Inhaltsverzeichnis
1 Was muss ich nach einer Wurzelbehandlung beachten?
2 Wann und warum lässt man eine Wurzelbehandlung machen?
3 Was ist eine Wurzelbehandlung und wer macht sie?
4 Was wird bei einer Wurzelbehandlung gemacht?

Wurzelbehandlung, Essen danach und was du sonst zu beachten hast

Eine Wurzelbehandlung ist ein bemerkenswerter Meilenstein der Zahnmedizin. Sie macht einen chronisch schmerzenden Zahn den Garaus! Eine Wurzelbehandlung ist ein operativer Eingriff. Daher solltest du bei der Nachsorge einer Wurzelbehandlung auf dein Essen, deine Hygiene und deinen Tagesablauf achten!

Was muss ich nach einer Wurzelbehandlung beachten?

Nach deiner Behandlung ist es wichtig, dass du dich um deinen reparierten Zahn kümmerst und deine Zähne allgemein gut pflegst. Diese folgenden Tipps helfen dir, deinen Mund, deine Zähne und dein Zahnfleisch nach einer Wurzelbehandlung gesund zu halten.

Faustregeln zum Essen nach einer Wurzelbehandlung

Unmittelbar nach der OP

Da die Füllung noch nicht ausgehärtet ist und der behandelte Bereich wahrscheinlich noch teilweise betäubt ist, solltest du ein paar Stunden auf Essen verzichten.

Die ersten 24 Stunden nach der OP

Meide die Aufnahme heißer Getränke oder heißer Nahrung. Wenn aufgrund einer noch aktiven Betäubung die Hitzeempfindlichkeit gehemmt ist, kannst du dich verbrennen.

Die erste 3 Tage nach der OP

  • Meide knackiges oder klebriges Essen, wie rohe Äpfel, Karotten, Maiskolben, Kaugummi oder bissfestes Brot. Diese können deine provisorische Füllung lockern.
  • Kein Alkohol oder stark blutverdünnende Lebensmittel, sowie scharfe Lebensmittel. Hierzu zählen vor allem: Ingwer, Knoblauch und Paprika. Sie können Blutungen verstärken und somit den Heilprozess verlangsamen.
  • Keine Milchprodukte: Produkte, die Milch enthalten, können das Wachstum diverser Bakterien im Mund fördern.

Körperlichen Stress solltest du so gut es geht vermeiden

Eine Wurzelbehandlung ist ein operativer Eingriff. Daher solltest du dich nach dem Eingriff schonen. Am besten fragst du deinen behandelnden Zahnarzt, wann du deinen normalen Tagesablauf wieder aufnehmen kannst. Zu frühes Training könnte dazu führen, dass dein Zahn oder dein Zahnfleisch erneut zu bluten beginnt.1

Gute Zahnhygiene ist unerlässlich

Der Zahn ist zwar medizinisch gesehen “tot“ und verursacht keine Schmerzen mehr, dennoch solltest du dich gut um ihn kümmern. Die Fortsetzung der guten Mundhygiene nach einer Wurzelkanalbehandlung ist von entscheidender Bedeutung. Putze zweimal täglich, verwende einmal täglich Zahnseide und regelmäßig eine antiseptische Mundspülung, um die Gesundheit deiner Zähne aufrechtzuerhalten.

Rauchen ist ein No-Go in den ersten 24 Stunden!

Nach einer Wurzelbehandlung ist es besonders wichtig für mindestens 24 Stunden nicht zu rauchen, da die entzündungsfördernden Stoffe im Rauch das ohnehin schon gereizte Zahnfleisch weiters irritieren. Rauchen ist generell für die Allgemeingesundheit der Zähne schlecht. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass Raucher eine Wurzelbehandlung benötigen, fast doppelt so hoch wie die bei Nichtrauchern, daher solltest du es in Erwägung ziehen mit dem Rauchen permanent aufzuhören.2

Schmerzen nach der Wurzelbehandlung

Auch wenn der Zahnarzt die Nerven des Zahnes entfernt hat, befinden sich noch viele Nerven im umliegenden Gewebe, die den Zahn umgeben. Oft ist dieser Bereich nach einer Wurzelbehandlung etwas geschwollen und entzündet. Die Schmerzen und Überempfindlichkeit des Zahnfleisches machen sich meist ein paar Stunden nach der Behandlung bemerkbar, wenn die örtliche Betäubung nachlässt. Diese Schmerzen sind ganz normal und sollten innerhalb von ein paar Tagen abklingen. Wenn du nach etlichen Tagen noch immer Beschwerden hast, solltest du deinen Zahnarzt erneut aufsuchen.

