Inhalt
1 Was ist Eisenmangel?
2 Ursachen von Eisenmangel
3 Symptome von Eisenmangel
4 Diagnose von Eisenmangel
5 Behandlung von Eisenmangel
6 Prävention von Eisenmangel
7 Eisen in Lebensmitteln

Was ist Eisenmangel?

Eisenmangel ist eine der häufigsten Mangelerscheinungen weltweit. Er tritt auf, wenn der Körper nicht genügend Eisen aufnehmen oder speichern kann, um den täglichen Bedarf zu decken. Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das für viele Funktionen im Körper unerlässlich ist.

Funktionen von Eisen im Körper

  • Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, der Sauerstoff im Blut transportiert
  • Wichtig für die Bildung von Myoglobin in den Muskeln
  • Beteiligt an der Synthese von Neurotransmittern und Enzymen
  • Stärkt das Immunsystem und fördert die Wundheilung

Eisenbedarf in verschiedenen Lebensphasen

  • Säuglinge und Kleinkinder: 0,5-1,0 mg/kg Körpergewicht
  • Kinder und Jugendliche: 0,8-1,2 mg/Tag
  • Erwachsene Männer: 8-10 mg/Tag
  • Erwachsene Frauen: 15-18 mg/Tag (höherer Bedarf durch Menstruation)
  • Schwangere: 30-60 mg/Tag

Eisenreiche Lebensmittel

  • Fleisch, besonders rotes Fleisch wie Rind und Lamm
  • Innereien wie Leber und Niere
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen
  • Grünes Blattgemüse wie Spinat und Grünkohl
  • Vollkornprodukte und Hirse
  • Nüsse und Samen

Ursachen von Eisenmangel

Unzureichende Eisenzufuhr über die Nahrung

Eine der Hauptursachen für Eisenmangel ist eine zu geringe Aufnahme von Eisen über die Ernährung. Besonders gefährdet sind:

  • Veganer und Vegetarier
  • Menschen mit einseitiger oder unausgewogener Ernährung
  • Personen mit Essstörungen oder extremen Diäten

Erhöhter Eisenbedarf

In bestimmten Lebensphasen und Situationen ist der Eisenbedarf erhöht:

  • Wachstumsphasen bei Kindern und Jugendlichen
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Leistungssport und extreme körperliche Belastung

Gestörte Eisenaufnahme im Darm

Verschiedene Erkrankungen und Zustände können die Eisenaufnahme im Darm beeinträchtigen:

  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
  • Magenentfernung oder Magenbypass-Operation
  • Übermäßiger Konsum von eisenbindenden Substanzen wie Tanninen in Tee und Kaffee

Blutverlust

Eisenmangel kann auch durch chronischen Blutverlust ausgelöst werden:

  • Starke oder lange Menstruationsblutungen bei Frauen
  • Magen-Darm-Blutungen durch Geschwüre oder Tumore
  • Häufiges Blutspenden
  • Verletzungen und Operationen

Symptome von Eisenmangel

Allgemeine Symptome

  • Müdigkeit, Erschöpfung und Leistungsabfall
  • Blässe der Haut und Schleimhäute
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit
  • Anfälligkeit für Infekte

Spezifische Symptome

  • Brüchige Nägel und Haarausfall
  • Rissige Mundwinkel und glatte, rote Zunge
  • Schluckbeschwerden und Störungen des Geschmackssinns
  • Restless-Legs-Syndrom (unruhige Beine)
  • Herzrasen und Atemnot bei Belastung

Symptome bei schwerer Eisenmangelanämie

  • Extreme Blässe und Atemnot schon in Ruhe
  • Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche
  • Ödeme (Wassereinlagerungen) an Beinen und Füßen
  • Sichtbare Blutarmut im Blutbild

Diagnose von Eisenmangel

Anamnese und körperliche Untersuchung

  • Erfragen von Symptomen, Ernährungsgewohnheiten und möglichen Ursachen
  • Inspektion von Haut, Schleimhäuten und Zunge
  • Abhören von Herz und Lunge

Labordiagnostik

  • Bestimmung des Hämoglobinwerts und der Erythrozytenindizes im Blutbild
  • Messung des Serumferritins als Marker für die Eisenspeicher
  • Eventuell Bestimmung des Transferrinspiegels und der Transferrinsättigung

Weitere Untersuchungen

  • Bei Verdacht auf Blutverluste: Magen- und Darmspiegelung, gynäkologische Abklärung
  • Bei Verdacht auf Aufnahmestörungen: Gastro- und Koloskopie, Zöliakie-Diagnostik
  • In Einzelfällen: Knochenmarkpunktion zum Ausschluss anderer Ursachen der Anämie

Behandlung von Eisenmangel

Orale Eisensubstitution

  • Gabe von Eisenpräparaten in Tablettenform über mehrere Monate
  • Einnahme auf nüchternen Magen oder mit Vitamin-C-reichem Saft zur besseren Aufnahme
  • Langsame Dosissteigerung zur Vermeidung von Magen-Darm-Beschwerden
  • Kontrolle des Hämoglobinwerts und Serumferritins nach 3 und 6 Monaten

Parenterale Eisensubstitution

  • Intravenöse Gabe von Eisenpräparaten bei schwerer Anämie oder Unverträglichkeit der oralen Therapie
  • Schnellerer Anstieg des Hämoglobinwerts als bei oraler Gabe
  • Risiko allergischer Reaktionen und selten Gewebsschäden bei paravenöser Injektion

Ernährungsumstellung

  • Erhöhung des Verzehrs eisenreicher Lebensmittel
  • Kombination von Eisen mit Vitamin C zur Verbesserung der Aufnahme
  • Vermeidung eisenbindender Substanzen wie Tannine und Phytate zu den Mahlzeiten

