Bei Mukoviszidose ist der Chloridkanal CFTR defekt, der in den Schweißdrüsen das Salz zurückholt. Der Schweiß enthält deshalb im Mittel rund 104 mmol Chlorid je Liter statt 16 bei Gesunden, und genau das misst der Schweißtest: Ab 60 mmol/l ist Mukoviszidose sehr wahrscheinlich, 30 bis 59 ist grenzwertig, unter 30 unwahrscheinlich. Bei Hitze, Fieber oder Sport verlieren Betroffene so viel Salz, dass Natrium und Chlorid im Blut fallen und eine Alkalose entsteht, das sogenannte Pseudo-Bartter-Syndrom, besonders bei Säuglingen und Kleinkindern. Salzersatz ist deshalb Teil des Behandlungsplans; die Menge legt das Mukoviszidose-Team fest.

Säuglinge, Ältere und Schwangere

Säuglinge brauchen 300 bis 450 mg Chlorid am Tag, Muttermilch und heutige Fertigmilch liefern das sicher; seit dem Fall von 1979 ist der Mindestgehalt gesetzlich geregelt. Gefährdet werden Babys durch Magen-Darm-Infekte mit Erbrechen, weil ihre Reserven klein sind: Trinkschwäche, eingesunkene Augen und Teilnahmslosigkeit sind Gründe für die Praxis am selben Tag. Ältere Menschen verlieren Chlorid vor allem unter Entwässerungstabletten bei Herzschwäche; nachlassende Nierenfunktion und mehrere Medikamente machen die Werte anfälliger. Schwangere haben keinen höheren Chloridbedarf, aber bei starkem Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis) kippen Elektrolyte schnell, dann wird in der Klinik ausgeglichen. Ein Chloridmangel durch Essen kommt in keiner der drei Gruppen vor.

08 Nachschlagen

Häufige Fragen zu Chloridmangel

Was ist der Unterschied zwischen Chlor und Chlorid?

Chlor (Cl₂) ist ein Gas, das als Desinfektionsmittel im Schwimmbad und in der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt wird. Chlorid (Cl⁻) ist das negativ geladene Ion desselben Elements, gebunden an Natrium ergibt es Kochsalz. Dein Körper braucht Chlorid, mit Chlor hat das nichts zu tun.

Sind Salz und Chlorid das Gleiche?

Nein. Kochsalz ist Natriumchlorid: 1 g besteht aus 607 mg Chlorid und 393 mg Natrium. Das Chlorid im Essen stammt fast vollständig aus Salz, deshalb liefert eine normale Kost in Deutschland 5 bis 6 g Chlorid am Tag, mehr als das Doppelte des Schätzwerts von 2.300 mg.

Ist ein Chloridwert von 108 normal?

Je nach Labor. Bei einem Referenzbereich bis 110 mmol/l ist 108 normal, bei Bereichen bis 105 oder 107 knapp erhöht. Ohne Beschwerden und mit normalem Natrium und Bicarbonat ist das meist kein Befund; häufigster Grund für ein leicht erhöhtes Chlorid ist Flüssigkeitsmangel. Maßgeblich ist der Bereich auf deinem Befund.

Was passiert, wenn man zu viel Chlorid im Körper hat?

Durch Essen passiert praktisch nichts, die EFSA nennt einen Chloridüberschuss aus der Nahrung unüblich und setzt keine Obergrenze. Ein erhöhter Blutwert (Hyperchlorämie) zeigt meist eine Azidose durch Durchfall, Austrocknung oder eine Nierenerkrankung an. Zu viel Salz ist ein Natrium- und Blutdruckthema, kein Chloridthema.

Wie kann man Chlorid im Blut senken?

Nur über die Ursache. Steckt Durchfall oder Austrocknung dahinter, normalisiert sich der Wert mit Flüssigkeit und Elektrolyten; bei Nierenerkrankungen oder Azidose behandelt die Praxis die Grunderkrankung. Laut IQWiG kann bei dauerhaft erhöhtem Wert salzärmeres Essen sinnvoll sein. Wasser trinken allein senkt nichts.

Was bedeutet es, wenn der Chloridwert im Urin erhöht ist?

Meist nur, dass du viel Salz gegessen hast: Die Niere scheidet täglich 110 bis 250 mmol Chlorid aus, fast genau die Zufuhr. Bei einer Alkalose trennt der Urinwert die Ursachen: unter 20 mmol/l hält der Körper Chlorid fest (Erbrechen), darüber geht es über die Niere verloren (Diuretika, Hormonstörung).

Ist Chlorid schädlich für den Körper?

Nein, es ist lebensnotwendig und nach Natrium das häufigste Elektrolyt im Blut; toxische Wirkungen von Chlorid selbst sind laut DGE nicht bekannt. Schädlich wird nur das Salz insgesamt, und das über das Natrium: Die Blutdruckwirkung von Kochsalz hängt laut WHO am Natrium, nicht am Chlorid.

