NährstoffmangelEiner von 30 Artikeln zum Thema

Vitamin-K-Mangel: Symptome, Ursachen und Behandlung

Blaue Flecken ohne Anlass, Nasenbluten, Zahnfleisch, das beim Putzen blutet? Vitamin K sorgt dafür, dass Blut gerinnt, und leichteres Bluten ist bei Erwachsenen das einzige belegte Symptom. Welche Symptome dazugehören, wie viel du brauchst und wo es drinsteckt.

Vitamin-K-Quellen auf hellem Travertin: Grünkohl, Spinat, Brokkoli, Rosenkohl, Petersilie, Rucola, Kiwi, Avocado, Gouda, Eigelb, Sauerkraut und Rapsöl
KVitamin K
Vitamin-K-Quellen im Überblick: Grünkohl, Spinat, Brokkoli, Rosenkohl, Petersilie und Rucola liefern K1, Gouda, Eigelb und Sauerkraut K2.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Tagesbedarf
60–80µg

Schätzwert der DGE für Erwachsene: Frauen 60 bis 65, Männer 70 bis 80 Mikrogramm. Eine Handvoll Rucola oder ein Esslöffel Petersilie decken das schon.

Vorrat reicht
5 Tage

Rund zwei Drittel einer Vitamin-K-Dosis sind nach fünf Tagen wieder ausgeschieden. Der Körper hat kein Depot wie bei Vitamin D, sondern lebt von der laufenden Zufuhr.

Neugeborene
3 × 2 mg

So viel Vitamin K bekommt jedes Baby in Deutschland zum Schutz vor Hirnblutungen: bei der U1, U2 und U3. Ohne Prophylaxe blutet etwa eines von 14.000 voll gestillten Kindern.

Das einzige belegte Symptom
Blutung

Blaue Flecken, Nasen- und Zahnfleischbluten, Nachblutungen: Das ist bei Erwachsenen der einzige gesicherte Hinweis. Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Haarausfall gehören nicht dazu.

01 Erkennen

Vitamin-K-Mangel Symptome: Woran du ihn erkennst

Vitamin K aktiviert in der Leber die Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X. Fehlt es, gerinnt das Blut langsamer, und das ist bei Erwachsenen das einzige belegte Symptom: eine erhöhte Blutungsneigung mit blauen Flecken, Nasen- und Zahnfleischbluten, Nachblutungen, stärkerer Regelblutung, in schweren Fällen Blut im Stuhl oder Urin. Bei Gesunden, die normal essen, ist der Mangel selten; Müdigkeit, Muskelschmerzen und Haarausfall gehören nicht dazu.

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Welche Blutungszeichen kennst du von dir?

Tippe an, was auf dich zutrifft. Du siehst dann, wie viele typische Anzeichen zusammenkommen.

Erste Anzeichen: Blutungen, die nicht zum Anlass passen

Das früheste Zeichen ist ein Missverhältnis: ein handtellergroßer blauer Fleck von einem Stoß, den du kaum bemerkt hast, ein Rasierschnitt, der nicht aufhört, Zahnfleisch, das bei jedem Putzen blutet. Faktor VII hat eine Halbwertszeit von wenigen Stunden und fällt zuerst, deshalb zeigt der Quick-Wert den Mangel früh (Kapitel 4). Verdächtig ist auch gehäuftes Nasenbluten: mehrmals pro Woche, aus beiden Nasenlöchern, länger als eine Viertelstunde trotz Druck. Bei Säuglingen kann eine Hirnblutung das erste Zeichen sein (Kapitel 7).

Vitamin-K-Mangel Symptome Haut: blaue Flecken und Hautblutungen

Typisch sind Hämatome, die groß und unregelmäßig ausfallen, an Stellen ohne Stoß, dazu Petechien, stecknadelkopfgroße rote Punkte, die unter Glasdruck nicht verblassen, bei schwerem Mangel flächige Einblutungen (Purpura). Aber: Blaue Flecken haben fast immer eine andere Ursache, Alter (dünnere Haut, brüchigere Gefäße), Medikamente (ASS, Ibuprofen, Cortison, Blutverdünner), zu wenig Blutplättchen oder Vitamin-C-Mangel. Ein Vitamin-K-Mangel wird wahrscheinlich, wenn Schleimhautblutungen und ein Grund wie Darmerkrankung, Antibiotika oder Blutverdünner dazukommen. Vitamin-K-Cremes gegen Augenringe sind Kosmetik ohne Studien, „Hautalterung durch Vitamin-K-Mangel“ betrifft nur eine seltene Erbkrankheit.

Blauer Fleck am Unterarm: Große Hämatome ohne passenden Anlass sind das typischste Hautzeichen eines Vitamin-K-Mangels
Blaue Flecken, die nicht zum Anlass passen: Das ist das Hautzeichen, das zu Vitamin-K-Mangel passt. Meist steckt trotzdem etwas anderes dahinter, vor allem Alter und Schmerzmittel.

Vitamin-K-Mangel Symptome bei Frauen

Frauen haben ein Symptom mehr: die Regelblutung. Ein Review von 2026 fasst Fallberichte zusammen, in denen sich eine unerklärt starke Menstruation nach Ausgleich eines Vitamin-K-Mangels besserte; die Autorin betont, dass eine Ursache-Wirkung nicht bewiesen ist. Bei einer Menorrhagie (über 80 ml pro Zyklus oder länger als sieben Tage) gehört Vitamin K zur Gerinnungsabklärung, weit hinter Myomen und Hormonstörungen. Zweiter Sonderfall ist schweres Schwangerschaftserbrechen: Ein systematischer Review fand bei 43 % der Frauen eine verlängerte Gerinnungszeit (Kapitel 7). Nicht dazu gehören Haarausfall, Gewichtszunahme und Wechseljahresbeschwerden, dafür fehlt jede Studie.

Symptom-Check

Was wirklich zu Vitamin-K-Mangel passt

Die zehn Beschwerden, nach denen am häufigsten gesucht wird, und was die Studienlage sagt. Belegt: Leitlinie, Referenzwerk oder Metaanalyse nennen es als Mangelzeichen. Möglich: Beobachtungen oder Einzelfälle ohne bewiesene Ursache. Unbelegt: keine Primärquelle gefunden.

