Table of Contents
1 Was ist Mangelernährung?
2 Formen von Mangelernährung
3 Symptome von Mangelernährung
4 Ursachen von Mangelernährung
5 Was kann man gegen Mangelernährung tun?

Eine Mangelernährung kann sich ganz unterschiedlich auf deinen Körper auswirken. Wenn du dein Ernährungsbewusstsein erweitern willst und erfahren möchtest, woran man eine Mangelernährung erkennt, bist du hier richtig gelandet! Wir zeigen dir, wie eine Mangelernährung entsteht, wie sich diese äußert und wie du einer Mangelernährung vorbeugen kannst.

Was ist Mangelernährung?

Wenn sich einer oder mehrere Nährstoffe unter den allgemein anerkannten Richtwert befindet, spricht man von einer Mangelernährung. Es gibt scheinbar endlos viele Nährstoffe, die du für eine optimale Gesundheit im Auge behalten solltest. Jeder dieser Nährstoffe ist ein Baustein, den dein Körper benötigt um lebenswichtige enzymatische Reaktionen und Mechanismen durchzuführen. Die Ursachen, Symptomatik und die Behandlungsmöglichkeiten der unterschiedlichen Nährstoffmängel sind ebenso vielfältig wie die Rollen, die diese Nährstoffe für deinen Körper spielen.

Trotz wachsendem Ernährungsbewusstseins und verbesserter Lebensmittelsicherheit in Entwicklungsländern ist Mangelernährung ein allgegenwärtiges Thema der öffentlichen Gesundheit. Während kalorische Defizite und Hungersnöte in den meisten Ländern mittlerweile Geschichte sind, ist ein Mangel einzelner Nährstoffe aufgrund einer einseitigen Ernährungsweise in manchen Ländern auf dem Vormarsch.[1]

Formen von Mangelernährung

Prinzipiell gibt es zwei Formen von Mangelernährung, wobei ein Mensch auch von beiden zugleich betroffen sein kann:

Die qualitative Mangelernährung
Dies ist die klassische Fehlernährung. Obwohl du vielleicht insgesamt deinen Kalorienbedarf deckst, kann es sein, dass du nach geraumer Zeit einen gewissen Nährstoffmangel entwickelst, wenn du dich einseitig ernährst. Dir fehlen dann eventuell gewisse Makro- oder Mikronährstoffe, wie gesunde Fettsäuren, Proteine, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente, die dein Körper für diverse Mechanismen benötigt.

Die quantitative Mangelernährung
Dies ist die klassische Unterernährung, bei der dein Körper langfristig weniger Energie (d. h. Kalorien) bekommt, als er verbrennt.[2]

Symptome von Mangelernährung

Da die Nährstoffe, die wir unserem Körper zuführen, die unterschiedlichsten Funktionen in unserem Körper erfüllen, sind die Symptome einer Mangelernährung immer direkt vom vorliegenden Nährstoffmangel abhängig. Eine Mangelernährung kann sich daher ganz unterschiedlich äußern.

Dies sind die häufigsten Symptome, die von diversen Nährstoffmängeln verursacht werden können.

Psychische und kognitive Symptome:

  • Müdigkeit und Lethargie[3]
  • Konzentrationsschwächen
  • Reizbarkeit und Aggressionen
  • Depressionen[4]
  • Angst
  • Geringer Sexualtrieb
  • Demenz

Physische Symptome:

  • Trockene Haare
  • Schuppen
  • Trockene Haut
  • Langsame Wundheilung
  • Eingefallene Wangen
  • Blähbauch
  • Gewichtsverlust
  • Verlust von Muskel- und Fettgewebe
  • Kälteempfindungen
  • Unfruchtbarkeit
  • Verlangsamte Immunreaktion bei Infektionen
  • Atembeschwerden
  • Herz-Kreislauf-Störungen[5]

Während manche Nährstoffmängel in unserer modernen Gesellschaft quasi ausgestorben sind, gibt es bestimmte Mikronährstoffe, bei denen ein Mangel relativ schnell entsteht. Hierzu zählen insbesondere Eisen, Jod, ZinkVitamin A und B12[6] Diese sind jedoch durch einschlägige Symptome relativ gut erkennbar:

  • Eisenmangel: Beeinträchtigte kognitive Fähigkeiten (Gedächtnis-, Reaktions-Konzentrationsfähigkeit), beschränkte Regulierung der eigenen Körpertemperatur, Magenprobleme.[7]
  • Vitamin B12: Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit.
  • Vitamin A: Nachtblindheit und trockene Augen
  • Zink: Appetitlosigkeit, verzögertes Wachstum, Durchfall, Haarausfall, langsamere Wundheilung
  • Jod: Geschwollene Schilddrüsen, Wachstums- und Entwicklungsdefizite.[8]

Natürlich kannst du einen Nährstoffmangel nie eindeutig anhand der Symptome diagnostizieren. Doch wenn du diese Symptome bemerkst, besteht in jedem Fall Abklärungsbedarf. Mit einem einfachen Blutbild beim Hausarzt kannst du deinen Verdacht überprüfen.