Zusammenfassung der Nachsorge einer Wurzelbehandlung

OK
Kalte oder lauwarme Lebensmittel
Püriertes Obst 
Gekochtes Gemüse
Weiches Obst (z.B. Avocados oder Bananen) 
Frühstückszerealien
Püriertes Gemüse
Würziges Essen
Alkoholfreie Getränke
Ausübung der gewohnten Pflegeroutine
Schmerzlindernde und/oder entzündungshemmende Medikamente
NICHT OK
Essen unmittelbar nach der OP
Heiße Mahlzeiten oder Getränke 24 Stunden nach der OP
Alkohol
Knackige Lebensmittel (rohes Obst und Gemüse, Nüsse oder Samen)
Klebende Nahrung (Kaugummi oder Brot)
Scharfe Lebensmittel
Blutverdünnende Lebensmittel
Rauchen

Wann und warum lässt man eine Wurzelbehandlung machen?

Eine Wurzelbehandlung wird durchgeführt, wenn der als Pulpa bezeichnete weiche innere Teil eines Zahnes verletzt, entzündet oder infiziert ist. Dein Zahnarzt untersucht den schmerzenden Zahn und macht Röntgenbilder, um seine Vermutungen zu bestätigen. Die Zahnkrone – der von außen sichtbare Teil des Zahnes – bleibt nach einer Wurzelbehandlung intakt, auch wenn das Zahnmark abgestorben ist. Die Entfernung des verletzten oder infizierten Zahnmarkes ist der beste Weg, um die Struktur des Zahnes zu erhalten und gleichzeitig den Patienten von Schmerzen zu befreien.3

Entzündungen, Infektionen und Verletzungen der Pulpa haben in den meisten Fällen eine der folgenden Ursachen:

  • mehrere zahnärztliche Prozeduren, die am selben Zahn durchgeführt wurden
  • Ein Riss im Zahn oder ein abgebrochener Zahn
  • Karies durch einen unbehandelten Hohlraum
  • Eine innere Verletzung des Zahnes. Die Pulpa deines Zahnes kann durch Erschütterungen verletzt werden, ohne dass dabei die Zahnkrone sichtbar verletzt wird.

Zu den gängigsten Beschwerden einer geschädigten Pulpa gehören Schmerzen im Zahn, Schwellungen und ein Hitzeempfinden am Zahnfleisch.

Was ist eine Wurzelbehandlung und wer macht sie?

Sobald der Zahnbereich betäubt ist, legt dir dein Zahnarzt ein dünnes, grünes Gummiblatt in den Mund. Der sogenannte Kofferdam bedeckt alles außer dem Zahn, an dem gearbeitet wird. Das hilft, den Bereich um den Zahn herum sauber zu halten und die Ausbreitung von Infektionen zu verhindern.6

Mit einem Bohrer bohrt der Zahnarzt ein Loch in den oberen Teil des Zahnes und entfernt das Zahnmark. Das leere Loch säubert er mit kleinen Instrumenten und einer Flüssigkeit, um das Innere des Zahnes zu spülen und zu desinfizieren. Die Instrumente tragen dazu bei, dass die Kanäle eine regelmäßigere Form erhalten, damit der Zahn besser gefüllt und gereinigt werden kann. Die Spülflüssigkeit sorgt dafür, dass das infizierte Material rasch beseitigt wird. Sobald der Zahn sauber ist, füllt und versiegelt ihn dein Zahnarzt.