Was die Studien sagenEinstufung
Blaue Flecken, HautblutungenDirekte Folge fehlender Gerinnungsfaktoren; Kernsymptom in MSD Manual und LeitlinienBelegt
Nasenbluten, ZahnfleischSchleimhautblutungen gehören zum klassischen Bild des MangelsBelegt
Nachblutungen nach OPVerlängerte Gerinnungszeit, Quick-Wert erniedrigtBelegt
Blut im Stuhl oder UrinZeichen eines schweren Mangels, bei Säuglingen Hirnblutung möglichBelegt
Starke RegelblutungFallberichte mit Besserung nach Ausgleich, Review 2026: keine bewiesene UrsacheMöglich
Brüche, schwache KnochenMetaanalyse: weniger Wirbelbrüche unter Vitamin K, getragen von 45-mg-ArzneistudienMöglich
GefäßverkalkungMechanismus über Matrix-Gla-Protein plausibel, Studien uneinheitlichMöglich
Psyche, MüdigkeitNur Querschnittsdaten: hohe Zufuhr mit weniger Depression assoziiert, keine InterventionsstudieMöglich
Muskelschmerzen, KrämpfeEin RCT mit K2 gegen nächtliche Wadenkrämpfe bei Älteren, ohne MangelnachweisUnbelegt
Schilddrüse, HaarausfallKeine wissenschaftliche Primärquelle gefunden, Portale nennen es ohne BelegUnbelegt

Einstufung nach den in Kapitel 8 gelisteten Quellen (MSD Manual, AWMF-Leitlinie 024-022, Alfahl 2026, Salma 2022, Barrett 2018, Hashim 2025, Zhang 2023, Tan 2024). Stand 23. September 2026.

Vitamin-K2-Mangel Symptome: Gibt es das überhaupt?

Nein, nicht als eigenes Krankheitsbild. Vitamin K ist eine Familie: K1 (Phyllochinon) aus grünen Pflanzen, K2 (Menachinone) aus Bakterien, Fermentiertem und tierischen Lebensmitteln. Für die Gerinnung nutzt die Leber beide Formen; wer genug K1 isst, blutet nicht, auch wenn er kaum K2 aufnimmt. Hinter der Suche steckt die Idee, K2 sei für Knochen und Gefäße zuständig, weil es Osteocalcin und das Matrix-Gla-Protein aktiviert. Das stimmt biochemisch, es sind aber keine spürbaren Symptome, sondern Blutmarker, die bei vielen Gesunden unvollständig aktiviert sind (Kapitel 7).

Vitamin-K-Mangel und Psyche, Muskelschmerzen, Schilddrüse: Was stimmt?

Für keines der drei ist ein Mangelsymptom belegt. Psyche: Die US-Beobachtung oben bestätigt ein systematischer Review 2025, es bleibt aber bei Querschnittsdaten. Muskelschmerzen: Die einzige gute Studie ist ein RCT von 2024 mit 199 Menschen über 65, bei denen 180 µg K2 nächtliche Wadenkrämpfe reduzierten, ohne nachgewiesenen Mangel; das zeigt einen Kapsel-Effekt, kein Mangelsymptom. Krämpfe sprechen eher für Magnesium, Kalium oder Vitamin D. Schilddrüse: Dafür gibt es keine einzige Primärstudie.

Wann zum Arzt

Blaue Flecken plus Schleimhautblutungen, dazu Marcumar, Antibiotika oder eine Darm-, Galle- oder Lebererkrankung: zeitnah in die Praxis, Quick-Wert und Blutbild. Notruf 112 bei schwarzem Stuhl, Blut im Urin, Blutungen, die nach 20 Minuten nicht stoppen, oder einem Säugling mit Bluterbrechen.

02 Ursachen

Vitamin-K-Mangel Ursachen: Wer wirklich gefährdet ist

Vitamin K ist fettlöslich: Es braucht Fett in der Mahlzeit, Gallensäuren und Enzyme der Bauchspeicheldrüse, um aus dem Darm ins Blut zu kommen; Darmbakterien bilden etwas K2, das aber wenig beiträgt. Ein Mangel entsteht auf vier Wegen: zu wenig Zufuhr (selten), gestörte Aufnahme bei Darm-, Galle- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Medikamente, die Vitamin K blockieren oder binden, und eine Leber, die die Faktoren nicht mehr baut.

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Wie viel Vitamin K brauchst du pro Tag?

60µg pro Tag

Frau 19 bis 50: 60 µg am Tag als Schätzwert der DGE. Eine Handvoll Rucola (20 g) liefert 22 µg, 150 g gekochter Brokkoli 212 µg, ein Esslöffel Rapsöl 7 µg.

Darm, Galle, Bauchspeicheldrüse: Wenn Fett nicht verdaut wird

Die häufigste Ursache bei Erwachsenen ist eine Malabsorption: Vitamin K kommt an, wird aber nicht aufgenommen, weil Fett schlecht verdaut wird. Bei Mukoviszidose mit geschwächter Bauchspeicheldrüse hatten in einer Untersuchung 78 % einen Vitamin-K-Mangel im Blut, bei zusätzlicher Lebererkrankung alle. Nach Kurzdarm-Operationen und Magenbypass ist das Risiko ebenfalls erhöht. Dazu kommen Gallenstau, Zöliakie, Morbus Crohn, chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung und anhaltende Durchfälle. Wer eine dieser Diagnosen hat und leicht blaue Flecken bekommt, lässt den Quick-Wert kontrollieren; die Mukoviszidose-Leitlinie empfiehlt ihn ausdrücklich.

Vitamin-K-Mangel und Leber: Mangel oder Syntheseschwäche?

Bei Gallenstau fehlt Vitamin K wirklich, weil ohne Galle kein Fett aufgenommen wird; hier hilft die Gabe, meist als Spritze. Bei fortgeschrittener Leberzirrhose kann die Leber die Faktoren selbst nicht mehr ausreichend herstellen. Laut einer Übersichtsarbeit von 2019 ist die gestörte Synthese der Gerinnungsproteine dort der Hauptgrund, und Vitamin K senkt den INR-Wert nicht zuverlässig. Wer mit Zirrhose schlechte Gerinnungswerte hat, hat also meist keinen Mangel, den man nachfüllen könnte.

Medikamente: Marcumar, Antibiotika, Colestyramin, Orlistat

  • Vitamin-K-Antagonisten (Phenprocoumon in Marcumar und Falithrom, Warfarin) blockieren das Enzym, das Vitamin K recycelt: ein gewollter, funktioneller Mangel trotz voller Zufuhr, gesteuert über den INR-Wert (Kapitel 7).
  • Bestimmte Antibiotika: Cephalosporine mit NMTT-Seitenkette (Cefoperazon, Cefotetan) hemmen dasselbe Enzym; eine taiwanesische Krankenkassenstudie fand ein um 71 % erhöhtes Blutungsrisiko. Breitbandantibiotika stören bei wochenlanger Gabe zusätzlich die K2-bildenden Darmbakterien.
  • Fettbinder: Colestyramin bindet Gallensäuren, Orlistat blockiert die Fettverdauung um rund 30 %; beide senken die Aufnahme aller fettlöslichen Vitamine.