Ursachen von Mangelernährung

Es gibt viele Ursachen und indirekte Risikofaktoren, die zu einer Mangelernährung führen können. In vielen Fällen sind es mehrere dieser Faktoren, die auf eine von Mangelernährung betroffene Person zutreffen. Medikamente, chronische Erkrankungen, Parasiten und diverse soziale Risikofaktoren können das Risiko einer chronischen qualitativen oder quantitativen Mangelernährung erhöhen.

Diese Störungen zählen zu den häufigsten Ursachen einer Mangelernährung:

Appetitlosigkeit

Viele chronische und psychische Erkrankungen, wie z. B. chronische Depressionen, HIV oder Tumore können Appetitlosigkeit verursachen. Auch virale Erkrankungen, die unbehandelt bleiben und den Geschmacks- und Geruchssinn beeinträchtigen, können indirekt zu einer Mangelernährung führen.[9]

Störungen im Mund- und Rachenbereich

Wenn das Kauen oder Schlucken schmerzt, kann dies dazu führen, dass der Betroffene unterbewusst das Essen vermeidet. Schmerzende, entzündete Weisheitszähne, entzündete Mandeln oder fungale Infektionen verursachen am häufigsten chronische Kau- und Schluckbeschwerden.

Probleme bei der Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen

In einigen Fällen kommt es vor, dass ein Mensch trotz einer vielfältigen, nährstoffreichen Ernährung an Mangelernährung leidet. In diesem Fall gibt es wahrscheinlich ein unterliegendes Problem (z.B. Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt, eine parasitäre Infektion, oder Zustände, die die Magensäureproduktion beeinträchtigen), das die effiziente Zerspaltung, Aufnahme oder Verwertung dieses Nährstoffes hemmt.

Maldigestion

Damit dein Körper vor allem im Dünndarm die Nährstoffe effizient resorbieren kann, muss deine Nahrung zuerst im Magen in kleinere Stücke aufgespalten werden. Das wichtigste Organ für die Produktion von Magensäure ist die Bauchspeicheldrüse. Daher kann eine Erkrankung an der Bauchspeicheldrüse, z. B. eine Krebserkrankung oder eine Entzündung, zur sogenannten Maldigestion führen. Auch Erkrankungen, die die Funktionen der Galle beeinträchtigen, können zu Verdauungsproblemen führen.

Malabsorption

Falls ein Mensch ausreichend qualitative Nahrung zu sich nimmt, keine Verdauungsprobleme hat und dennoch eine Mangelernährung aufweist, könnte dies auf eine Malabsorption hindeuten. Eine Malabsorption tritt auf, wenn du entweder nicht genügend Verdauungsenzyme hast, Bakterien oder andere Fremdeindringlinge im Magen-Darm-Bereich vorhanden sind oder die Nahrung im Dünn- oder Dickdarm schneller als üblich transportiert wird. In den meisten Fällen sind Probleme oder Erkrankungen des Dünndarms oder der Lymphknoten für eine Malabsorption verantwortlich. Wie zum Beispiel: Laktoseintoleranz, bösartige Lymphome, Morbus Crohn, Zöliakie, Lymphangitis oder diverse Parasiten.

Was kann man gegen Mangelernährung tun?

Eine Mangelernährung sollte man immer in Absprache mit dem Arzt behandeln, denn in gravierenden Fällen kann eine unpassende Behandlung kontraproduktiv sein. Eine eindeutige Diagnose ist daher Grundvoraussetzung für eine optimale Behandlung. Die meisten Ärzte machen hierfür eine ausführliche Anamnese, ein Blutbild und weitere körperliche Untersuchungen, um der Ursache deiner Symptome auf den Grund zu gehen. Abhängig von der Ursache könnte der Arzt folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Er überweist dich an einen geeigneten Spezialisten (z. B. einen Zahnarzt, Psychologen, Ernährungsberater, Gastroenterologen etc.)
  • Er klärt dich über deine Mangelernährungen auf und gibt Tipps für den Alltag, mit denen du deine Mangelernährung selbst behandeln kannst.
  • Er verabreicht dir eine Spritze, um dem momentanen Nährstoffmangel entgegenzuwirken und gibt dir Tipps, wie du so einen Mangel in Zukunft vermeidest.