Behandlung der Grunderkrankung

  • Bei chronischen Blutverlusten: Therapie von Magen-Darm-Erkrankungen, Hormontherapie bei Hypermenorrhoe
  • Bei Aufnahmestörungen: Glutenfreie Diät bei Zöliakie, Ruhigstellung des Darms bei CED
  • Bei Eisenverteilungsstörungen: Aderlasstherapie bei Hämochromatose

Prävention von Eisenmangel

Ausgewogene und eisenreiche Ernährung

  • Regelmäßiger Verzehr von Fleisch, Fisch und eisenreichen pflanzlichen Lebensmitteln
  • Kombination von Eisen mit Vitamin C, z.B. durch Orangensaft zu den Mahlzeiten
  • Vermeidung von Eisenräubern wie Tee, Kaffee und Milchprodukten zu den Mahlzeiten

Gezielte Supplementierung

  • Einnahme von Eisenpräparaten bei erhöhtem Bedarf, z.B. in der Schwangerschaft
  • Bevorzugung hochwertiger Präparate mit guter Bioverfügbarkeit
  • Regelmäßige Kontrolle des Eisenstatus bei Risikogruppen

Früherkennung und Behandlung von Grunderkrankungen

  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Magen-Darm-Erkrankungen und Tumoren
  • Konsequente Therapie chronischer Erkrankungen, die die Eisenaufnahme beeinträchtigen
  • Optimierung der Eisenzufuhr bei Leistungssportlern und Schwangeren

Eisen in Lebensmitteln

Es gibt viele gute Eisenquellen, sowohl tierischer als auch pflanzlicher Art. Hier ein Überblick über die 10 eisenreichsten Lebensmittel (tierisch bzw. pflanzlich) mit ihrem durchschnittlichen Eisengehalt pro 100 g:

Tierische Eisenquellen

  1. Schweineleber: 18,0 mg
  2. Geflügelleber: 8,5 mg
  3. Rinderleber: 6,5 mg
  4. Austern: 5,0-7,0 mg
  5. Eigelb: 5,0 mg
  6. Rindfleisch: 2,5 mg
  7. Lamm- und Wildfleisch: 2,0-3,0 mg
  8. Dunkles Geflügelfleisch: 1,5-2,0 mg
  9. Thunfisch: 1,5 mg
  10. Helles Geflügelfleisch: 1,0-1,5 mg

Pflanzliche Eisenquellen

  1. Chlorellapulver: 130,0 mg
  2. Brennnesselblätter getrocknet: 40,0 mg
  3. Sojabohnen getrocknet: 15,7 mg
  4. Kürbiskerne: 12,5 mg
  5. Sesamsamen: 10,0 mg
  6. Linsen getrocknet: 7,5 mg
  7. Pistazien: 7,0 mg
  8. Weiße Bohnen getrocknet: 6,7 mg
  9. Cashewkerne: 6,0 mg
  10. Kichererbsen getrocknet: 6,0 mg

Das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln, sogenanntes Nicht-Hämeisen, hat eine geringere Bioverfügbarkeit als tierisches Eisen. Durch die Kombination mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln lässt sich die Aufnahme jedoch deutlich verbessern.

Insgesamt ist eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung mit Eisen aus verschiedenen Quellen am besten geeignet, um den Eisenbedarf zu decken und einem Mangel vorzubeugen. Dabei sollte man beachten, dass man von eisenreichen pflanzlichen Lebensmitteln oft größere Mengen verzehren muss, um die gleiche Eisenmenge aufzunehmen wie aus tierischen Quellen.

Trinkmahlzeiten zur Vorbeugung vor Eisenmangel

Eine weitere Möglichkeit, Eisenmangel vorzubeugen, sind spezielle Trinkmahlzeiten wie die von Saturo. Diese enthalten eine ausgewogene Zusammensetzung aller wichtigen Nährstoffe, darunter auch eine optimale Menge an Eisen. Durch den regelmäßigen Verzehr solcher Flüssignahrung kann der Eisenbedarf des Körpers gedeckt und einem Eisenmangel effektiv vorgebeugt werden. Besonders für Menschen mit erhöhtem Eisenbedarf oder Aufnahmestörungen können Trinkmahlzeiten eine sinnvolle Ergänzung zur normalen Ernährung darstellen.

Häufig gestellte Fragen

Was hilft am besten gegen Eisenmangel?

Am besten gegen Eisenmangel helfen eine ausgewogene, eisenreiche Ernährung, gegebenenfalls in Kombination mit Eisenpräparaten. Bei schweren Formen oder Unverträglichkeit der Tabletten kann eine Eiseninfusion nötig sein. Wichtig ist immer auch die Behandlung der zugrundeliegenden Ursachen des Eisenmangels.

Wie kann sich Eisenmangel äußern?

Eisenmangel macht sich oft durch unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Blässe, Kopfschmerzen und Leistungsabfall bemerkbar. Weitere mögliche Anzeichen sind brüchige Nägel, Haarausfall, rissige Mundwinkel und Schleimhautveränderungen. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Atemnot, Herzrasen und sichtbarer Blutarmut kommen.

Wo steckt am meisten Eisen drin?

Besonders viel Eisen steckt in tierischen Lebensmitteln wie rotem Fleisch, Leber und anderen Innereien. Aber auch pflanzliche Produkte wie Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, grünes Blattgemüse und bestimmte Nüsse und Samen enthalten größere Mengen Eisen. Am besten ist eine abwechslungsreiche Mischkost mit Lebensmitteln aus beiden Gruppen.