Zu wenig Vitamin K im Essen ist selten: In der EPIC-Heidelberg-Kohorte mit 25.540 Erwachsenen lag die mittlere Zufuhr bei 94 µg K1 plus 35 µg K2 am Tag, deutlich über den 60 bis 80 µg der DGE. Betroffen ist, wer über Monate fast kein Gemüse, Öl und keine Milchprodukte isst: bei schweren Essstörungen, künstlicher Ernährung, im hohen Alter, auf der Intensivstation und an der Dialyse.

03 Verstehen

So arbeitet Vitamin K im Körper

Drei Stationen vom Teller bis zur Wunde. Wer sie kennt, versteht, warum der Vorrat nur Tage reicht, warum Marcumar genau hier ansetzt und warum K1 und K2 dieselbe Arbeit machen.

1

Aufnahme im Dünndarm

Vitamin K1 steckt in den grünen Blättern von Pflanzen, Vitamin K2 entsteht durch Bakterien: in Käse, Sauerkraut, Natto, und in kleinen Mengen im Dickdarm. Beide sind fettlöslich. Im Dünndarm werden sie mit Gallensäuren und Fett zu winzigen Tröpfchen verpackt, von der Darmwand aufgenommen und über die Lymphe ins Blut gebracht. Aus rohem Spinat kommen dabei nur wenige Prozent an, mit etwas Öl oder Butter das Dreifache.

2

Die Leber verbraucht und recycelt

In der Leber aktiviert Vitamin K die Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X. Dabei wird es selbst verbraucht und von einem Enzym wieder aufgefrischt, dem Vitamin-K-Zyklus. Genau dieses Enzym blockiert Marcumar. Einen Speicher gibt es kaum: Rund zwei Drittel einer Dosis sind nach fünf Tagen ausgeschieden, K1 verschwindet nach Stunden aus dem Blut, das K2 aus Natto (MK-7) bleibt mit einer Halbwertszeit von etwa 68 Stunden deutlich länger.

3

Wirkung: Gerinnung, Knochen, Gefäße

Aktivierte Faktoren bilden bei einer Verletzung innerhalb von Minuten einen Pfropf. Fehlen sie, sickert Blut ins Gewebe: der blaue Fleck. Außerhalb der Leber aktiviert Vitamin K zwei weitere Eiweiße: Osteocalcin, das Calcium im Knochen einbaut, und das Matrix-Gla-Protein, das Kalk aus den Gefäßwänden fernhält. Beide sind bei vielen Menschen nur teilweise aktiviert; was das langfristig bedeutet, wird noch erforscht.

04 Diagnose

Vitamin-K-Mangel feststellen: Blutwerte und Tests

Vitamin K selbst wird fast nie gemessen: Der Blutspiegel schwankt mit der letzten Mahlzeit. Gemessen wird, was Vitamin K bewirkt: die Gerinnung, als Quick-Wert oder INR. Das Schaubild zeigt links die Kette bei guter Versorgung, rechts das, was passiert, wenn die Faktoren da, aber nicht aktiviert sind.

Schaubild

Gerinnung mit und ohne Vitamin K: Sechs Stellen, an denen es hakt

Links dichtet ein Pfropf die verletzte Gefäßwand ab, rechts sickert Blut ins Gewebe. Die Faktoren werden in beiden Fällen gebildet, nur rechts fehlt die Aktivierung durch Vitamin K.

1 2 3 4 5 6
Genug Vitamin KZu wenig Vitamin K
  1. 1
    Leber: baut die Faktoren

    Die Leber stellt die Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X her und aktiviert sie mit Vitamin K. Fehlt es, kommen inaktive Vorläufer ins Blut (PIVKA), die das Labor messen kann.

  2. 2
    Faktoren im Blut

    Links aktiviert und einsatzbereit, rechts unvollständig. Faktor VII geht zuerst aus, deshalb sinkt der Quick-Wert früh, noch bevor größere Blutungen auftreten.

  3. 3
    Wunde und Pfropf

    Bei einer Verletzung bilden aktivierte Faktoren in Minuten Fibrin, das die Blutplättchen vernetzt. Ohne Vitamin K bleibt das Netz aus und die Wunde blutet nach.

  4. 4
    Haut: der blaue Fleck

    Blut, das aus kleinen Gefäßen ins Gewebe sickert, zeigt sich als Hämatom oder als punktförmige Petechien. Bei Säuglingen kann dieselbe Blutung im Gehirn auftreten.

  5. 5
    Knochen: Osteocalcin

    Vitamin K aktiviert Osteocalcin, das Calcium in den Knochen einbaut. Unaktiviertes Osteocalcin im Blut ist ein Marker für knappe Versorgung, kein spürbares Symptom.

  6. 6
    Gefäßwand: Matrix-Gla-Protein

    Aktiviertes MGP hält Calcium aus der Gefäßwand fern. Ist es inaktiv, gilt das als Risikomarker für Verkalkung; ob K2-Kapseln das ändern, zeigen Studien bisher uneinheitlich.

Vereinfachtes Schema nach Shearer, Fu und Booth 2012 und den KBV-Laborempfehlungen. Quellen am Ende des Artikels.

Quick-Wert und INR: der Standardtest

Der Quick-Wert misst, wie schnell das Blut nach Zugabe eines Gewebefaktors gerinnt, in Prozent einer Norm; bei Gesunden liegt er zwischen 70 und 120 %. Er reagiert auf die Faktoren II, VII und X, und weil Faktor VII am schnellsten abgebaut wird, fällt er bei einem Mangel früh. Die INR ist dieselbe Messung in anderer Skala (normal um 1,0). Ein niedriger Quick-Wert allein beweist keinen Vitamin-K-Mangel, auch eine kranke Leber senkt ihn. Die Unterscheidung liefert Faktor V: normal bei Vitamin-K-Mangel, niedrig bei Leberschaden.

Auf einen Blick

Fünf Tests, die einen Vitamin-K-Mangel zeigen

Vom Standardtest in jeder Praxis bis zu Spezialmarkern aus der Forschung. Für die allermeisten reicht die erste Zeile.