Was raubt dem Körper Natrium und Chlorid?

Erbrechen, Entwässerungstabletten, Abführmittel und literweise Schweiß bei Hitze oder Mukoviszidose. Dazu kommt die Verdünnung: Wer bei Herzschwäche oder einer Hormonstörung Wasser zurückhält oder extrem viel trinkt, hat beide Werte niedrig, ohne dass Salz fehlt. Das Essen ist praktisch nie der Grund.

Quellen · 60 Quellen anzeigen
  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Chlorid. Schätzwert für eine angemessene Zufuhr 2.300 mg/Tag für Erwachsene, Schwangere und Stillende (Stand Ableitung 2016, 3. Auflage 2025).
  2. DGE: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Chlorid (Stand 10.09.2025): Zufuhr in Deutschland 5 und 6 g/Tag, 70 bis 75 % aus verarbeiteten Lebensmitteln, Chloridmangel in Deutschland generell nicht zu erwarten, keine toxischen Wirkungen bekannt.
  3. DGE: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Speisesalz (Stand 01.10.2023): mittlere Speisesalzzufuhr 8,4 g (Frauen) und 10,0 g (Männer), Orientierungswert 6 g, 6 g entsprechen etwa einem Teelöffel.
  4. DGE: Presseinformation 01/2017, DGE aktualisiert die Referenzwerte für Natrium, Chlorid und Kalium (Schätzwerte für eine angemessene statt minimale Zufuhr).
  5. EFSA NDA Panel: Dietary reference values for chloride. EFSA Journal 2019; 17(9): 5779 (3,1 g/Tag safe and adequate, kein UL, Physiologie, Schweiß 20 bis 40 mmol/l, Hypo- und Hyperchlorämie, Mangel selten).
  6. Institute of Medicine: Dietary Reference Intakes for Water, Potassium, Sodium, Chloride, and Sulfate. National Academies Press 2005, Kapitel 6 Sodium and Chloride (AI 2,3 g, UL 3,6 g, Formelfälle 1978/79, Mukoviszidose-Schweiß 104 vs. 16 mmol/l).
  7. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittelinformationsverordnung), Anhang XIII: Referenzmenge Chlorid 800 mg, signifikante Menge 7,5 % je 100 ml bei Getränken.
  8. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission: zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zu Chlorid (Magensäure), nicht für Chlorid aus Natriumchlorid.
  9. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Chlorid (Referenzbereich 95 bis 105 mmol/l, Ursachen, Alkalose, Durchfall erhöht den Wert, leichter Mangel durch etwas mehr Kochsalz, stärkere Abweichungen ärztlich).
  10. Zentrallabor der Medizinischen Hochschule Hannover: Leistungsverzeichnis Referenzbereiche, Version 1.0 (Chlorid 95 bis 105 mmol/l, Anionenlücke 8 bis 16).
  11. IMD Berlin: Referenzbereiche Standort Potsdam (Chlorid 95 bis 105 mmol/l, Kinder 96 bis 111, Urin 54 bis 158 mmol/l, 24-h-Urin 95 bis 237 mmol/d).
  12. Endokrinologikum Aesculabor Hamburg: Leistungsverzeichnis Chlorid (Erwachsene 98,0 bis 107 mmol/l, Kinder nach Alter, erhöhte Werte bei Dehydratation, Nierenversagen, Azidose, Salicylaten).
  13. MVZ Labormedizin Krefeld: Chlorid im Serum/Urin (98 bis 107 mmol/l nach Tietz 1999, indirekte Potentiometrie, 24-h-Urin 170 bis 250 mmol).
  14. DocCheck Flexikon: Serumchlorid (Referenzbereich 96 bis 110 mmol/l, Nachschlagewerk).
  15. Onmeda: Chlorid im Blut (Normalwerte 96 bis 110 mmol/l, je nach Labor).
  16. Pfortmueller C. A. et al.: Serum chloride levels in critical illness, the hidden story. Intensive Care Medicine Experimental 2018; 6: 10 (Physiologie, Hypochlorämie unter 96 bis 101, Hyperchlorämie über 106 bis 111 je Labor, 0,9 % NaCl 154 mmol/l).
  17. Berend K., van Hulsteijn L. H., Gans R. O.: Chloride: the queen of electrolytes? European Journal of Internal Medicine 2012; 23(3): 203–211.
  18. Aletras G. et al.: The Role of Chloride in Cardiorenal Syndrome: A Practical Review. Journal of Clinical Medicine 2025; 14(15): 5230 (Verdünnung vs. echter Verlust, Schleifendiuretika).
  19. MSD Manual Professional: Metabolic Alkalosis (Lewis J. L., Review März 2025): Ursachen, chloridsensibel vs. chloridresistent, Urin-Chlorid 20 mmol/l, Symptome, Behandlung mit 0,9 % NaCl und Kalium, Acetazolamid.
  20. MSD Manual Professional: Metabolic Acidosis (Review März 2025): hyperchlorämische Azidose, Bicarbonatverlust bei Durchfall, renal-tubuläre Azidose, NaCl-Infusion.