Wenn der Zahnarzt nicht sicher ist, dass alle Infektionen entfernt wurden, macht er eine provisorische Füllung. Du bekommst dann einen zweiten Termin, um den Zahn dauerhaft füllen zu lassen.7

Wenn dein Zahn stark abgenutzt ist oder Gefahr läuft, weiter beschädigt zu werden, schlägt dir dein Zahnarzt möglicherweise vor, eine Krone einsetzen zu lassen. Dabei handelt es sich um eine künstliche Kappe, die über deinen Zahn passt. Du brauchst eher eine Krone, wenn du einen deiner hinteren Zähne behandeln lässt, weil diese zum Kauen verwendet werden. Eine Wurzelbehandlung kann unangenehm sein, weil du länger mit offenem Mund still sitzen musst, als du es gewohnt bist. Die Durchführung einer Wurzelbehandlung ist jedoch heutzutage dank technologischer Fortschritte deutlich angenehmer geworden.

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Wie lange dauert eine Wurzelbehandlung?

Die Dauer ist von der Ausgangssituation abhängig. Die meisten Wurzelbehandlungen dauern weniger als eine Stunde. Bei komplexeren Fällen kann sie auch mal 90 Minuten dauern.

Was ist eine Wurzelbehandlung?

Eine Wurzelbehandlung ist notwendig, wenn ein Zahnbereich gravierend beschädigt, infiziert oder entzündet ist. Bei einer Wurzelbehandlung wird der Innenraum des Zahnes ausgehöhlt und anschließend gefüllt und versiegelt. Die Nerven des Zahnes werden hierbei ebenfalls entfernt. Ein wurzelbehandelter Zahn hat kein Schmerzempfinden.

Wie lange dauern die Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung?

Bei einer Wurzelbehandlung wird die innere Kammer der Zahnwurzel tief gereinigt, was wiederum die umliegenden Nerven und das Zahnfleisch reizen kann. Milde bis mittelstarke Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung sind ganz normal. Nach ca. einer Woche sollten die Schmerzen jedoch vorbei sein. Falls nicht, solltest du den Zahnarzt erneut aufsuchen.8

Was soll man nach der Wurzelbehandlung essen?

  • Püriertes Obst und Gemüse / Smoothies
  • Gekochtes Gemüse
  • Weiches Obst (z.B. Bananen oder Avocados)
  • Frühstückszerealien

Wann kann man nach einer Wurzelbehandlung essen?

Unmittelbar nach deiner Wurzelbehandlung solltest du das Essen vermeiden, da die örtliche Betäubung wahrscheinlich noch aktiv ist. Heiße Lebensmittel solltest du für die ersten 24 Stunden meiden und, da die Versiegelung noch nicht vollkommen ausgehärtet sein könnte, solltest du 2-3 Tage warten, bevor du knackige, klebrige Lebensmittel konsumierst.

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Quellen

  1. Nixdorf, D. R., Law, A. S., Lindquist, K., Reams, G. J., Cole, E., Kanter, K., Nguyen, R. H., Harris, D. R., & National Dental PBRN Collaborative Group (2016). Frequency, impact, and predictors of persistent pain after root canal treatment: a national dental PBRN study. Pain, 157(1), 159–165.
  2. Krall, E. A., Abreu Sosa, C., Garcia, C., Nunn, M. E., Caplan, D. J., & Garcia, R. I. (2006). Cigarette smoking increases the risk of root canal treatment. Journal of dental research, 85(4), 313–317.
  3. Levine M. (1988). Root-canal therapy: a means of treating oral pain and infection. Canadian family physician Medecin de famille canadien, 34, 1357–1365.
  4. Murray, C. A., & Saunders, W. P. (2000). Root canal treatment and general health: a review of the literature. International endodontic journal, 33(1), 1–18.
  5. Parirokh, M., Zarifian, A., & Ghoddusi, J. (2015). Choice of Treatment Plan Based on Root Canal Therapy versus Extraction and Implant Placement: A Mini Review. Iranian endodontic journal, 10(3), 152–155.
  6. Levine M. (1988). Root-canal therapy: a means of treating oral pain and infection. Canadian family physician Medecin de famille canadien, 34, 1357–1365.
  7. Iqbal A. (2016). The Factors Responsible for Endodontic Treatment Failure in the Permanent Dentitions of the Patients Reported to the College of Dentistry, the University of Aljouf, Kingdom of Saudi Arabia. Journal of clinical and diagnostic research : JCDR, 10(5), ZC146–ZC148.
  8. Levine M. (1988). Root-canal therapy: a means of treating oral pain and infection. Canadian family physician Medecin de famille canadien, 34, 1357–1365.