Was gemessen wirdAussagekraftZugang
Quick-Wert / INRGerinnungszeit, abhängig von Faktor II, VII, XErfasst den Mangel erst ab deutlicher Faktor-Verminderung, dafür schnell und überallJede Hausarztpraxis, Ergebnis am selben Tag
Faktor VVitamin-K-unabhängiger FaktorUnterscheidet Vitamin-K-Mangel (normal) von Leberschaden (niedrig)Labor auf Anforderung
PIVKA-IIInaktiver Vorläufer von Faktor IIZeigt subklinischen Mangel, bevor die Gerinnung reagiert; in einer Studie 41 % auffällig, wo der Spiegel nur 18 % zeigteSpeziallabor, vor allem bei Leber- und Darmerkrankungen
Vitamin-K1-SpiegelPhyllochinon im Plasma, normal 0,4 bis 1,2 ng/mlSchwankt mit der letzten Mahlzeit und den Blutfetten, allein wenig aussagekräftigSpeziallabor
ucOC / dp-ucMGPNicht aktiviertes Osteocalcin bzw. Matrix-Gla-ProteinMarker für Knochen und Gefäße, keine Normwerte für Gesunde, ForschungsparameterStudien und Spezialambulanzen
Koller-TestQuick-Wert vor und nach Vitamin-K-GabeSteigt der Wert, war es Vitamin-K-Mangel; bleibt er, liegt es an der Leber. Heute selten nötigKlinik

Nach den KBV-Laborempfehlungen 2023/2024, der Fachinformation Konakion MM (2018) und der TransplantLines-Studie 2021. Ob und welche dieser Untersuchungen die Krankenkasse übernimmt, hängt vom Anlass ab und wird in der Praxis geklärt.

Der Quick-Wert hat eine Schwäche: Er schlägt erst an, wenn die Faktor-Aktivität unter etwa 45 % gefallen ist. Für leichte Mängel gibt es PIVKA-II, die inaktive Vorstufe des Faktors II, die sich ansammelt, sobald der Leber Vitamin K fehlt: In einer Studie an 44 Säuglingen mit Gallenstau hatten 41 % erhöhte Werte, aber nur 18 % einen niedrigen Vitamin-K-Spiegel. Im Alltag genügt der Quick-Wert.

INR-Selbstmessung am Küchentisch: Ein Tropfen Blut auf dem Teststreifen zeigt, wie schnell das Blut gerinnt
Gerinnung statt Vitamin-K-Spiegel: Der Quick- oder INR-Wert misst, was Vitamin K bewirkt. Marcumar-Patient:innen kennen die Messung aus dem Alltag.

Vitamin-K-Mangel Test: Wer ihn braucht und was Heimtests können

Nicht jede:r muss testen: Bei Gesunden ohne Blutungszeichen ist der Quick-Wert praktisch immer normal, ein Vitamin-K-Spiegel aus der Versandapotheke misst den letzten Salat. Sinnvoll ist der Test, wenn Blutungszeichen mit einem Risiko zusammentreffen: Zöliakie, Morbus Crohn, Mukoviszidose, Gallenstau, Magenbypass, längere Antibiotika-Gabe, Colestyramin oder Orlistat, künstliche Ernährung, Lebererkrankung. Einen Heimtest gibt es nur als INR-Selbstmessgerät für Menschen unter Blutverdünnern, nach Schulung und auf Rezept. Der ehrlichste Selbsttest steht in Kapitel 6: Wer täglich über 60 µg kommt und keine Aufnahmestörung hat, braucht keinen Bluttest.

Vor dem Test

Keine Vitamin-K-Präparate oder D3-K2-Kombis in den Tagen davor, sie verfälschen das Ergebnis. Medikamentenliste mitbringen, besonders Blutverdünner, Antibiotika, Fettbinder und Nahrungsergänzung; Marcumar-Patient:innen den INR-Pass. Bei Blutungszeichen gleich das Blutbild dazu: Zu wenige Blutplättchen machen dieselben blauen Flecken.

05 Behandlung

Vitamin-K-Mangel Behandlung: Was hilft

Ein nachgewiesener Vitamin-K-Mangel ist eine dankbare Diagnose: Er lässt sich in Stunden beheben, das Mittel ist billig und nebenwirkungsarm. Zwei Ebenen: Vitamin K nachfüllen, als Tropfen, Tablette oder Spritze, und die Ursache abstellen, sonst ist der Mangel in einer Woche zurück. Ohne Mangel bringt zusätzliches Vitamin K nichts.

Vitamin K als Medikament: Tropfen, Tabletten, Spritze

Standard ist Phytomenadion (Vitamin K1), in Deutschland als Konakion mit 2 mg (Tropfen für Kinder) und 10 mg (Erwachsene). Die Wirkung setzt laut Fachinformation 1 bis 3 Stunden nach intravenöser Gabe und 4 bis 6 Stunden nach dem Schlucken ein; bei lebensbedrohlichen Blutungen kommen Faktorenkonzentrate dazu. Die einzige relevante Nebenwirkung betrifft die schnelle Infusion: In 6.572 intravenösen Gaben kam es zweimal zu einer anaphylaktoiden Reaktion, deshalb wird langsam gespritzt. Eine Überdosierung mit K1 ist nicht bekannt.

Vitamin K ist der Nährstoff, bei dem die Reihenfolge stimmt: erst der Gerinnungstest, dann die Ursache, dann das Präparat. Wer ohne Befund K2-Kapseln nimmt, füllt ein Fass, das gar nicht leer ist. Und wer Marcumar nimmt, nimmt kein Vitamin-K-Präparat auf eigene Faust und stellt sein Essen nicht über Nacht um.

Joerg Hauke, Ernährungsexperte, fachliche Prüfung dieses Artikels

Die Ursache behandeln: Darm, Galle, Medikamente

Der Koller-Test ist zugleich Therapie: Vitamin K geben, am nächsten Tag Quick-Wert messen; steigt er, war es ein Mangel. Bei Zöliakie heilt die Darmschleimhaut unter glutenfreier Kost. Bei Morbus Crohn und Mukoviszidose wird Vitamin K oft dauerhaft ersetzt. Bei Gallenstau geht die Gabe als Spritze an der Galle vorbei. Bei Fettbindern hilft ein Abstand von mehreren Stunden zur Vitamin-K-reichen Mahlzeit. Bei Leberzirrhose gilt: Bleibt der Quick-Wert trotz Vitamin K niedrig, liegt es an der Leber.

Vitamin K2 Überdosierung und Nebenwirkungen: Was ist zu viel?

Bei Gesunden ist eine Überdosierung praktisch nicht möglich: Die EFSA hat keine Obergrenze festgelegt, selbst 10 mg K1 täglich und 720 µg MK-7 über zwei Jahre blieben ohne Nebenwirkungen. Vitamin K macht das Blut nicht „dicker“: 90 µg MK-7 über 30 Tage veränderten weder Gerinnungszeiten noch Faktor-Aktivitäten, die Thrombose-Warnung aus dem Netz hat keine Grundlage. Anders unter Vitamin-K-Antagonisten: Schon unter 10 µg MK-7 am Tag stören laut BfR die Marcumar-Einstellung; daher der Höchstmengenvorschlag 80 µg K1 und 25 µg K2 je Tagesdosis.