Verschaffe dir einen Überblick über dein momentanes Ernährungsprofil

Diverse Apps und Plattformen wie Cronometer ermöglichen dir, deine Mahlzeiten über mehrere Tage hinweg zu protokollieren. Daraus kannst du dann ablesen, von welchen Nährstoffen du eventuell zu wenig oder gar zu viel konsumierst. So kannst du dein Ernährungsbewusstsein erhöhen und herausfinden, mit welchen Lebensmitteln du deine bisherige Ernährung besonders gut ergänzen kannst.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Mangelernährung

Was ist Mangelernährung?

Wenn du dich längere Zeit so ernährst, dass dein täglicher Kalorien- oder Nährstoffbedarf nicht gedeckt wird, dann bist du von einer Mangelernährung betroffen. Selbst Menschen, die sich relativ gesund fühlen und in entwickelten Ländern einen hohen Lebensstandard genießen, können von einem Ernährungsmangel betroffen sein, ohne es zu merken.

Was ist eine qualitative Mangelernährung?

Wie der Name schon sagt, ist bei der qualitativen Mangelernährung die Qualität deiner Ernährung das Problem. Du nimmst zwar eventuell genügend Kalorien zu dir, dafür sind deine Essgewohnheiten möglicherweise zu einseitig und du nimmst viele “leere Kalorien“ zu dir. In seltenen Fällen können jedoch auch Medikamente, Darmerkrankungen oder Parasiten einen qualitativen Nährstoffmangel verursachen.

Was ist eine quantitative Mangelernährung?

Du leidest an einer quantitativen Mangelernährung, wenn du über einen sehr langen Zeitraum (jenseits der Zeitspanne einer Fastenwoche oder einer Detox-Diät) hinweg, weniger Kalorien zu dir nimmst als dein Körper durchschnittlich verbraucht.

Was sind die Folgen einer Mangelernährung?

Beide dieser Formen können ab einem gewissen Schweregrad lebensbedrohlich sein. Nur bei sehr starken Fällen wird der Körper irreparabel geschädigt. In den meisten Fällen ist jedoch die Prognose gut, und die Folgen eines Nährstoffmangels sind mit einer passenden Behandlung leicht wieder umkehrbar. Allgemein gilt: je ausgeprägter der Nährstoffmangel, desto gravierender die Symptome. Die ersten Folgen einer beginnenden Mangelernährung könnten zum Beispiel Müdigkeit, Konzentrationsschwächen, Nachtblindheit oder schuppige Kopfhaut sein.

Einklappbarer Inhalt

Quellen

  1. Maleta K. (2006). Undernutrition. Malawi medical journal : the journal of Medical Association of Malawi, 18(4), 189–205.
  2. Saunders, J., & Smith, T. (2010). Malnutrition: causes and consequences. Clinical medicine (London, England), 10(6), 624–627.
  3. Azzolino, D., Arosio, B., Marzetti, E., Calvani, R., & Cesari, M. (2020). Nutritional Status as a Mediator of Fatigue and Its Underlying Mechanisms in Older People. Nutrients, 12(2), 444.
  4. Keshavarzi, S., Ahmadi, S. M., & Lankarani, K. B. (2014). The impact of depression and malnutrition on health-related quality of life among the elderly Iranians. Global journal of health science, 7(3), 161–170.
  5. Wilson MM, Vaswani S, Liu D, Morley JE, Miller DK. Prevalence and causes of undernutrition in medical outpatients. Am J Med. 1998 Jan;104(1):56-63.
  6. Dipasquale, V., Cucinotta, U., & Romano, C. (2020). Acute Malnutrition in Children: Pathophysiology, Clinical Effects and Treatment. Nutrients, 12(8), 2413.
  7. Miller J. L. (2013). Iron deficiency anemia: a common and curable disease. Cold Spring Harbor perspectives in medicine, 3(7), a011866.
  8. Ahad, F., & Ganie, S. A. (2010). Iodine, Iodine metabolism and Iodine deficiency disorders revisited. Indian journal of endocrinology and metabolism, 14(1), 13–17.
  9. Rigaud D. (2000). L'anorexie mentale: un modèle de dénutrition par carence d'apport [Anorexia nervosa: a model of malnutrition]. Annales de medecine interne, 151(7), 549–555.
  10. Huppertz, V., Halfens, R., van Helvoort, A., de Groot, L., Baijens, L., & Schols, J. (2018). Association between Oropharyngeal Dysphagia and Malnutrition in Dutch Nursing Home Residents: Results of the National Prevalence Measurement of Quality of Care. The journal of nutrition, health & aging, 22(10), 1246–1252.
  11. Pongprasobchai S. (2013). Maldigestion from pancreatic exocrine insufficiency. Journal of gastroenterology and hepatology, 28 Suppl 4, 99–102.
  12. Keller, J., & Layer, P. (2014). The Pathophysiology of Malabsorption. Viszeralmedizin, 30(3), 150–154.