  21. MSD Manual Professional: Acid-Base Disorders (Alkalämie pH über 7,45, Bicarbonat über 28 mmol/l, Anionenlücke 12, klinische Folgen).
  22. MSD Manual Professional: Hypokalemia (Muskelschwäche, Krämpfe, Tetanie, Rhythmusstörungen bei Kaliummangel).
  23. MSD Manual Profi-Ausgabe: Hyperemesis gravidarum (Dehydrierung, Elektrolytanomalien, Ausgleich in der Klinik).
  24. Do C., Vasquez P. C., Soleimani M.: Metabolic Alkalosis Pathogenesis, Diagnosis, and Treatment: Core Curriculum 2022. American Journal of Kidney Diseases 2022 (Folgen der Alkalose, Urin-Chlorid 20 mmol/l, Kaliumausgleich).
  25. Malloy M. H. et al.: Hypochloremic metabolic alkalosis from ingestion of a chloride-deficient infant formula: outcome 9 and 10 years later. Pediatrics 1991; 87(6): 811–822 (141 gemeldete Kinder).
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  41. Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung u. a.: S2k-Leitlinie Akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter, AWMF 068-003, Version 4.1 (Juni 2024): Glukose-Elektrolytlösung als Standard, Cola und Apfelsaft ungeeignet.
  42. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen, AWMF 021-024 (2023): WHO-ORS, bei mildem Verlauf verdünnte Säfte mit Salzstangen oder Hühnerbrühe.
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  47. Johner S. A., Thamm M., Schmitz R., Remer T.: Current daily salt intake in Germany: biomarker-based analysis of the representative DEGS study. European Journal of Nutrition 2015; 54(7): 1109–1115 (Median 10,0 g Männer, 8,4 g Frauen, über 75 % bzw. 70 % über 6 g).
  48. Robert Koch-Institut: Journal of Health Monitoring 2016; 1(2), Natriumzufuhr (Median 3,7 g/Tag, DEGS1).
  49. Max Rubner-Institut: Kochsalzzufuhr der deutschen Bevölkerung (NVS II), Pressemitteilung 26.03.2013: Brot und Brötchen 27 bis 28 %, Fleisch und Wurst 15 bis 21 %, Milch und Käse 10 bis 11 % der Salzzufuhr.
  50. Max Rubner-Institut: Reformulierung von verarbeiteten Lebensmitteln, Thema Salz (17.10.2016): fast 60 % der Salzzufuhr aus Brot, Wurst und Käse; WHO 5 g, DGE 6 g.
  51. Max Rubner-Institut: Produktmonitoring 2025, Ergebnisbericht (April 2026): Brot und Kleingebäck im Mittel 1,20 g Salz je 100 g.
  52. World Health Organization: Sodium reduction, Fact Sheet (1 g Salz = 400 mg Natrium, Empfehlung unter 5 g Salz/Tag).
  53. World Health Organization: Chloride in Drinking-water, Background document WHO/SDE/WSH/03.04/03 (kein gesundheitsbasierter Richtwert, Geschmack ab 250 mg/l, Blutdruckwirkung am Natrium).
  54. World Health Organization: Chemical fact sheets Chloride und Chlorine (Chlorid not of health concern, Chlor als Desinfektionsmittel).
  55. Trinkwasserverordnung 2023 (TrinkwV), Anlage 3 Teil I Indikatorparameter: Chlorid 250 mg/l; § 8 Abs. 3 Korrosion.
  56. Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (MinTafWV), Anlage 6 zu § 9 Abs. 3: Angabe chloridhaltig ab mehr als 200 mg/l.
  57. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): ICD-10-GM Version 2026, E87.8 Sonstige Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes (inkl. Hypo- und Hyperchlorämie).
  58. Kashani K. B. et al.: Falsely elevated chloride values in salicylate poisoning. Nephron 2018; 138: 186–191 (Messartefakt durch Salicylat).
  59. Vasuyattakul S. et al.: Negative anion gap and elevated serum chloride due to bromide intoxication. Nephron 1995; 69: 311–313.
  60. Max Rubner-Institut: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0, Deutsche Nährstoffdatenbank, Karlsruhe 2025, Chlorid (mg je 100 g), Dokumentation Januar 2026.
Gregor Aßlaber
Gregor AßlaberAutor · Redakteur Saturo

Schreibt seit 2019 für Saturo über Ernährung, Nährstoffe und die Frage, wie gute Versorgung im Alltag praktisch funktioniert.

Joerg Hauke
Joerg HaukeFachliche Prüfung · Ernährungsexperte

Hat diesen Artikel am 2. Oktober 2026 auf fachliche Richtigkeit geprüft. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.