Vitamin D und K2 zusammen einnehmen: Was die Studien sagen

Wer Vitamin D in üblicher Dosis nimmt, braucht kein K2 dazu. Die Idee: Vitamin D erhöht die Calciumaufnahme, K2 soll das Calcium in die Knochen statt in die Gefäße lenken. Die Verbraucherzentrale schreibt im Juli 2026: „Aktuell kann keine verlässliche Empfehlung zu einer kombinierten Einnahme von Vitamin D und Vitamin K getroffen werden.“ Die Gefäßstudien fielen gemischt aus (Kapitel 7). Wer K2 trotzdem nimmt, bleibt unter den 25 µg des BfR und meidet es unter Marcumar; vor D3-K2-Bolus-Präparaten warnt das BfR.

06 Ernährung

Vitamin K Lebensmittel: Wo am meisten drinsteckt

Vitamin K ist der Nährstoff, bei dem die Tabelle fast die Behandlung ist. Vitamin K1 sitzt in den grünen Blättern, je dunkler das Grün, desto mehr; Raps- und Sojaöl bringen es in kleiner Menge mit. Vitamin K2 entsteht durch Bakterien: in gereiftem Käse, Sauerkraut, Eigelb und vor allem Natto. Die Balken zeigen die Top 10 beider Gruppen pro 100 g, wie sie auf den Teller kommen.

Vitamin K pro 100 g: Top 10 pflanzlich (K1) und tierisch-fermentiert (K2)

  1. Petersilie (frisch): 1640 µg
  2. Gartenkresse (roh): 542 µg
  3. Spinat (gekocht): 494 µg
  4. Grünkohl (gekocht): 419 µg
  5. Mangold (gekocht): 327 µg
  6. Endivie (roh): 231 µg
  7. Sojaöl: 184 µg
  8. Brokkoli (gekocht): 141 µg
  9. Rosenkohl (gekocht): 140 µg
  10. Rucola (roh): 109 µg

Pro 100 g gekocht bzw. roh, USDA SR Legacy 2018. Petersilie und Kresse führen, weil sie kaum Wasser enthalten; in Portionen: 1 EL Petersilie 66 µg, 150 g Spinat 740 µg, 150 g Brokkoli 212 µg, eine Handvoll Rucola 22 µg. Grünkohl streut je nach Quelle von 419 bis über 1.100 µg (Sorte, Ernte, Licht).

Vitamin K2 Lebensmittel: Käse, Eigelb, Natto

Gereifter Käse ist die alltagstaugliche K2-Quelle: Gouda nach 13 Wochen 66 µg, Emmentaler 43, Cheddar 24, Brie 13 µg pro 100 g, fettarme Varianten deutlich weniger, fettfreier Joghurt gar nichts. Eigelb bringt 48 µg pro 100 g, ein Ei also rund 8 µg, Sauerkraut nur 5 µg K2. Spitzenreiter ist Natto: Ein Esslöffel deckt den Tagesbedarf zehnfach. Für die Gerinnung reicht K1 aus Gemüse; wer K2 für Knochen und Gefäße will, findet es in Käse und Ei (Kapitel 7).

Interaktiv

Wie viel Vitamin K steckt in …?

Werte in µg pro 100 g, so wie gegessen, K1 und K2 zusammen. Ampel: ab 100 µg viel, 20 bis 99 mittel, darunter wenig. Tipp ein, was auf dem Teller liegt, oder wähle eine Gruppe.

  • Grünkohl Braunkohl, Federkohl 418150 g = 628 µg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Spinat 494150 g = 740 µg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Mangold Schweizer Mangold 327150 g = 491 µg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Rosenkohl 140150 g = 210 µg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Brokkoli Broccoli 141150 g = 212 µg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Blumenkohl Karfiol 14150 g = 21 µg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Weißkohl Weißkraut 109150 g = 163 µg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Chinakohl Pak Choi 34150 g = 51 µg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Rotkohl Rotkraut 25100 g = 25 µg, roh (BLS 4.0)
  • Zucchini 4,2150 g = 6,3 µg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Paprika, rot 5,1100 g = 5,1 µg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Spargel 51150 g = 76 µg, gekocht, abgetropft (USDA)
  • Sellerie Stangensellerie 2950 g = 15 µg, roh (USDA)
  • Gurke Salatgurke 16100 g = 16 µg, roh, mit Schale (USDA)
  • Karotte Möhre 1380 g = 11 µg, roh (USDA)
  • Kartoffel 2,2150 g = 3,3 µg, gekocht, in der Schale (USDA)
  • Süßkartoffel Batate 1,8150 g = 2,7 µg, gekocht (BLS 4.0)
  • Tomate 7,9100 g = 7,9 µg, roh (USDA)
  • Lauch Porree 47100 g = 47 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Kohlrabi 7,0100 g = 7,0 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Fenchel Blattgrün, nicht Knolle 24020 g = 48 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Pastinake 1,0100 g = 1,0 µg, gekocht (Souci/Heidelberg)
  • Champignon Zuchtchampignon 1480 g = 11 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Aubergine 0,5100 g = 0,5 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Zwiebel 0,750 g = 0,3 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Zuckermais 3,0100 g = 3,0 µg, gekocht (Souci/Heidelberg)
  • Weiße Rübe 2,0100 g = 2,0 µg, gekocht (Souci/Heidelberg)
  • Petersilie, frisch 1.6404 g = 66 µg, frisch, roh, gehackt (USDA)
  • Rucola Rauke 10920 g = 22 µg, roh (USDA)
  • Feldsalat Rapunzel, Vogerlsalat 11650 g = 58 µg, roh (BLS 4.0)
  • Kopfsalat Buttersalat 10250 g = 51 µg, roh (USDA)
  • Endivie 23180 g = 185 µg, roh (USDA)
  • Eisbergsalat 2450 g = 12 µg, roh (USDA)
  • Römersalat Romana, Kochsalat 10250 g = 51 µg, roh (USDA)
  • Schnittlauch 3803 g = 11 µg, frisch, geschnitten (Souci/Heidelberg)
  • Kresse Gartenkresse 54210 g = 54 µg, roh (USDA)
  • Kiwi 4075 g = 30 µg, roh (USDA)
  • Avocado 2170 g = 15 µg, roh (USDA)
  • Heidelbeeren 19125 g = 24 µg, roh (USDA)
  • Brombeeren 20125 g = 25 µg, roh (USDA)
  • Weintrauben 15100 g = 15 µg, roh (USDA)
  • Apfel mit Schale 2,2150 g = 3,3 µg, roh, mit Schale (USDA)
  • Banane 0,5120 g = 0,6 µg, roh (USDA)
  • Birne 4,9150 g = 7,3 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Erdbeere 5,0150 g = 7,5 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Orange Apfelsine 3,8180 g = 6,8 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Pflaume 8,3100 g = 8,3 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Ananas, frisch 0,1150 g = 0,1 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Johannisbeere, schwarz 30100 g = 30 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Johannisbeere, rot 11100 g = 11 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Himbeere 10125 g = 12 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Pfirsich 2,3150 g = 3,5 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Aprikose 3,3100 g = 3,3 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Kirsche, süß 1,5100 g = 1,5 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Kichererbsen 4,0150 g = 6,0 µg, gekocht (USDA)
  • Linsen 1,7150 g = 2,5 µg, gekocht (USDA)
  • Erbsen, grün 26150 g = 39 µg, gekocht (USDA)
  • Sojabohnen, reif 19150 g = 29 µg, gekocht (USDA)
  • Edamame unreife Sojabohne 5,0100 g = 5,0 µg, gedünstet, mit Fett und Salz (BLS 4.0)
  • Tofu 22100 g = 22 µg, gebraten ohne Fett (Pfanne) (BLS 4.0)
  • Mungbohne, getrocknet 17030 g = 51 µg, trocken, ungekocht (Souci/Heidelberg)
  • Haferflocken 2,040 g = 0,8 µg, trocken, Rohware (USDA)
  • Vollkornbrot Weizen 7,850 g = 3,9 µg, fertig gebacken (USDA)
  • Roggenvollkornbrot 4,250 g = 2,1 µg, fertig gebacken, davon K2 0,0 (BLS 4.0)
  • Reis, weiß 0,0150 g = 0,0 µg, gekocht (USDA)
  • Weizenkeime 13110 g = 13 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Weißbrot 1,950 g = 0,9 µg, fertig gebacken (Souci/Heidelberg)
  • Hafer, ganzes Korn 5040 g = 20 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Roggenbrot 3,050 g = 1,5 µg, fertig gebacken (Souci/Heidelberg)
  • Weizenvollkornmehl Type 1700 3050 g = 15 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Pinienkerne 5420 g = 11 µg, trocken (USDA)
  • Cashewkerne 3430 g = 10 µg, roh (USDA)
  • Pistazien 6030 g = 18 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Walnüsse 2,030 g = 0,6 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Haselnüsse 9,030 g = 2,7 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Pekannüsse 1030 g = 3,0 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Leinsamen 5,010 g = 0,5 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Sesamsamen 2,010 g = 0,2 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Rapsöl Rüböl 7110 g = 7,1 µg, roh (USDA)
  • Sojaöl 18410 g = 18 µg, roh (USDA)
  • Olivenöl 6010 g = 6,0 µg, roh (USDA)
  • Sonnenblumenöl 9,410 g = 0,9 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Butter 2610 g = 2,6 µg, gesalzen, davon K2 18 (BLS 4.0)
  • Butterschmalz 2610 g = 2,6 µg, davon K2 18 (BLS 4.0)
  • Kokosfett 1010 g = 1,0 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Traubenkernöl 28010 g = 28 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Kürbiskernöl 11210 g = 11 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Milch, Vollmilch 3,5 % Fett 1,6200 g = 3,2 µg, pasteurisiert, davon K2 1,1 (BLS 4.0)
  • Joghurt, natur Vollmilch 0,2150 g = 0,3 µg, 3,5 % Fett (USDA)
  • Quark, Magerstufe 16200 g = 32 µg, <10 % Fett i. Tr., davon K2 16 (BLS 4.0)
  • Gouda 6830 g = 20 µg, 48 % Fett i. Tr., davon K2 64 (BLS 4.0)
  • Emmentaler 2030 g = 6,2 µg, mind. 45 % Fett i. Tr., davon K2 18 (BLS 4.0)
  • Cheddar 1130 g = 3,3 µg, sharp, in Scheiben, davon K2 8,6 (USDA)
  • Parmesan 8,820 g = 1,8 µg, gerieben, davon K2 7,1 (USDA)
  • Brie 1530 g = 4,4 µg, davon K2 12 (USDA)
  • Butterkäse 1630 g = 4,8 µg, mind. 45 % Fett i. Tr., K2 (BLS 4.0)
  • Schweizer Käse Raclette/Vacherin/Emmentaler 28–47K2, Agroscope: Raclette 47, Vacherin 46, Emmentaler 28; 30 g = 8 bis 14 µg
  • Hüttenkäse 0,4100 g = 0,4 µg (Souci/Heidelberg)
  • Ei, ganz, gekocht 7,650 g = 3,8 µg, hart gekocht, davon K2 7,0 (BLS 4.0)
  • Eigelb, roh 5317 g = 9,0 µg, roh, davon K2 48 (BLS 4.0)
  • Eiklar, roh 1,033 g = 0,3 µg, roh, K2 (BLS 4.0)
  • Hähnchenbrust, gebraten 0,3120 g = 0,4 µg, gebraten (USDA)
  • Hähnchen, Oberschenkel mit Haut, Rotisserie 24K2 (MK-4), USDA; 100 g = 24 µg. Eine dänische Analyse (DTU 2025) kommt mit anderer Methode auf 53 µg
  • Rinderhack, mager 90/10, gebraten 1,1120 g = 1,3 µg, gebraten (USDA)
  • Rindfleisch, gekocht 10120 g = 12 µg, gekocht (BLS 4.0)
  • Schweinelende, gebraten 0,0120 g = 0,0 µg, gebraten (USDA)
  • Lachs, Atlantik Zucht, gegart 0,7120 g = 0,8 µg, gegart (Ofen), davon K2 0,6 (USDA)
  • Hering, Atlantik, gegart 0,2100 g = 0,2 µg, gedünstet, davon K2 0,1 (BLS 4.0)
  • Rinderleber, gebraten 18100 g = 18 µg, gebraten (BLS 4.0)
  • Hähnchenleber Hühnerleber 80100 g = 80 µg, roh (Souci/Heidelberg)
  • Sauerkraut 29100 g = 29 µg, roh, davon K2 4,7 (BLS 4.0)
  • Natto ca. 1.000K2 (MK-7), Studienwerte 900 bis 1.100 je nach Charge; 50 g = ca. 500 µg
  • Miso Sojabohnenpaste 6,610 g = 0,7 µg, Paste (BLS 4.0)
  • Kaffee, aufgebrüht 0,1200 g = 0,2 µg, aufgebrüht, davon K2 0,0 (USDA)
  • Grüner Tee, Aufguss nur der Sud, nicht die Blätter 0,0200 g = 0,0 µg, aufgebrüht, Blätter entfernt (USDA)
  • Traubensaft 0,4200 g = 0,8 µg (Souci/Heidelberg)
  • Apfelsaft 0,1200 g = 0,2 µg (Souci/Heidelberg)
  • Saturo Trinkmahlzeit 400 ml 4,3–6,0eine Flasche = 17 µg (Natural, Cappuccino, Vanilla, Strawberry, Banana) bzw. 24 µg (Cocoa); Nährwerttabelle je Sorte

Mit Fett besser aufnehmen: Spinat pur oder mit Öl?

Mit Öl, denn Vitamin K sitzt fest in den Chloroplasten der Blätter. Aus rohem Spinat kamen in Studien nur 4 % der Menge im Blut an, die dieselbe Dosis als freies Vitamin K1 erreicht; mit Butter stieg die Ausbeute auf das Dreifache. Also: Öl ins Dressing, Butter an den Kohl. Kochen schadet nicht, Vitamin K ist hitzestabil; empfindlich ist es gegen Licht, Blattgemüse und Öle darum dunkel und kühl lagern.

Obst und Vitamin K: Banane, Tomate, Kiwi

Banane: 0,5 µg pro 100 g, praktisch nichts. Tomate: 8 µg, eine deckt ein Zehntel des Bedarfs. Kiwi ist die Ausnahme: 40 µg pro 100 g, eine Frucht bringt 30 µg; dahinter Avocado 21 µg, schwarze Johannisbeeren 30, Heidelbeeren und Brombeeren je 20. Apfel, Birne, Orange und Ananas liegen unter 5 µg, Haferflocken bei 2, weißer Reis bei null, Magerjoghurt enthält nichts. Zwei Kiwis täglich würden den Bedarf decken, eine Handvoll Salat ist leichter.

Vitamin-K-reiche Lebensmittel auf hellem Stein: Grünkohl, Spinat, Brokkoli, Rosenkohl, Petersilie, Rucola, Kiwi, Avocado, Gouda, Eigelb, Sauerkraut und Rapsöl
Grün für K1, Gereiftes für K2, dazu etwas Öl oder Butter: Wer täglich aus dieser Auswahl isst, deckt den Bedarf, ohne je eine Tabelle zu brauchen.

Vitamin K im Alltag: Trinkmahlzeiten

An Tagen ohne Salat, Gemüse und Käsebrot fehlt die Hauptquelle, und der Körper speichert Vitamin K nur für Tage. Eine Trinkmahlzeit ist dann ein planbarer Beitrag: Eine Flasche Saturo liefert je nach Sorte 17 bis 24 µg Vitamin K, 23 bis 32 % der Referenzmenge von 75 µg, dazu 25 weitere Vitamine und Mineralstoffe. Das ersetzt keine Behandlung bei nachgewiesenem Mangel. Unter Marcumar gilt wie beim Salat: kein Verzicht, aber gleichmäßig statt sporadisch.

Trinkmahlzeit 6 x 400 ml
Aus dem Saturo-Sortiment

Trinkmahlzeit: eine vollwertige Mahlzeit aus der Flasche

26 Vitamine und Mineralstoffe, darunter Vitamin K, Vitamin D und Calcium. Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung und zur Erhaltung normaler Knochen bei. Referenzwert für Vitamin K: 75 µg pro Tag (NRV). Bei Vitamin-K-Antagonisten regelmäßig statt sporadisch und mit ärztlicher Absprache.

26Vitamine & Mineralstoffe
36 gProtein
400kcal
24 µgVitamin K pro Flasche32 % der Referenzmenge
Sorte wählen
£3.79pro Mahlzeit
Trinkmahlzeit · Cocoa£3.79 pro Mahlzeit ·
07 Sonderfälle

Neugeborene, Marcumar, Knochen: Wer bei Vitamin K genauer hinsehen muss

Bei gesunden Erwachsenen ist Vitamin K unauffällig. Drei Gruppen sind die Ausnahme: Neugeborene, weil sie ohne Vorrat zur Welt kommen; Menschen unter Marcumar, weil Vitamin K bei ihnen absichtlich gebremst wird; und alle, die sich für Knochen und Gefäße interessieren, weil dort die Forschung noch läuft.

Vitamin-K-Mangelblutung bei Neugeborenen: Warum die Prophylaxe wichtig ist

Babys kommen mit fast leeren Vitamin-K-Speichern zur Welt: Das Vitamin geht kaum über die Plazenta, und Muttermilch enthält nur 2,5 µg pro Liter. Ohne Schutz droht die Vitamin-K-Mangelblutung in drei Formen: früh in den ersten 24 Stunden, klassisch an Tag 2 bis 7 aus Nabel, Nase oder Darm, und spät zwischen Woche 2 und 12, die gefährlichste, weil sie oft als Hirnblutung ohne Vorwarnung beginnt. Ohne Prophylaxe rechnet die Arzneimittelkommission mit etwa 7 von 100.000 gestillten Kindern, mit der Standardprophylaxe waren es 0,44 pro 100.000.

Die deutsche Leitlinie (AWMF 024-022, Stand 2016, in Überarbeitung, inhaltlich weiter gültig) sieht dreimal 2 mg Vitamin K zum Schlucken bei den ersten drei Vorsorgeuntersuchungen vor.

Kinderärztin untersucht ein Neugeborenes bei der Vorsorge: Bei U1, U2 und U3 bekommt jedes Baby in Deutschland Vitamin K gegen Mangelblutungen
Dreimal 2 mg bei U1, U2 und U3: Die Prophylaxe hat die späte Mangelblutung, die oft als Hirnblutung beginnt, in Deutschland fast verschwinden lassen.

Alternativ eine einmalige Spritze mit 1 mg nach der Geburt, bei kranken und Frühgeborenen sowie bei Gallenstau die sicherere Form.

Die Vitamin-K-Prophylaxe nach der deutschen Leitlinie

  1. Geburt (U1) 2 mg Vitamin K oral

    Direkt nach der Geburt, meist noch im Kreißsaal oder bei der ersten Untersuchung. Bei kranken Neugeborenen, Frühgeborenen unter 1.500 g oder Gallenstau stattdessen 1 mg als Spritze in den Muskel, weil die Aufnahme über den Darm dann unsicher ist.

  2. Tag 3 bis 10 (U2) 2 mg Vitamin K oral

    Zweite Gabe bei der U2, in der Regel in der Kinderarztpraxis oder noch in der Klinik. Wer die Spritze bei der Geburt bekommen hat, braucht diese Gabe nicht mehr.

  3. Woche 4 bis 6 (U3) 2 mg Vitamin K oral

    Dritte und letzte Gabe. Sie schützt vor der Spätform, die bei voll gestillten Kindern zwischen der 2. und 12. Woche auftreten kann. Frühgeborene unter 1.500 g bekommen bis dahin zusätzlich wöchentlich 1 mg.

  4. Danach Nichts mehr nötig

    Mit Beikost und wachsender Darmflora versorgt sich das Kind selbst. Säuglingsnahrung ist mit Vitamin K angereichert; laut DGKJ treten bei einer Zufuhr ab 50 µg am Tag praktisch keine Mangelblutungen mehr auf.

Schwangere und Stillende brauchen laut DGE 60 µg am Tag wie andere Frauen, weil das Kind sein Vitamin K über die Prophylaxe bekommt; Präparate für die Mutter ersetzen sie nicht. Nimmt die Mutter Antiepileptika, Cumarine oder Tuberkulosemittel, bekommt das Kind die Prophylaxe als Spritze.

Vitamin K und Marcumar: gleichmäßig essen statt meiden

Phenprocoumon (Marcumar, Falithrom) blockiert das Enzym, das Vitamin K recycelt; Vitamin K aus dem Essen wirkt dem entgegen, daraus entstand der Mythos der Vitamin-K-Diät. Laut TU München beeinflussen selbst 500 g Spinat die Gerinnung nur unwesentlich, Verzicht auf Kohl, Brokkoli oder Leber ist unnötig; Zu vermeiden ist nur die plötzliche Umstellung in beide Richtungen. DOAKs (Apixaban, Rivaroxaban, Edoxaban, Dabigatran) wirken unabhängig von Vitamin K, für sie gibt es keine Ernährungsregel.

Bei Marcumar oder Falithrom

Vitamin-K-haltige Lebensmittel und Trinkmahlzeiten sind unter Vitamin-K-Antagonisten kein Verbot, aber ein Faktor für die INR-Einstellung. Das BfR empfiehlt, vor Vitamin-K-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln ärztlichen Rat einzuholen. Im Alltag: regelmäßig statt ab und zu, keine plötzliche Umstellung.

Knochen, Osteoporose und Gefäßverkalkung: Was K2 kann und was nicht

Knochen: Eine Metaanalyse von 2022 über 20 Studien fand unter Vitamin K 58 % weniger Wirbelbrüche, getragen von japanischen Studien mit 45 mg MK-4 am Tag. Für Kapseln aus dem Regal ist der Effekt nicht gezeigt, die deutsche Osteoporose-Leitlinie lehnt K2 zur Therapie ab. Gefäße: Nur aktiviertes Matrix-Gla-Protein hält Calcium aus der Gefäßwand. Die Interventionen fielen gemischt aus: AVADEC (720 µg MK-7, zwei Jahre) ohne Effekt, VitaK-CAC 2026 (360 µg) mit langsamerer Koronarkalk-Zunahme.

Vegan lebende Menschen sind bei Vitamin K1 die bestversorgte Gruppe; K2 aus Käse und Ei fällt weg, für die Gerinnung ohne Bedeutung. Im Alter steigt der Bedarf leicht (80 µg Männer, 65 µg Frauen ab 51), das Risiko liegt in wenig Gemüse, Antibiotika und Fettbindern. Nach Magenbypass oder Dünndarmresektion gehört die Gerinnung zur Nachsorge.

08 Nachschlagen

Häufige Fragen zu Vitamin-K-Mangel

Wie äußert sich Vitamin-K-Mangel?

Durch eine erhöhte Blutungsneigung, sonst nichts: blaue Flecken nach kleinen Stößen, Nasen- und Zahnfleischbluten, Wunden, die lange nachbluten, stärkere Regelblutungen, bei schwerem Mangel Blut im Stuhl oder Urin. Bei Säuglingen kann eine Hirnblutung das erste Zeichen sein. Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Haarausfall sind nicht belegt.

Welches Organ bildet Vitamin K?

Keines. Vitamin K1 kommt aus grünen Pflanzen, K2 aus Bakterien, auch aus denen im Dickdarm; deren Beitrag ist aber begrenzt, wer zu wenig K1 isst, rutscht trotz Darmflora in einen Mangel. Die Leber bildet kein Vitamin K, sie verbraucht und recycelt es.

Wie decke ich meinen Vitamin K Bedarf?

Mit einer Portion grünem Gemüse oder Salat am Tag und etwas Fett dazu; ein Esslöffel Öl im Dressing verdreifacht die Aufnahme. 150 g Brokkoli liefern 212 µg, ein kleiner Rucola-Salat rund 30 µg. Weil der Körper Vitamin K nur Tage speichert, zählt die tägliche Handvoll.

Welche Auswirkungen hat Vitamin-K-Mangel auf die Psyche?

Keine belegten. In Beobachtungsstudien hatten Menschen mit hoher Vitamin-K-Zufuhr seltener depressive Symptome, aber das sind Momentaufnahmen ohne Ursache-Wirkung. Eine Studie, in der Vitamin K die Stimmung bessert, existiert nicht. Ohne Blutungszeichen liegt die Ursache woanders.

Wie wird ein Vitamin-K-Mangel behandelt?

Mit Vitamin K1 (Phytomenadion) als Tropfen, Tablette oder Spritze; die Wirkung setzt nach wenigen Stunden ein. Entscheidend ist die Ursache: Gallenstau, Darmerkrankung, Antibiotikum oder Fettbinder, sonst kommt der Mangel zurück. Ohne nachgewiesenen Mangel bringt Vitamin K nichts.

Wann sollte man kein Vitamin K einnehmen?

Ohne Rücksprache nie unter Vitamin-K-Antagonisten wie Marcumar, Falithrom oder Warfarin: Schon 10 µg K2 am Tag können die INR-Einstellung stören, K2 wirkt dort etwa 3,5-mal so stark wie K1. Sonst gibt es keine Verbote, aber auch keinen Grund: Vitamin K ist nicht giftig, ohne Mangel aber nutzlos.

Hilft Vitamin K bei Nasenbluten?

Nur, wenn ein Vitamin-K-Mangel die Ursache ist, also der Quick-Wert erniedrigt ist, etwa bei Darmerkrankungen oder nach langer Antibiotika-Gabe. Bei normaler Gerinnung bringt zusätzliches Vitamin K nichts. Häufiges Nasenbluten hat meist andere Gründe: trockene Schleimhaut, Nasenspray, ASS oder Bluthochdruck.

Kann Vitamin K2 Thrombose auslösen? Macht Vitamin K das Blut dicker?

Bei Gesunden nein. Die Gerinnung ist ein geregeltes System, das zusätzliches Vitamin K nicht hochfährt: 90 µg MK-7 über 30 Tage veränderten weder Gerinnungszeiten noch Faktor-Aktivitäten, und Behörden haben keine Obergrenze festgelegt. Anders unter Marcumar: Dort hebt Vitamin K die gewollte Bremse auf, das ist die eigentliche Gefahr.

Quellen · 66 Quellen anzeigen
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Gregor Aßlaber
Gregor AßlaberAutor · Redakteur Saturo

Schreibt seit 2019 für Saturo über Ernährung, Nährstoffe und die Frage, wie gute Versorgung im Alltag praktisch funktioniert.

Joerg Hauke
Joerg HaukeFachliche Prüfung · Ernährungsexperte

Hat diesen Artikel am 23. September 2026 auf fachliche Richtigkeit geprüft. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.